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Das Mattschulhaus in Wil SG streicht drei Lieder von der Liste für die Adventsfeier. (Symbolbild: Unsplash/David Beale)

Schweiz

Schule streicht drei Lieder von Weihnachtsfeier

In einer Schule in Wil wurden drei Weihnachtslieder von der Adventsfeier verbannt. In Basel sei eine solche Massnahme aber kein Thema.

In einem Mail an alle Lehrer habe die Leitung des Mattschulhauses in Wil SG über die gestrichenen Weihnachtslieder informiert. An der Adventsfeier dieses Jahr würden «Go Tell It on the Mountain», «Fröhliche Weihnacht überall» und «S grööschte Gschänk» nicht mehr gesungen. Das schreibt «20 Minuten» am Dienstag. Die Schulleitung wolle «Rücksicht gegenüber anderen Kulturen und Religionen» nehmen. In den drei Liedern geht es um die Geburt Jesu.

Kritik an Liederauswahl

Laut einem Insider der Online-Zeitung soll es in der Vergangenheit zu Reklamationen betreffend der Liederauswahl an der Adventsfeier gekommen sein. Vor zwei Jahren soll ein Vater sich am Weihnachtskonzert über die Liederauswahl beschwert haben. Im Raum seien doch mehr Muslime als Christen. Letztes Jahr hätte ein weiterer Vater reklamiert, der nicht Muslim gewesen sei.

Schulleiter Tobias Mattes schreibt, dass die gestrichenen Lieder ersetzt würden. Traditionelle Weihnachtslieder werden weiterhin gesungen, heisst es. Doch man wolle «ein stimmiges und feierliches Liederprogramm haben». In der Vergangenheit sei mehrmals Kritik von Eltern am Programm der Feier – unabhängig der Religionszugehörigkeit – geäussert worden sein.

Kein Thema in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt seien solche Massnahmen aber kein Thema, meint Simon Thiriet. «Wie bei allen Feiern mit religiösem Hintergrund sollen Kinder und Jugendliche dabei in einem gemeinschaftlichen Erlebnis die Bedeutung der Festtage und deren Werte kennenlernen», heisst es auf der Website der Basel-Städter Schulen. Die Feiern würden so gestaltet, dass sie die religiösen Gefühle der Schülerinnen und Schüler anderer Religionsgemeinschaften nicht verletzen. Zudem lernen die Kinder auch Feste anderer Religionen kennen, wie es weiter heisst.

Entschuldigung von Schulratspräsidentin

Schulratspräsidentin Jutta Röösli bedauert laut «Blick» die grosse Betroffenheit, dass die Streichung der Lieder eine solch grosse Betroffenheit ausgelöst habe. «Aufgrund von verschiedenen Reklamationen in den vergangenen Jahren wurde im konkreten Fall über die Ausgestaltung der Weihnachtsfeier beziehungsweise über ein ausgewogenes Liederprogramm intern eine Diskussion geführt», schreibt Röösli in einer Mitteilung.

Man sei sorgfältig bei der Auswahl der Lieder vorgegangen. Neben den gestrichenen Liedern, werden andere weiterhin gesunden. So beispielsweise «Stille Nacht». Die Schulverwaltung analysiere nun, ob das Vorgehen übervorsichtig war. An der nächsten Konferenz der Wiler Schulleitungen wird zum Thema diskutiert.

«Die christliche Kultur ist auch an den Wiler Schulen die Leitkultur. Die entsprechenden Werte prägen den Schulalltag», so Rössli. Auch künftig soll die Adventszeit eine spezielle Bedeutung in den Schulhäusern haben. «Weihnachtsfeiern mit Liedern, Texten und Theatern sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms.»

Ein Einzelfall

Beim Vorfall handle es sich um das einzige Ereignis dieser Art, wie Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrerverbands LCH gegenüber «20 Minuten» sagt. Die Schulen stellen jeweils eigene Richtlinien auf. Oft werden Weihnachtslieder noch gesungen. Grundsätzlich sei es aber so, dass die Volksschule politisch unabhängig und konfessionsneutral ist.

Oftmals kämen mehr Reklamation von Angehörigen der Zeugen Jehovas als von Muslimen. Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisation Schweiz, kommentiert, dass viele Muslime mit den Christen feiern und auch ihre Geschäfte weihnachtlich dekorieren. Aus unserer Sicht ist es sehr bedauerlich, wenn in einem christlichen Land keine christlichen Lieder mehr gesungen werden», wird er von «Blick» zitiert.

1 Kommentar

  1. Das ist eine absolute Frechheit was da geboten wird wir, wir Schweizer leben hier und haben unseren Glauben und unsere Weihnachten wem das nicht passt der soll möglichst rasch dorthin wo er hingehört. Aber eben unsere Hosensc…….. geben allem nach adiö SchweizReport

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