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Dieses Video zeigt die wüsten Ausschreitungen beim Joggeli vom 10. April 2016. (Video: zVg)

Basel

16 FCB-Fans nach Schlacht mit Polizei vor Gericht

16 FCB-Ultras sitzen demnächst auf der Anklagebank des Basler Strafgerichts. Sie lieferten sich im April 2016 beim Joggeli eine wahre Schlacht mit der Polizei.

Es war der Tag des Klassikers im Schweizer Fussball, der FC Basel spielte gegen den FC Zürich. 2:2 trennten sich die beiden Mannschaften nach einer intensiven Schlussphase. Was danach folgte, stellte das sportliche Geschehen an diesem 10. April 2016 aber komplett in den Schatten. Zahlreiche gewalttätige FCB-Fans lieferten sich auf der Event-Plattform hinter der Muttenzerkurve eine wüste Schlacht mit der Polizei.

Der Mob ging nach dem FCB-Spiel auf die Polizisten in Vollmontur los. Diese antworteten mit Gummischrot, Tränengas und Schlagstöcken. Videos im Internet zeigen die erschreckende Dimension der Ausschreitungen. Die Gewalt flachte nach dem plötzlichen Angriff für wenige Augenblicke ab, ehe die Krawallmacher erneut die Polizei attackierten. Die Polizisten in Vollmontur konnten den einen oder anderen Schläger schnappen. Plötzlich flüchtete die Gruppe der gewaltbereiten Fans die Treppe der Plattform hinunter in Richtung Birs. Dort demolierte sie dann zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei.

Einige Angeklagte bereits vorbestraft

Nun, fast vier Jahre später, sind 16 FCB-Fans vor dem Basler Strafgericht angeklagt. Sie sollen an den Ausschreitungen im April 2016 beteiligt gewesen sein. Das berichtet die «bz Basel» am Mittwoch. Zur Last gelegt wird ihnen Sachbeschädigung, Land- und Hausfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Laut der Anklageschrift der Basler Staatsanwaltschaft sind die Männer zwischen 23 und 37 Jahre alt und grösstenteils eingeschworene FCB-Fans, viele aus der Muttenzerkurve.

Einige der Angeklagten sassen über einen Monat in Untersuchungshaft. Mehrere von ihnen sind laut der Staatsanwaltschaft bereits vorbestraft oder wegen anderer Gewaltdelikte im Rahmen von FCB-Spielen angeklagt. Der Prozess gegen die angeklagten Männer soll Anfang 2020 stattfinden, wie die bz berichtet. Das Strafgericht könnte Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren aussprechen.

Schläger warf Polizist Treppe hinunter

Die Anklageschrift gibt Einblick in die Brutalität, mit der die gewalttätigen Ultras gegen die Polizei vorgingen. So habe ein Unbekannter einem Polizisten einen gezielten Fusstritt verpasst. Ein Anderer habe einen Beamten von hinten in den Würgegriff genommen und ihn mehrere Treppenstufen hinunter geworfen. Ein anderer Polizist habe daraufhin Gummischrot die Treppe hoch abgefeuert. Dieses traf einen Unbeteiligten so schwer, dass er auf einem Auge erblindete, wie die bz schreibt.

Danach eskalierte die Situation vollends. Ein ums andere Mal griffen die Fans die Polizei an. Es flogen Flaschen, Dosen, Fahnen- und Metallstangen und auch Container in Richtung der Beamten. Die Sicherheitskräfte konnten den Mob nur kurzzeitig zurückdrängen, schildert die Staatsanwaltschaft die Eskalation.

Erneut rannten einige Schläger die Treppe der Plattform hinunter und beschädigten einige Einsatzfahrzeuge stark. Ein Fahrzeug wurde beinahe umgekippt. Die Ausschreitungen verlagerten sich dann zur St. Jakobshalle, wo ein ungeschützter Polizist niedergeschlagen und ein Polizeiauto angezündet wurde.

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