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Der Telebasel News Beitrag vom 23. November 2019.
Basel

Friedensfest soll Situation im Dreirosenpark entspannen

Am Freitagnachmittag hat das Jugendzentrum Dreirosen zum Friedensfest geladen. Es müsse endlich wieder Ruhe einkehren im Park, der allen Platz bieten soll.

Seit Wochen wird in den regionalen und auch nationalen Medien über die Dreirosenanlage und ihr offensichtliches Gewaltproblem diskutiert. Der Leiter des Jugendzentrums Dreirosen, Marc Moresi, brachte die Debatte mit einem offenen Brief an die Basler Regierung ins Rollen.

Mit dem Friedensfest vom Freitag wolle das Jugendzentrum zeigen, dass es hier immer noch möglich ist für Kinder, Familien und andere, eine ruhige, ungestörte Zeit zu verbringen. Dazu organisierten die Veranstalter Verpflegung, Musik und andere Aktivitäten. Gemeinsam mit den Kindern hat man dann Friedensbotschaften mit Luftballons auf die Reise geschickt.

Trotzdem bleibt der Dreirosenpark ein Sorgenkind, das weiss auch Marc Moresi. Er sieht Handlungsbedarf von Seiten der Regierung und damit der Polizei. «Wir erleben immer wieder, wie Kinder aus Angst flüchten, weil draussen gerade eine Schlägerei stattfindet.»

Nicht alle wollen mehr Polizeipräsenz

Die gewaltige gesellschaftliche und mediale Reaktion auf den offenen Brief habe er erwartet, verrät Moresi im Interview. Doch nun werden die Forderungen von Moresi als «reaktionär» bezeichnet. Anonyme «Quartierbewohner_innen» haben während des Friedensfests kritische Flyer verteilt.

Darin wehren sie sich gegen die Forderung nach mehr Polizeipräsenz. «Gewiss kommt es ab und zu zu gewalttätigen Auseinandersetzungen auf der Dreirosenmatte. Aber mit noch mehr Polizei darauf zu antworten ist falsch», schreiben die «Bewohner» im Flyer. Unterstützung erhalten sie dabei von der Robi Spielaktion, die ebenfalls am Friedensfest teilnahm.

Dieser Flyer wurde am Freitagnachmittag während des Friedensfests verteilt. (Bild: Telebasel)

«Die Gewalt muss verdrängt werden»

Wenn mehr Polizei auf dem Areal patrouilliere, würden automatisch auch «bestimmte Menschen» verdrängt, meinen die «Quartierbewohner_innen». Marc Moresi sieht der Fyleraktion entspannt entgegen.

«Das ist Teil dieser Debatte. Jeder und jede soll seine Meinung einbringen dürfen. Aber wir sehen die Polizei als einen Teil der Lösung. Weil, wenn mehrere Männer am helllichten Tag mit Messern, Hämmern oder Schaufeln aufeinander losgehen, dann ist das aus unserer Sicht eine Situation, in der die Polizei hier sein und eingreifen muss. Aber die Polizei kann auch nicht die langfristige Lösung sein für die Konflikte, die hier dahinterstehen», so Moresi.

Schlussendlich wollen die Jugendarbeiter niemanden aus dem Areal verbannen. Aber sie fordern: «Die Gewalt muss verdrängt werden».

Mehr dazu in den Telebasel News vom Samstag, 23. November 2019, um 18:30 Uhr und ab 19:00 Uhr stündlich. 

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