Junge Frau kritisiert die Uni Basel. (Foto: Key)

Basel

Junge Frau bei Bewerbunsggespräch von Uni gedemütigt

Eine junge Frau wollte sich an der Basler Uni für eine Assistenzstelle bewerben. Doch ihr Bewerbungsgespräch verlief nicht wie erwartet und nicht korrekt.

Diesen Sommer bewarb sich eine 29-Jährige an der Universität Basel für eine 50 Prozent Assistenzstelle. Doch die Bewerbung verlief nicht wie jede andere, wie die «bz basel» schreibt. Die junge Frau wurde von der Uni nach dem ersten Gespräch aufgefordert eine Arbeitsprobe zu schicken. Diese wurde als ausgezeichnet gelobt. Doch das zweite Treffen, bei dem es in 30 Minuten vor allem um das Kennenlernen ging, verlief nicht wie erwartet.

Die Bewerberin hatte sich auf Fragen zur Arbeitszeit, Master-Abgänge und Lohnvorstellungen vorbereitet. Doch die Uni wollte von der Mutter eines Zweijährigen wissen, «wie lange wären Sie abwesend, wenn Sie erneut schwanger würden? Würden Sie zusätzlich zum gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz noch unbezahlten Urlaub beziehen wollen? Passt diese Stelle überhaupt in Ihre Familiensituation?». Die junge Frau verliess verletzt und überfordert das Gespräch.

Unzulässige Fragen

Wie der Arbeitsrechtprofessor Roger Rudolph gegenüber der bz basel sagt, ist eine geschlechterspezifische Diskriminierung gesetzlich untersagt. Allgemeine Fragen zur Familienplanung seien unzulässig und müssen nicht beantwortet werden. Doch keine Antwort könne den Arbeitgeber auch verärgern und deshalb dürfe in einer solchen Situation gelogen werden. Und wenn die Lüge auffliegen sollte, dürfe der angestellten Person nicht gekündet werden.

Nach dem Bewerbungsgespräch schrieb die 29-jährige Frau dem Departement der Uni eine Mail, in der sie ihre Zweifel anspricht. «Es hat mich irritiert, dass Sie mit mir über potenzielle Abwesenheiten diskutierten. Ich sehe nicht ein, warum meine Familiensituation in einem Bewerbungsverfahren so viel Platz einnehmen muss», meint die Frau, zudem zweifle sie an einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der Uni Basel.

Uni äussert sich nicht

Die Leitungspersonen der Basler Uni antworteten ihr, dass ihnen ein vertrauensvoller Umgang zwischen Leitung und Mitarbeitenden wichtig sei. Deshalb dürfen solche Fragen gestellt werden, «müssen aber nicht beantwortet werden». Das Departement schreibt, dass sie einen guten Eindruck von der jungen Frau hatten und die kritisierten Fragen auch anderen Bewerbenden gestellt werden.

Die Uni will sich jedoch zum Fall öffentlich nicht weiter äussern. Mediensprecher Matthias Geering meinte nur, dass sich die Betroffene bei der Fachstelle für persönliche Integrität melden solle. Die Uni werde dann den Fall bearbeiten.

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