Bonez MC und RAF Camora hätten am Samstag in der Joggelihalle auftreten sollen. (Bild: Instagram/bonez187erz)

Basel

«Wir haben die Nutzung der Arena nicht grundsätzlich verboten»

Das für Samstag geplante Konzert von Bonez MC und RAF Camora in der Joggelihalle wurde abgesagt. Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung erklärt warum.

Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) habe die Sicherheit der obersten 17 Sitzreihen in der St. Jakobshalle im Brandfall als nicht gewährleistet beurteilt. Das schreibt die Versicherung in einer Mitteilung vom Sonntag, 24. November 2019.

Weder der Eigentümer noch der Betreiber der Halle – die Stadt Basel – haben bis Freitag, 22. November, einen abschliessenden Nachweis für eine ausreichende Personensicherheit in diesem Bereich erbringen können. Die BGV sei von Gesetzes wegen verpflichtet, bei Gebäuden mit grosser Menschenansammlung die Sicherheit dieser Personen im Brandfall zu gewährleisten und durchzusetzen.

Weil das Basler Erziehungsdepartement und das Bau- und Verkehrsdepartement die Bewilligungen nicht erhielten, sagten sie am Freitagabend das Konzert von Bonez MC und RAF Camora vom Samstagabend ab. Die beiden Departmente bedauerten die Absage ausserordentlich. «Die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher steht aber an erster Stelle», schrieben sie in einer Mitteilung.

Trotz grösster Anstrengungen konnte die Bewilligung für das Konzert nicht erlangt werden, hiess es weiter. Wütende User machten daraufhin in den Sozialen Netzwerken ihrem Ärger Luft.

«Nicht grundsätzlich verboten»

«Wir bedauern natürlich die Absage des Konzertes und haben Verständnis, dass die Fans darüber verärgert sind», wird der CEO der BGV Sven Cattelan in der Mitteilung zitiert. Er sei erstaunt über die Aussagen des Kantons Basel-Stadt, dass man nicht wisse, warum die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung intervenieren musste.

«Wir haben die Nutzung der Arena nicht grundsätzlich verboten», so Sven Cattelan. Veranstaltungen, die nur das Innenfeld sowie die unteren Sitzreihen nutzen, seien grundsätzlich erlaubt. «Entsprechend wäre auch das gestrige Konzert zulässig gewesen, sofern die obersten 17 Reihen für den Publikumsverkehr gesperrt gewesen wären.»

Intervenierung zuvor nicht nötig

Der Betreiber der Halle hat für die verschiedenen Veranstaltungen jeweils Setups erstellt, für welche er die Personensicherheit im Brandfall nachweisen muss, schreibt die BGV. Das heisst, es gebe unterschiedliche Nutzungsarten, Personenbelegungen und Brandrisiken. Ein Konzert weise andere Brandrisiken auf als ein Tennisturnier.

Ausschlaggebend sei darum nicht nur die Personenbelegung, sondern auch die Art der Veranstaltung, Brandlasten von Bühnen oder Belegung der Stehplätze. Je nach Belegung ergeben sich dadurch andere Evakuierungszeiten.

«Bei früheren Anlässen mussten wir nicht intervenieren, weil Setups auf Basis der Baubewilligung der Errichtung der St. Jakobshalle basierten und der Betreiber ausreichende Massnahmen traf, um die Personensicherheit unter Berücksichtigung des Bestandsschutzes zu gewährleisten», erklärt László Koller, Leiter Geschäftsbereich Prävention der BGV, in der Mitteilung. Grundsätzlich seien Eigentümer, Nutzer und Veranstalter für die Sicherheit der Besucher verantwortlich. 

Nutzungsverbot der obersten 17 Reihen

Ende April 2018 haben die Bauherrschaft und Betreiber die BGV Kenntnis darüber, dass je nach Art der Veranstaltung die Personensicherheit im Brandfall auf den obersten 17 Reihen nicht nachgewiesen werden könne.

Deshalb habe die BGV Anfang Juni 2018 ein Nutzungsverbot der obersten 17 Reihen für den Publikumsverkehr verfügt. Dieses gelte solange, bis die Personensicherheit im Brandfall dauerhaft sichergestellt sei.

In der Verfügung stehe ebenfalls, dass Ausnahmen von diesem Nutzungsverbot bis zum 30. September 2019 gewährt werden können. Jedoch nur, wenn die Sicherheit durch temporäre Massnahmen sichergestellt sei. Dadurch habe die BGV einen Weiterbetrieb der Arena der Joggelihalle bis zur Sommerpause 2019 ermöglicht. In diesem Zeitraum hätte die Bauherrschaft die nötigen Umbauten realisieren können, so die BGV.

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