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Der Sonntags-Talk vom 1. Dezember 2019.

Basel

Joggelihallen-Debakel, gendergerechter Unterricht und der Auftritt von Louis C.K.

Esther Keller, Kaspar Sutter und Lionel Battegay diskutieren im Sonntags-Talk über das Joggelihallen-Debakel, gendergerechten Unterricht und Louis C.K.

Debakel St. Jakobshalle

Die Stadt liess die Joggelihalle für über 100 Millionen Franken renovieren. Sie sollte fit gemacht werden für Konzerte. Und nun dies: Am Freitag sagte das Erziehungsdepartement kurzfristig das für Samstag geplante, ausverkaufte Konzert zweier Rap-Stars ab. Wegen mangelhaften Brandschutzes.

Die beiden Rapper werden nun in Zürich auftreten. Die Veranstalter sind erzürnt und bezweifeln die Planungssicherheit, reden von massivem Schaden für den Konzert-Standort Basel.

Am Mittwoch informierten das Erziehungsdepartement, das Baudepartement und die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung. Man gab zu: Kommunikationsfehler. Man sagte nicht: Wer trägt die Schuld am Debakel? Welche Brandschutz-Massnahmen fehlen? Warum sind die ein Jahr nach der Wiedereröffnung noch nicht eingerichtet? Bis wann sind sie hergerichtet? Wer ist hierfür verantwortlich? Der Steuerzahler darf den sechsstelligen Forderungsbetrag der Konzert-Veranstalter zahlen, aber über die Vorgänge hinter den Kulissen darf er nichts erfahren?

Telebasel fragt: Darf man so mit der Öffentlichkeit umspringen?

Gendergerechter Unterricht?

Unsere Schulkinder sollen ihre Rollenbilder bezüglich ihres Geschlechts hinterfragen. Der Grosse Rat hat den entsprechenden Anzug von Politikerin Beatrice Messerli überwiesen.

Sie schreibt: «Kinder und Jugendliche haben oft schon sehr tradierte Bilder zur Berufswahl, der Rollenverteilung in der Familie und der Zuweisung von weiblich und männlich verinnerlicht, sei dies beim Verhalten oder bei Spielzeugen, Kleider oder Büchern».

Deshalb müsste das Lehrpersonal entsprechend ausgebildet werden. Die «bz»: «Beatrice Messerli vom Grünen Bündnis sagte im Rat, Rollenbilder seien nicht leicht aufzubrechen. ‹Diese Arbeit sollte darum nicht erst im Erwachsenenalter beginnen›, so die Grossrätin. Bereits in der Primarschule sollten die Lehrpersonen auf Klischees eingehen und sie hinterfragen».

Telebasel fragt: Ist das eine Therapierungskampagne? Und ist das die Aufgabe des Staates?

Louis C. K.s Basler Auftritt: recht so?

Zwei Zürcher Hallen verweigerten ihm den Auftritt, die Basler Messe liess ihn zwei Mal auftreten: Louis C. K., der einstige Starkomiker – bevor er vor Frauen masturbierte –, füllte zwei Mal das Kongresszentrum.

Das mehrheitlich männliche Publikum hielt sich die Bäuche und gab eine Standing Ovation. Draussen vor der Tür demonstrierte ein Gruppe. Eine Online-Petition gegen den Auftritt unterschrieben 600 Leute.

Louis C. K. enttäuschte seine Fans nicht. Der «Tagesanzeiger» dazu: «In Basel verschonte er keine Minderheitengruppe, keine Religion: Transgender, Schwule, Behinderte, Veganer, Juden, Christen, Muslime oder Japaner, die gebrochen Englisch reden».

Telebasel fragt: Hätte man den Auftritt verbieten sollen, oder ist unsere Gesellschaft überempfindlich?

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