Der Mann soll unter anderem bei einer jüdischen Metzgerei Scheiben eingeschlagen und Buchstaben an der Fassade entfernt haben. (Foto: Telebasel)

Basel

Mann muss nach antisemitischen Angriffen in Psychiatrie

Ein 38-jähriger Mann wurde wegen 25 Angriffen auf die Israliesche Gemeinde verurteilt. Er muss in eine psychiatrische Anstalt.

25 Angriffe auf die Israelitische Gemeinde soll ein 38-jähriger Baseler verübt haben. Diese Woche stand der Mann deswegen vor Gericht. Am Mittwoch fiel das Urteil. Der Angeklagte muss vorerst in psychiatrische Handlung, wie «20 Minuten» und die «Basler Zeitung» berichten.

Der Gerichtspräsident Domnik Kiener kam damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft nach. Diese forderte eine Freiheitsstrafe, die zugunsten einer Stationären Massnahme aufgeschoben werden soll. Die Freiheitsstrafe hätte ursprünglich 23 Monate dauern sollen, weil die Schuldfähigkeit des Angeklagten aber schwerwiegend eingeschränkt sei, wurde die Strafe um drei Viertel gekürzt. Die Haft wird zugunsten der stationären psychiatrischen Therapie aufgeschoben.

Mehrere Begehen in wenigen Monaten

Der Angeklagte leidet an Schizophrenie. Die Persönlichkeitsstörung äussert sich in einem ausgeprägten Hass auf Juden und Israel. «Sie sind nicht rechtsradikal, es ist ihre Krankheit», sagte der Gerichtspräsident in seiner Urteilsverkündung.

Der Sohn eines jüdischen Vaters beging von August 2018 bis Mai 2019 mehrere Attacken auf Juden und jüdische Einrichtungen.  Dazu zählt Vandalismus an einer jüdischen Genossenschafts-Metzgerei. Zudem habe der 38-Jährige gezielt Menschen jüdischen Glaubens bedroht, beleidigt oder gar genötigt. Einem Mann habe er den Hitlergruss gezeigt. Weiter soll er Autos beschädigt und bespuckt haben sowie an die Fassade einer Synagoge uriniert haben.

Nachdem er in seiner Wohnung «alles kaputt geschlagen hatte, was man kaputt schlagen konnte», behauptete der Angeklagte, der israelische Geheimdienst sei das gewesen. «Nein, das war ihr krankhafter Wahn», so Richter Kiener.

Sicherung der Öffentlichkeit

Mit seiner Anordnung tanze der Richter «auf der grossen Klippe der Justiz», wie er am Mittwoch sagte. Dabei stellte er die Frage, ob man jemanden gegen seinen Willen in die Psychiatrie einweisen könne, obwohl er noch keine schwere Gewalttat begangen hat. Wie lange die Therapie andauern soll, hänge von deren Erfolg ab.

«Noch kam es nicht zur Katastrophe. Aber wenn es dazu gekommen wäre, dann wäre die Frage: Hat der Staat zu spät reagiert?», so Kiener. Die Massnahme sei gerechtfertigt. Die Legalprognose sei beim Verurteilten schlecht. «Wie wäre das weitergegangen?», fragte der Richter laut «20 Minuten».

«Wären Sie eines Tages mit dem Messer in die Synagoge?». Für den Richter steht fest: Eine stationäre Therapie in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung ist «das Beste für Ihre Gesundheit und für die Sicherheit der Öffentlichkeit».

Bis das Urteil rechtskräftig ist, bleibt der Angeklagte in Sicherheitshaft.

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