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Baselland

Igel mit abgeschnittener Nase in Therwil gefunden

Eine Frau hat in Therwil einen verstümmelten Igel gefunden. Ihm fehlten Nase und Gesichtshaut. Sie vermutet, dass der Igel Opfer eines Gartengeräts wurde.

«Seine Gesichtshaut mitsamt seiner Nase ist weg», sagt eine Leser-Reporterin aus Therwil gegenüber «20 Minuten». Sie hat einen verstümmelten Igel in ihrem Garten gefunden. Nach dem Schock-Fund hat sie das schwer verletzte Tier einer Kollegin übergeben, die sich mit Igeln auskennt. Wie es dem Tier jetzt geht, weiss sie nicht. Die Chancen, dass es überlebt, stehen laut der Frau aber nicht gut.

Wer tut einem Tier so etwas an? Die Leser-Reporterin vermutet, dass der Igel nicht Opfer eines Menschen, sondern eines Gartengeräts wurde. Demnach könnte er mit einem Fadentrimmer in Kontakt geraten sein. Das Gerät zum Schneiden von Gras, auch Motorsense genannt, kann wegen seines scharfen Fadens für Igel und andere Kleintiere sehr gefährlich sein.

Rechen, Trimmer und Mäher können tödlich sein

Die Therwilerin glaubt, dass viele Hobbygärtner diesen Umstand nicht beachten würden. Dadurch müssten jedes Jahr viele Tiere sterben, weil sie von Rechen, Trimmern, Rasenmähern und anderem schwerem Gerät verletzt würden.

Die tragische Geschichte publizierte die Frau auch auf Facebook. Dort pflichten ihr viele User bei. Einige geben zu, durch den Gebrauch von Gartengeräten auch schon versehentlich Igel verletzt oder getötet zu haben. «Bei uns werden die Mähroboter mehr und mehr zur Unsitte. Davon hatte ich auch schon sehr, sehr schlimm Verletzte», kommentiert jemand den Post.

Stadtgärtnerei nimmt Rücksicht auf Tiere

Wie gefährlich diese Fadentrimmer für Igel sein können, weiss auch die Basler Stadtgärtnerei. Deshalb versuche man diese Geräte nur selten einzusetzen und, wenn möglich, auf andere Werkzeuge zurück zu greifen. «Gartenwerkzeuge können Igel schwere oder tödliche Verletzungen zufügen», sagt Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei, gegenüber «20 Minuten». So würden lediglich Rasenflächen von Laub befreit – unter Büschen und Rabatten wird es belassen. Denn dort halten sich die Tiere gerne auf, wie Trueb erklärt.

Das Laub dient Kleintieren wie Igeln, Amphibien und Insekten als wertvoller Unterschlupf. Deshalb rät die Stadtgärtnerei den Hobbygärtnern, nicht jede Ecke von Laub zu befreien.

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