Die CO2- und Methangaswerte haben sich seit der Industrialisierung um ein vielfaches erhöht. (Foto: Keystone)
Basel

Noch nie war so viel CO2 in der Atmosphäre

Die Anteile an CO2 und Methan in der Erdatmosphäre nehmen stark zu. Im vergangenen Jahr wurde der Mittelwert der letzten Jahre übertroffen.
Die Konzentration von CO2 und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre sind 2018 so hoch gewesen wie noch nie zuvor. Die Werte hätten sich sogar leicht stärker erhöht als im Mittel der zehn vergangenen Jahre, hiess es am Montag bei der Uno in Genf.

Die CO2-Konzentration lag 2018 demnach bei 408 ppm (Parts per million), während im Vorjahr 405,5 ppm gemessen wurden, wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mitteilte. Die Erhöhung liegt sehr nahe am Anstieg vom Jahr 2016 zum Jahr 2017.

43 Prozent in 30 Jahren

Der letzte vergleichbare CO2-Wert liegt mehrere Millionen Jahre zurück. Die heutige Konzentration an Kohlendioxid beträgt etwa 150 Prozent des Wertes aus der vorindustriellen Zeit.

Kohlendioxid ist für zwei Drittel des Treibhausgas-Effekts verantwortlich. In der Atmosphäre bleibt es Hunderte Jahre bestehen. Es ist wesentlich für den Klimawandel verantwortlich, aber ebenso für den Anstieg der Meeresspiegel oder Wetterextreme. In gegen 30 Jahren hat sich der Treibhausgaseffekt um 43 Prozent erhöht.

Methan-Konzentration steigt

Es gebe keine Anzeichen für eine Verlangsamung, und von einem Rückgang sei schon gar nicht zu reden, sagte WMO-Generaldirektor Petteri Taalas. Er rief die Staatengemeinschaft zu verstärkten Anstrengungen auf. Die nächste Weltklimakonferenz findet in der ersten Dezemberhälfte in Madrid statt.

Nach Angaben der Uno zeigen Indikatoren, dass die Erhöhung der CO2-Konzentration auf Treibstoffe aus nicht erneuerbaren Energien zurückzuführen ist.

Auch von Methan, dem zweitwichtigsten Treibhausgas, steigt die Konzentration; sie liegt mittlerweile bei 259 Prozent des Wertes von vor der Industrialisierung. Auf 120 Prozent des Wertes von vor der Industrialisierung gestiegen ist die Konzentration von Distickstoffoxid (N2O), das den Ozonabbau fördert.

Höhepunkt noch nicht erreicht

Die Entwicklung bedeute, dass künftige Generationen mit ernsten Folgen des Klimawandels wie höheren Temperaturen, mehr Extremwetterereignissen und steigendem Meeresspiegel konfrontiert seien.

Die aktuellen Zusagen der Staatengemeinschaft führten auch mittelfristig nicht zu einer Trendumkehr, hiess es von der WMO weiter. Bis 2030 werde nach bisheriger Prognose der Höhepunkt der Emissionen noch nicht erreicht sein.

Vom 2. bis 13. Dezember treffen bei der Uno-Klimakonferenz in Madrid Vertreter aus 200 Ländern zusammen. Chile hatte die ursprünglich in dem lateinamerikanischen Land geplante Konferenz Anfang November wegen anhaltender politischer Unruhen abgesagt. Spanien war eingesprungen.

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