Am Samstag wurden die EM-Gruppenspiele ausgelost. (Bild: Keystone)
International

Lange Reisen für Nati an der EM

Die Schweiz trifft an der EM im Sommer auf Italien, Wales und die Türkei. Die Gruppe ist machbar, aber kein Selbstläufer.

Die Schweizer Nati darf im Sommer in Rom und Baku antreten. In der Gruppe A bekommen es die Eidgenossen mit Italien, Wales und der Türkei zu tun. Zuerst treffen die Schweizer in Baku auf Wales, danach müssen sie in Rom gegen die Italiener ran und zum Abschluss erneut nach Aserbaidschan, um gegen die Türkei zu spielen. Das Eröffnungsspiel am 12. Juni 2020 in Rom werden Italien und die Türkei bestreiten.

Auf dem Papier muss es die Schweizer Nati packen

Die Schweizer Nati liegt vor allen Gegnern in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 12, dicht gefolgt von Italien auf Platz 13. Wales (22) und die Türkei (29) müssen sich mit der Aussenseiter-Rolle zufrieden geben. Demnach sollte sich die Schweiz klar qualifizieren. Trotzdem trügt das Bild ein wenig.

Italien qualifizierte sich ohne Punktverlust für die EM. Die Türken konnten gegen Weltmeister Frankreich gewinnen. Wales spielte sich an der EM vor drei Jahren in Frankreich bis in die Halbfinals und scheiterte erst am späteren Europameister Portugal. Demnach darf unter keinen Umständen ein Gegner unterschätzt werden.

719 bessere Möglichkeiten hätte es gegeben

Die Schweizer Nati wird der klare Aussenseiter gegen Italien sein. Die Squadra Azzurra darf einen grossen Heimvorteil geniessen, wenn die Schweiz in Rom auf die Italiener treffen wird.

Das Gleiche gilt beim Spiel der Schweiz in Baku gegen die Türkei. Jedes Spiel der türkischen Elf in Aserbaidschan wird quasi ein Heimspiel für die Mond-Sterne werden.

Das Szenario mit der Reise Baku-Rom-Baku und den jeweiligen Gegnern an den entsprechenden Spielorten ist von allen 720 Möglichkeiten die wahrscheinlich beste – oder auch die schlechteste. Die Schweiz muss gegen Wales in Baku gewinnen, denn die anderen Partien werden sehr schwierig.

Prognose der Endtabelle

1. Italien      3   3  0  0  9 Punkte

2. Schweiz 3   1   1   1   4 Punkte

3. Wales     3   1   0  2   3 Punkte

4. Türkei    3   0  1   2    1 Punkt

Italien ist aufgrund der Heimspiele in Rom und der aktuellen Siegesserie Favorit auf den 1. Platz. Weltrangliste hin oder her, die Italiener werden die Nation sein, die alle anderen Mannschaften der Gruppe A schlagen möchte.

Wenn die Squadra Azzurra zu Hause gegen die Schweiz und Wales spielen wird, sollten unsere Nachbarn mindestens sieben Punkte holen, aber eher werden es gar neun für die Mannschaft von Roberto Mancini. Die besten Siegeschancen haben die Schweizer ihrerseits gegen Wales zum Auftaktspiel am 13. Juni in Baku.

Dieser Sieg gegen die Waliser könnte wichtig werden, denn beim letzten Gruppenspiel in Baku gegen die Türkei wäre ein Punktgewinn gegen die Mond-Sterne ein Erfolg. Vier Punkte sollten reichen, um weiterzukommen, da auch die vier besten Gruppendritten sich für die Achtelfinals qualifizieren werden.

Gruppe F, die schwierigste Gruppe der EM-Geschichte?

Ebenfalls erwähnenswert ist die Gruppe F. Die Hammergruppe besitzt mit Frankreich, Portugal und Deutschland den aktuellen Weltmeister, den aktuellen Europameister und den Weltmeister von 2014. Der letzte Gegner der «Todesgruppe» wird durch die EM-Qualifikations-Playoffs im Frühling ermittelt.

Island, Bulgarien, Rumänien oder Ungarn dürfen das Vergnügen mit den ehemaligen Welt- und Europameistern haben. Die Schweiz hätte es also auch schlimmer treffen können.

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