Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 2. Dezember 2019.

Basel

Kunstfälscher schwänzt eigene Gerichtsverhandlung

Er versteigerte über Jahre hinweg falsch signierte Drucke von bekannten Künstlern wie Picasso. Seiner Gerichtsverhandlung am Montag blieb der Angeklagte fern.

Die Liste der verkauften Kunstfälschungen scheint unendlich lang zu sein. Der heute 72-jährige Basler soll über Jahre hinweg tausende Ausdrucke von bekannten Künstlern, wie Picasso und Salvador Dalì fälschlich signiert und online versteigert haben. Die Ausdrucke hatte er laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft aus Katalogen und Zeitschriften. Auf diesem Weg brachte er seit 2010 knapp 3000, beinahe wertlose, Werke in Umlauf.

Fast eine halbe Million Franken

Der Angeklagte versteigerte seine Fälschungen über verschiedene Onlineportale. Dabei soll er laut eines ehemaligen Freundes Unterstützung gehabt haben. «Es waren zwei Angestellte, die jeweils mitgeboten und so auch den Preis nach oben getrieben haben. Wenn sie dann das Level des Preises erreicht hatten, wurde das Objekt verkauft», so der ehemalige Freund des Angeklagten am Montag gegenüber Telebasel.

Auf diese Weise soll der Händler beinahe eine halbe Million Franken eingenommen haben. Nach fast zehn Jahren stand am Montag die Gerichtsverhandlung an. Der Beschuldigte tauchte jedoch nicht auf. Folglich musste die Verhandlung verschoben werden. Die Verteidigung hätte nicht mit der Abwesenheit des Mandaten gerechnet. Insgesamt drei Privatkläger und einige vermeintliche Geschädigte waren vor Ort. Ein neuer Gerichtstermin ist zur Zeit noch ausstehend.

«Er ist komplett verschwunden»

Seit 2006 änderte der Angeklagte immer wieder seinen Standort. Er übernahm mehrere Unternehmen und änderte die jeweiligen Gesellschaftszwecke auf Dienstleistungen im Kunstbereich. Nach mehreren Sitzverlegungen der Unternehmen wurde bei allen Konkurs angemeldet.

Der ehemalige und langjährige Freund des Angeklagten meint, dass der vermeintliche Fälscher vor kurzem wieder versuchte online Werke zu versteigern. «Ich informierte dann die Staatsanwaltschaft, dass er wieder eine neue Plattform erstellt hatte. Ich habe dann nichts mehr von ihm gehört, er ist komplett verschwunden», so der ehemalige Freund.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*