Teure Geschenke: Spielzeuge kosten in der Schweiz erheblich mehr als im benachbarten Deutschland. (Symbolbild: Keystone)

Schweiz

Spielzeuge kosten in Deutschland rund 25 Prozent weniger

Kinder freuen sich auf den festlichen Geschenkeregen. Wer Spielzeuge in der Schweiz statt in Deutschland kauft, bezahlt dafür jedoch einen happigen Zuschlag.

So sind Spielwaren hierzulande rund 25 Prozent teurer als im nördlichen Nachbarland, wie aus einer am Mittwoch publizierten Studie der Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen hervorgeht. Verglichen wurden Schweizer Händler wie Galaxus und Microspot mit Amazon Deutschland oder beispielsweise myToys.de.

Hinzu kommt: Eine Berechnung ohne die Mehrwertsteuer, die Deutschland 19 Prozent und in der Schweiz nur 7,7 Prozent beträgt, ergibt eine noch grössere Preisdifferenz von insgesamt 38,8 Prozent, wie es weiter heisst.

1 Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer. 2 Durchführung der Preiserhebung im Zeitraum 17.10. – 6.11.2019. 3 Umrechnungskurs CHF – EUR 1.0998 (Stichtag 21. November 2019). Der Umrechnungskurs CHF – EUR wird täglich aktualisiert, die Ergebnisse auf www.preisbarometer.ch können deshalb von obiger Tabelle abweichen. (Grafik: konsumentenschutz.ch)

Unterschied zu Frankreich und Italien gering

Die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und Frankreich bzw. Italien fallen hingegen deutlich geringer aus. Insgesamt seien die Spielzeuge in der Schweiz durchschnittlich nur 1,1 Prozent teurer als in Frankreich, heisst es in der Studie. Ohne Mehrwertsteuer würden Spielzeuge in der Schweiz allerdings 12,6 Prozent mehr kosten als in Frankreich.

Im Vergleich zu Italien habe der Warenkorb aus identischen Spielsachen bei Schweizer Händlern durchschnittlich gar 6,6 Prozent weniger gekostet. Erst eine Berechnung ohne die Mehrwertsteuer kehrt dies wieder um. Dann kosten die Spielzeuge in der Schweiz 6,3 Prozent mehr als im südlichen Nachbarland.

Die Thematik des Einkaufstourismus beschäftigt die Schweizer Politik seit Jahren. Erst diesen Herbst wurde im Nationalrat erneut ein Vorstoss dagegen lanciert. Die Finanzkommission des Nationalrats verlangte, den Mindestbetrag herabzusetzen, bis zu welchem für Einkäufe im Ausland keine Mehrwertsteuer bezahlt werden muss. Details wie etwa die Höhe dieser Senkung soll der Bundesrat nun in einer Gesetzesvorlage ausarbeiten.

Wertfreigrenze derzeit bei 300 Franken

Diese Wertfreigrenze liegt derzeit bei 300 Franken pro Person und Tag. Erst wenn der Wert des im Ausland eingekauften diesen Betrag übersteigt, muss für den gesamten Warenwert die Mehrwertsteuer bezahlt werden.

Auch die deutsche Politik wurde vor kurzem aktiv. Die Regierung in Berlin beschloss im Juli dieses Jahres die Einführung einer sogenannten Bagatellgrenze für Einkaufstouristen. Schweizer sollen schon bald bei Einkäufen die Mehrwertsteuer erst ab Ausgaben über 50 Euro zurückerhalten.

Mit der Massnahme soll primär das Personal am deutschen Zoll entlastet werden. Die deutschen Zöllner müssen nämlich sämtliche Ausfuhrscheine abstempeln. Teilweise bilden sich an den Grenzübergangen in Konstanz, Lörrach oder Waldshut deshalb lange Schlangen.

3 Kommentare

  1. Die Sache ist die: Die CH übernimmt EU-Recht, das für einen Binnenmarkt geschrieben wurde. Unsere Bundesämter in Bern sehen die Schweiz als Drittstaat (also ist jeder Händler ein Importeur = Mehraufwand) und benachteiligen somit unseren eigenen Schweizer Markt mit Markthemmnissen, was neben den höheren Lohnkosten zu weiteren unnötigen Kosten (= höhere Preise) führt. Dies bei ganz vielen Konsumgütern, insbesondere auch bei Spielwaren so. Hier ein Papier von Economiesuisse, Seiten 12+13. Nachlesen, selber studieren. http://stopp-handelshemmnisse.ch/wp-content/uploads/Blacklist_Hindernisse_10022015.pdfReport

  2. Das war schon in den 50er Jahren, ich musste immer fuer meinen Vater die Maerklin Eisenbahnartikel in Deutschland holen.Insbesondere, da am Stephanstag die Geschaefte offen waren und er weiter basteln wollte!Report

  3. Ja, eigentlich sollte man alles in Deutschland kaufen und auch die Werbung in Deutschland schalten. Damit die CH Journalisten alle nach Deutschland auswandern dürfen (wo sie ja das Doppelte sicher verdienen). Diese alljährlich Vergleiche wiederholen sich gebetsmühlenartig. Wundert mich, dass ausgerechnet ihr so einen sda-Müll weiterverbreitet. Denn sonst staune ich immer wieder über euren schnellen, fitten und tollen Journalismus. Deshalb seid ihr bei mir ganz vorne bei dem, was ich noch anschaue. Es grüsst nach BL und BS ein langjähiger Student und Heimweh-Basler (Rosshofgässle) Und Ex-Schreiberling die ganze Mannschaft! Selbst gestalten, sda abschalten!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*