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In einer Petition an die Regierung fordern die BVB-Chaffeure gesundheitserhaltende Arbeitsbedingungen. (Symbolbild: Keystone)
Basel

«Die Zeit der Mauscheleien soll enden!»

Am Donnerstag übergeben die BVB-Mitarbeitenden zwei Petitionen an die Basler Regierung. Die Angestellten fordern bessere Arbeitsbedingungen.

«Reihenweise liegen die Kollegen ab», sagt Andreas Krähenbühl, Sprecher des Aktionskomitees und seit 30 Jahren im Dienste der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) tätig. Der Grund seien oftmals gesundheitliche Probleme wegen Überlastung, wie Telebasel aus mehreren unabhängigen Quellen weiss.

Das führe zu Kursausfällen und bringe volkswirtschaftliche Folgeerscheinungen mit sich. «Die Fahrgäste verpassen etwa Arzttermine oder kommen zu spät in die Schule oder zur Arbeit. Das können wir nicht länger verantworten», so das Aktionskomitee.

Gemeinsam haben die Mitarbeitenden «aus Verzweiflung» zwei Petitionen lanciert, die am Donnerstagmittag im Innenhof des Basler Rathauses der Regierung übergeben wurden.

Gesundheitserhaltende Massnahmen gefordert

Darin fordern die BVB-Mitarbeitenden unter anderem gesundheitserhaltende Arbeitsbedingungen.«Die Führung soll aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und für die Zukunft wieder bessere Bedingungen schaffen», so das Komitee. Man wolle der BVB-Führung einen Motivationsschub für positive Veränderungen geben. Die Petitionen seien auch an die Geschäftsleitung übergeben worden. Eine Reaktion darauf sei bisher nicht erfolgt.

Für die Chauffeure steht so oder so fest: «Die Zeiten der Mauscheleien sollen enden!».

Für BVB-Direktor Bruno Stehrenberger sind die Petitionen ein politisches Instrument und deshalb auch von der Politik zu bearbeiten. Er habe zwar Verständnis für die Anliegen seiner Angestellten, das Thema Gesundheit sei aber bereits aufgegriffen worden, denn «wir arbeiten zusammen mit Gewerkschaften und Personalkommissionen am Thema Gesundheit am Arbeitsplatz, allerdings nicht nur beim Fahrdienstpersonal, sondern beim ganzen Personal.»

Aus Fehlern lernen

Die zweite Petition fordert eine genaue Aufarbeitung der Entscheide, welche seit 2006, also seit der Auslagerung der BVB aus der öffentlichen Verwaltung, gefällt worden sind. Tram-Chauffeur Krähenbühl will wissen: «welche Entscheidungen haben uns in diese Situation geführt.»

Die vielen Betriebsausfälle führen dazu, dass sie ihren Service Public Auftrag nicht wahrnehmen können. Ein Anliegen, welches den BVB-Mitarbeitern am Herzen liegt, denn «wir wollen einen guten Service bieten.»

Der gute Service ist allen bei der BVB ein Anliegen und Direktor Stehrenberger bestätigt auch, dass sie «alle da das gleiche Ziel haben.» Der Direktor ist einverstanden damit, dass aus begangenen Fehlern gelernt werden muss. Er sieht sich selbst aber bei dieser Petition nicht in der Verantwortung, den «die Personen, welche in den letzten Jahren auf der Kommandobrücke der BVB standen, sind nicht mehr in der Geschäftsleitung.» Somit wisse er nicht, was er bei dieser Petition beitragen könne.

Die Angestellten, Politiker und Fahrgäste – die Unzufriedenheit mit der BVB ist im Moment allgegenwärtig. Es wird eine Herkules-Aufgabe für die neue Führung, all diesen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Mehr dazu in den Telebasel News vom Donnerstag, 28. November 2019 ab 18.30 Uhr und in der stündlichen Wiederholung.

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