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Der Telebasel News Beitrag vom 27. November 2019.

Basel

«Ich habe mir die Show gleich zwei Mal angetan»

Aktivisten hinderten Besucher am Dienstagabend am Zutritt zur Show des umstrittenen Komikers Louis C.K. Auch Schweizer Comedians kritisieren ihn.

«Sexismus, Rassismus, Antisemitismus ist Gewalt, kein Witz», stand auf den Bannern der Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Congress Center Basel. Die Nachricht galt dem umstrittenen US-amerikanischen Komiker Louis C.K. (52), welcher in Basel für zwei Shows auf der Bühne stand. Vor der zweiten Aufführung wurden Besucher gehindert das Gebäude zu betreten.

«Besucher mussten Seiteneingang nehmen»

Wie Telebasel-Reporter vor Ort berichten, sei die ungefähr 30-köpfige Gruppe nach der ersten Vorstellung vor dem Congress Center aufgetaucht. Mit Sprechgesängen und Transparenten blockierten sie den Eingang des Concress Centers. «Die Besucher mussten sich regelrecht den Weg ins Gebäude erkämpfen.»

Die Polizei hielt isch im Hintergrund und musste nicht eingreifen. (Bild: Telebasel)

Die Kantonspolizei Basel-Stadt zeigte mit einer gewissen Distanz Präsenz mit mehreren Streifenwagen. Eingreifen mussten die Polizisten nicht. Nach rund einer halben Stunde zog der Block davon. Ob durch die Aktivisten die Show verspätet starten musste, ist nicht bekannt. 

Viel Aufregung im Vorfeld

Louis C.K. trat im Rahmen der «American Standup Show» im Congress Center Basel für zwei Shows auf. Bereits im Vorfeld löste die Ankündigung seines Kommens Empörung aus. Der Komiker soll fünf Frauen sexuell belästigt haben. Vor zwei von ihnen soll er masturbiert haben. Nach dem Skandal hatte sich der Komiker für zwei Jahre aus dem Rampenlicht zurückgezogen.

Auch hierzulande, in Schweizer Komiker-Kreisen, sorgte der Auftritt von Louis C. K. für Aufsehen.

«Das zeige ja sonst, dass sexuelle Übergriffe okay sind»

Der Zürcher Stand-Up-Comedian Eddi Ramirez lancierte die Kampagne: «Keine Auftritte in der Schweiz für Louis C.K.» «Leute wie Louis C.K. machen Comedy unsicher für Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Gerade in einer Comedyshow ist es doch wichtig, dass sich eben solche Menschen wohlfühlen und nicht retraumatisiert werden» erklärt der Zürcher gegenüber Telebasel.

Für ihn ist es wichtig, dass die Veranstalter Louis C. K. keine Bühne geben, so lange ihm nicht bewusst werde, was er da überhaupt gemacht hat. «Ansonsten zeige das ja, dass sexuelle Übergriffe okay sind, weil man nachher ja immer noch eine Karriere haben kann.»

Er hat den «Elephant» im Raum nicht angesprochen

Gleich zwei Mal miterlebt hat den umstrittenen Auftritt von Loius C. K. am Dienstagabend Komiker und Louis C. K.-Fan Gabriel Vetter aus Schaffhausen. «Ich habe mir die Show auch aus beruflichem Interesse gleich zwei mal angetan und war sehr enttäuscht», erklärt er.

Gerade so ein konfliktgeladener Abend sei für ihn sehr interessant gewesen. Aber: «Er tut so, als würde er Tabus brechen, dabei sind diese Tabus bereits gebrochen worden. Er repetiert oft nur», findet Vetter. Ausserdem kritisiert der 36-Jährige weiter, dass Louis C. K. den offensichtlichen «Elephant» im Raum nicht angesprochen habe, also die Proteste vor der Show.

«Ich hoffe, dass er sich nicht zu sehr in der Rolle, die er jetzt spielt, gefällt, weil das ist eine Schei**-Rolle», so Vetter.

Mehr dazu in den Telebasel News vom Mittwoch, 27. November 2019 ab 18.30 Uhr und stündlich in der Wiederholung.

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