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Der Telebasel News Beitrag vom 21. November 2019.

Basel

Die Ueli-Fähri soll sicherer werden

Damit Rollstuhlfahrer bei einem Sturz in den Rhein besser gerettet werden können, dürfen sie nicht mehr angeschnallt mit der Ueli-Fähri mitfahren.

Auslöser der jüngsten Sicherheitsvorkehrung der St. Johann-Fähri war ein tödlicher Vorfall am Montag. Ein Mann, welcher aufgrund einer Behinderung auf einen Rollstuhl angewiesen ist, stürzte beim Fähristeg in den Rhein und ertrank. Obwohl der Zwischenfall vom Fährimaa nicht beobachtet wurde, beschäftigte er Rémy Wirz, Pächter und Fährimaa. Seine Fähri ist die einzige in Basel, welche ohne Mühe von beiden Rheinufern mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl erreichbar ist. Kundschaft in solchen Hilfsmitteln ist daher keine Seltenheit.

«Ich habe mich dazu entschieden, dass wir ab jetzt Kinder und Rollstuhlfahrer auf der Fähre nicht mehr angeschnallt lassen», so der Fährimann als das jüngste Ereignis am Donnerstag auf der Ueli-Fähri zur Sprache kam. Das Gefährt würde das Opfer unweigerlich in die Tiefe reissen. So wäre auch eine Rettung schwierig.

«Wir arbeiten ständig an der Sicherheit»

Nebst dieser neusten Massnahme gibt es schon einiges auf der Fähre, was eine sichere Überfahrt garantieren soll. «Auf jeder Fähri gibt es einen Bolzenschneider, damit könnte man im Notfall die Fähri vom Fähriseil kappen», so Wirz. Der Bolzenschneider kam jedoch noch nie zum Einsatz. Dieser würde nur benötigt werden, wenn das Gefährt in ein erhöhtes Unfallrisiko gelangen würde.

«Wenn ein mächtiges Schiff in das Seil fahren würde, würde es die Fähri unter das Schiff ziehen. Kommt die Fähri unter solch ein Schiff, würde sie nur noch Matsch sein», erklärt Wirz. Ein Szenario, welches ihm so in über zehn Jahren als Fährimaa glücklicherweise noch nie passiert sei. «Wir arbeiten ständig an der Sicherheit», meint Wirz. Ihm sei es am wichtigsten, im Vorhinein entgegenwirken zu können und nicht erst dann, wenn es schon zu spät sei.

«Ich hatte sechs Badewannen Wasser in meiner Fähri»

Ein weiterer wichtiger Sicherheitsfaktor ist für den Fährimaa zudem der Funk. «Funk ist zentral in der Sicherheit, das aufgrund der Kommunikation», meint er. Nicht immer hatten die Fährimänner und -frauen ein Funkgerät. Dieses ist nun ein wichtiges Element auch bei der Kommunikation mit den anderen Schiffen auf dem Rhein. Dennoch ereignete sich eines Sommer eine brenzlige Situation – trotz Funkgerät.

Der Färimaa erzählt, wie ein grosses Kreuzfahrtschiff im Rückwertsgang immer näher an die Ueli-Fähri kam. «Etwa fünf, sechs Meter bevor das Schiff dann wirklich uns berührt hätte – das ist jetzt wirklich nicht viel – kam plötzlich ein Schwall Wasser hinaus. Er gab also voll Vorschub, dann kam das Wasser, alles schwemmte es in die Fähri. Alle Leute, die auf der rechten Bank sassen, waren völlig nass. Ich hatte sechs Badewannen Wasser in meiner Fähri», so Wirz.

Der junge Kapitän des Krezufahrtschiff sei das erste Mal auf dieser Strecke gewesen. «Er fuhr danach kreidebleich an mir vorbei», berichtet gegenüber Telebasel. Die Fähri erkannte er im letzten Moment. Das durch die Fähnlein am Fähriseil. «Hätte er diese beim Blick nach hinten nicht entdeckt, wäre es wahrscheinlich zu einem Zusammenstoss gekommen», sagte der Fährimaa.

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