370'000 Franken kostet die Behandlung Kymriah voraussichtlich in der Schweiz. (Symbolbild: Keystone)

Region

Novartis mit «personalisierter Zelltherapie» gegen Blutkrebs

Die Novartis eröffnete in Stein eine neue Produktionsstätte für Zell- und Gentherapie. Es ist eine von drei Standorten weltweit, die «Kymriah» herstellt.
Novartis hat am Donnerstag seine neue Produktionsstätte für Zell- und Gentherapie im Fricktal offiziell in Betrieb genommen. Was klein klingt, ist ein grosser Schritt. Weltweit ist Stein damit einer von insgesamt drei Standorten, an denen die personalisierte Zelltherapie Kymriah hergestellt werden kann.
Mittlerweile sind 185 Mitarbeitende in der Aufbereitungsanlage beschäftigt. Bis 2022 sollen es laut Steffen Lang 450 sein. Dies kündigte der Technikchef bei der Eröffnungsfeier an.

Therapie gegen Krebs

Diese Fachkräfte müssen gut ausgebildet und qualifiziert sein, weil die Produktion dieser personalisierten Zelltherapie komplex und aufwendig ist, sagte Lang weiter. Kymriah gehört zu den sogenannten CAR-T-Therapien. Dabei werden den Patienten, die an bestimmten Formen von Blutkrebs leiden, Blutzellen entnommen und im Labor dann genetisch so verändert, dass sie die Fähigkeit erlangen, gegen den Krebs vorzugehen.

Die Zellen müssen dann noch vermehrt werden. Dieser Prozess dauert etwa drei Wochen. Erst dann wird das genveränderte Blut dem Patienten via Infusion wieder zugeführt. Das alles stellt auch hohe Anforderungen an das Personal.

Listenpreis nicht zu erreichen

Diese modernen einmaligen Behandlungen stellen aber auch an das Gesundheitssystem hohe Anforderungen. Sie sind neu und im Fall von Kymriah auf den ersten Blick auch sehr teuer. In der Schweiz möchte Novartis 370’000 Franken für die Behandlung verlangen.

Wie Länderpräsident Matthias Leuenberger auf der Veranstaltung klar machte, wird die tatsächliche Vergütung tiefer sein als dieser Listenpreis. «Der tatsächliche Preis, den die Krankenkassen zahlen, liegt klar darunter.»

Dass sich die Gesundheitssysteme angesichts der Forschungsfortschritte wandeln müssen, räumte auch Bundesrat Alain Berset ein, der ebenfalls zur Eröffnung kam: «Alle Seiten müssen aktiv an der Preisdiskussion teilnehmen», betonte Berset. Wichtig sei aber, nicht nur über Preise zu diskutieren; damit würde man dem Wandel und Fortschritt der Branche nicht gerecht werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*