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Klimabewegung will selber Lösungen finden. (Video: Adrian Reusser)

Schweiz

Klimabewegung verfasst eigenen Aktionsplan

Die Schweizer Klimabewegung fühlt sich im Stich gelassen und hat begonnen einen eigenen Aktionsplan zu erarbeiten. In diesem Plan sucht sie nach Lösungen.

Die Schweizer Klimabewegung fühlt sich von der Politik noch immer im Stich gelassen und hat deshalb begonnen, einen eigenen Aktionsplan zu erarbeiten. Darin soll aufgezeigt werden, wie eine emissionsneutrale Gesellschaft aussehen könnte – und mit welchen Massnahmen.

«Auch nach einem Jahr Klimastreiks hat die Politik keinen Plan für die Lösung der Klimakrise und versagt darin, die Bevölkerung vor dem drohenden ökologischen Kollaps zu schützen», teilte die Klimabewegung am Freitag mit. Diese Feststellung sei keine leichtfertige, sondern basiere auf Erfahrungen in den vergangenen Monaten mit Politikerinnen und Politikern.

Vonseiten der Politik sei kein Wille da, Massnahmen zu erarbeiten, welche die Treibhausgasemissionen bis 2030 auf netto null reduzieren, so die Bewegung. Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben sich deshalb dazu entschlossen, selber zu handeln und einen Aktionsplan zu erstellen.

Transparent und partizipativ

In verschiedenen Arbeitsgruppen wie Mobilität, Industrie oder Landwirtschaft sollen konkrete Lösungen erarbeitet werden. Den Klimastreikenden ist es wichtig, dass der Aktionsplan «ein offenes, transparentes und partizipatives Projekt der Schweizer Bevölkerung» ist. «Wir laden deshalb alle Menschen herzlich ein, sich bei der Erarbeitung des Plans einzubringen», schreibt die Klimabewegung.

Einzige Bedingung: Der Plan muss dem Prinzip der Klimagerechtigkeit Rechnung tragen. Das heisse, alle Massnahmen müssten sozial gerecht und nachhaltig sein, so die Bewegung.

Eine Arbeitsgruppe soll aus Expertinnen und Experten, Klimastreikenden und Direktbetroffenen bestehen. Aus dem Bereich der Wissenschaft hätten sich bereits sechzig Personen bereiterklärt, das Projekt zu unterstützen.

Lokale Klimaversammlungen

Parallel dazu plant die Bewegung, lokale Klimaversammlungen durchzuführen, wo Interessierte ihre Ideen einbringen können. Eine erste solche Versammlung soll im Rahmen des nächsten Klimastreiks vom 29. November stattfinden. Zudem sollen alle Inhalte auf einer offenen Plattform zugänglich sein, wo diese diskutiert und bewertet werden können.

Ende September haben in Bern mehrere zehntausend Personen für ein «Klima des Wandels» demonstriert. Die Organisatoren schätzten die Zahl auf gegen 100’000 Teilnehmende. Zur Kundgebung aufgerufen hatte ein Bündnis von über achtzig Organisationen.

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