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Als «explosiv» beschreibt der Leser-Reporter die Stimmung im Parkhaus. Einige hätte gar versucht, die Schranke einfach abzureissen. (Video: Telebasel Leser-Reporter)

Basel

«Das ist Freiheitsberaubung»

Im Drachen-Parking kam es zu unschönen Szenen. Wegen einer vermeintlich technischen Störung mussten rund 40 Kunden fast eine Stunde lang ausharren.

Marco Stettler ist genervt. Der 57-Jährige traf sich am ersten Adventssonntag mit Freunden zum Brunch und wollte danach schnell weiter, um seinen Sohn abzuholen. Geparkt hatte er im Parkhaus des Migros-Drachencenters am Bankverein.

Schon auf dem Weg zum Auto, fiel ihm die lange Schlange vor der Schranke auf: «Ich dachte mir, da hat jemand einfach seine Ticket nicht bezahlt». Es habe isch dann laut Leser-Reporter herausgestellt, dass die Schranke aufgrund einer technischen Störung nicht mehr funktionierte.

Völlig überfordert sei die Service-Mitarbeiterin an der Gegensprechanlage gewesen. Habe sie zunächst die Schranke noch einmal geöffnet, um ein Auto durchzulassen, weigerte sie sich danach und machte «dicht», weil sie vermutet haben soll, dass die Leute ihr Ticket nicht gezahlt hätten. «Eine Unverschämtheit», findet Kunde Stettler». Später habe die Service-Mitarbeiterin dann behauptet, die Schranke liesse sich von ihrem Posten aus aufgrund einer technischen Störung nicht mehr öffnen.

Leute wollten die Schranke abmontieren

Nach 30 Minuten warteten rund 40 Autos in der Schlange. Die Luft wurde sprichwörtlich dünn, da viele Fahrer ihre Motoren nicht ausgeschaltet hatten; zudem hallten immer wieder Autohupen durch die Tiefgarage. «Das ist Freiheitsberaubung» fand jemand; Kinder schrien genauso wie die Service-Dame an der Gegensprechanlage: «Rufen Sie mich nicht mehr an, es wird schon noch jemand kommen» zitiert Marco Stettler sie.

Ausserdem soll sie gesagt haben, sie hätte Besseres zu tun. Danach habe sie sich gar nicht mehr gemeldet und Stettler rief kurzerhand die Polizei.

Weil die Beamten auf privatem Grundstück – die Tiefgarage gehört der Migros – nicht zuständig sei, kam aber niemand zu Hilfe. Unter den Wartenden drohte die Stimmung so langsam zu eskalieren: «Die Leute suchten schon nach Werkzeugen, um die Schranke zu demontieren. Andere wollten sie einfach abreissen, entschieden sich dann aber um, weil… wer soll dann den Schaden bezahlen?», beschreibt Stettler die Situation.

«Die braucht einen Kurs in Krisenmanagement»

Nach fast einer Stunde war das Parking-Martyrium abrupt beendet. Ganz plötzlich und ohne Vorankündigung öffnete sich die sture Schranke endlich und alle fuhren eiligst davon.

Was Marco Stettler, neben dem fehlenden technischen Support am Wochenende aber besonders nervt, ist die Kommunikation: «Niemand hat uns Informationen gegeben und uns gesagt, wie lange wir noch ausharren müssen. Die Dame von der Gegensprechanlage bräuchte zudem dringend einen Kurs in Krisenmanagement», enerviert er sich weiter.

Etwas Schlimmes sei letzten Endes ja nicht passiert, ausser, dass er den Kinofilm mit seinem Sohn verpasst hat: «Das war eine Stunde Lebenszeit, die ich nicht mehr wiederbekomme und ein äusserst unangenehmes Abenteuer am ersten Advent», resümiert er.

Die Reaktion von der Polizei findet er schwach: «Klar, die sind nicht zuständig, aber wenn doch die Leute da nicht rauskommen, dürfen die sich ruhig mal bewegen. Wir zahlen schliesslich genug Steuern».

Migros erklärt den Vorfall

Der stellvertretende Leiter Unternehmenskommunikation bei der Migros Genossenschaft Basel, Moritz Weisskopf, erklärt den Vorfall auf Anfrage wie folgt: «Das erste Fahrzeug der Kolonne hatte bei der Schranke kein Ausfahrtticket bei sich und wendete sich deshalb via Gegensprechanlage an die Securitas», so Weisskopf. Nur während den Filialöffnungszeiten gehe die Gegensprechanlage zum Kundendienst, ausserhalb der Öffnungszeiten werden allfällige Probleme automatisch an die Securitas geleitet.

«Sieben Minuten nachdem der Anruf einging, konnte die Schranke geöffnet werden», so Moritz Weisskopf weiter. Das Problem: In der Zwischenzeit war die Karenzzeit von zehn Minuten der Tickets der restlichen Autos in der Kolonne abgelaufen und sie funktionierten nicht mehr. «Die restlichen Autofahrer mussten in der Folge entweder das Tickert erneut entwerten oder über die Gegensprechanlage die Schranke via Securitas öffnen lassen», erklärt Weisskopf.

Eine halbe Stunde später sei ein Mitarbeiter des technischen Dienstes vor Ort gewesen und habe die Schranken permanent geöffnet.

1 Kommentar

  1. Am Sonntagnachmittag waren wir im Drachen Parking und muessten 45 Minuten warten bis wir ‘frei’ kamen. Andere Leute waren schon vor uns da und hatten das Problem bei Securitas und der Polizei gemeldet.
    Mein Mann und Bekannten könnten am Freitag Abend nichtmal mit dem Lift ins Parking fahren – vielleicht gab es mehere technische Störungen über das Wochenende?! Auf jeden Fall, hatte sich der Sprecher von der Migros wenigstens entschuldigen können start anzugeben das alles innerhalb von 37 Minuten geregelt war -wirklich ?!Report

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