(Bild: Keystone/Montage: Telebasel)
Schweiz

Gebühr für Notfallbesuch sorgt für hitzige Diskussionen

Patienten, die nicht stationär im Spital bleiben, sollen künftig 50 Franken pro Notfallbesuch zahlen. Das sorgt auf Social Media für hitzige Diskussionen.

Wer die Notaufnahme eines Spitals aufsucht, soll künftig eine Gebühr von rund 50 Franken bezahlen müssen – es sei denn, er oder sie muss hinterher stationär behandelt werden. Das will der Nationalrat. Die Gebühr soll verhindern, dass Patientinnen und Patienten wegen Bagatellen gleich in die Notfallstation gehen.

Der Nationalrat hiess am Dienstag mit 108 zu 85 Stimmen bei einer Enthaltung eine parlamentarische Initiative des ehemaligen GLP-Nationalrates Thomas Weibel (ZH) gut. Darüber muss noch der Ständerat befinden.

Facebook-User sind sich nicht einig

Die User sind sich auf der Facebook-Seite von Telebasel uneinig, ob die Gebühr eine gute Lösung für das Problem überfüllter Notfallstationen wegen Lappalien ist. Einige sind der Meinung, dass die 50 Franken durchaus angebracht sind. Andere wiederum finden, die Gebühr sei Quatsch, und fragen, wie man sich die Gesundheitskosten überhaupt noch leisten könne.

«Richtig so!»

Auf Zustimmung stösst die Gebühr beispielsweise bei diesen Usern:

Ein User beobachtet die überfüllte Notfallstation des Kinderspitals «wegen Lappalien», deswegen sei die Gebühr richtig:

Ist sogar eine höhere Gebühr nötig?

Einige finden, dass die Gebühr von 50 Franken gar zu wenig hoch ist:

«Schweizer werden nur noch abgezockt»

Viele User sind aber auch gegen eine solche Gebühr. Sie argumentieren damit, dass Krankenkassen-Prämien schon teuer genug seien, oder dass man sich nur an kranken Menschen bereichern wolle.

Hohe Gesundheitskosten

Wie soll das alles noch finanziert werden, vor allem von Familien? Das fragen sich diese Kommentar-Schreiberinnen.

«Nicht die richtige Lösung»

«Nicht die richtige Lösung für dieses Problem» findet eine Userin. Sie sei hochallergisch und nach einem Stich müsse sie immer in die Notfallstation, könne diese aber gleichentags wieder verlassen. Für sie würde diese Gebühr auch erhoben werden.

Eine Facebook-Userin ist der Meinung, dass individuell definiert werden müsse, ob diese Gebühr zu entrichten sei und nicht am stationären Aufenthalt festgemacht werden könne.

Offene Fragen

Für einige User bleiben noch Fragen offen. Was ist, wenn sich jemand einen Finger bricht, der notfallmässig behandelt werden müsse, aber nicht stationär behandelt werde. Oder: Wie kann ein Laie überhaupt unterscheiden, ob es ein richtiger Notfall sei oder doch nur eine Bagatelle?

Liken Sie die Telebasel-Facebook-Seite und diskutieren Sie auch mit.

1 Kommentar

  1. Ich hatte eine Problem und ich rief den Hausarzt an, aber er verwies mich an den Notfall. Auch ich finde, dass der Notfallarzt bestimmen soll ob es gerechtfertigt ist oder eine zahlungspflichtige Bagatelle, die vielleicht am nächsten Tag beim Hausarzt behandelt hätte werden können. Vorallem am Wochenende wo die Hausärzte nicht erreichbar sind…..Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel