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Der Telebasel News Beitrag vom 25. November 2019.

Basel

«Passepartout» passt bei Weitem nicht allen

Das Baselbiet verpasst dem Fremdsprachenkonzept «Passepartout» ein Denkzettel und sagt zu über 85 Prozent Ja zum Ausstieg. Folgt jetzt Basel-Stadt?

Selten gehen Abstimmungen so deutlich aus, wie die über die Initiative «Ausstieg Passepartout» im Kanton Basel-Landschaft vom vergangenen Wochenende. Fast 85 Prozent der Stimmbevölkerung stimmte dem Volksbegehren zu. Künftig steht es Lehrpersonen frei, welches Lehrmittel sie für den Unterricht verwenden wollen. Konkret ging es den Initianten um das in der Dauerkritik stehende Fremdsprachenkonzept «Passepartout» mit den Lehrmitteln «Mille Feuilles» und das anknüpfende «Clin d’œil».

Der Verein «Starke Schule» reichte eine offene Initiative zum «Passepartout» ein und der Landrat ging darauf ein. Die von Bildungsdirektorin Monica Gschwind einberufene Arbeitsgruppe strich die Maximal-Forderung eines Verbotes der Lehrmittel. Die jetzt angenommene Initiative stellt es den Lehrpersonen dann auch frei, mit was für einem Lehrmittel sie arbeiten wollen. Sie dürfen also weiterhin die Lehrmittel «Mille Feuilles» und das anknüpfende «Clin d’œil» verwenden.

Auch Kritik aus Basel-Stadt

Auch Katja Christ der Grünliberalen sieht Handlungsbedarf. Für sie ist es eine Minute vor Zwölf, denn sonst werden «Generationen von Schulkinder» unter schlechten Fremdsprachenkenntnisse leiden. Ein radikales Verbot, findet aber auch sie zu übertrieben: «Man soll jetzt die Lehrpersonen sicher nicht zwingen, wieder umzusteigen, wenn sie gut arbeiten mit dem, respektive wenn sie das Gefühl haben, dass sie gut damit arbeiten».

Aber auf die Kritik von Lehrerseite müsse eingegangen werden, fordert Christ: «Man muss definitiv Lehrpersonen, welche finden, es ist nicht zielführend, und sie kommen damit nicht an ihre Ziele, offenstellen, dass sie auch andere Lehrmittel benutzen dürfen».

Erziehungsdepartement versteht Kritik nicht

Kritiker werfen dem Baseler Erziehungsdepartement vor, stur auf dem Lehrmittel zu beharren. Dieter Bauer, Leiter der Volksschulen Basel-Stadt, weist darauf hin, dass es «seit dem letzten Sommer es eine Alternative gibt, die wir an zwei grossen Schulen, am grössten Primarschul- und Sekundarschulstandort testen. Der Test, also der Pilotversuch, läuft bis zum nächsten Sommer, dann sehen wir, was das Resultat ist und dann entscheiden wir.»

Die Diskussionen rund um das Fremdsprachenkonzept «Passepartout» werden, zumindest in der Stadt Basel, noch weiter gehen.

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