Durch den kühlen Frühling hätten die Tierchen erst sehr spät Eier absetzen können. (Symbolbild: Keystone)

Schweiz

Stinkwanzen wieder auf dem Rückzug

Letztes Jahr wurden sie zur Plage, jetzt sind sie wieder auf dem Rückzug. Das kalte Wetter und ihre natürlichen Feinde machen den Stinkwanzen zu schaffen.

Wenn die Dämmerung früher am Tag einsetzt und die Temperaturen sinken, suchen viele Insekten Unterschlupf in den geheizten Wohnungen und Häusern der Menschen. Ein exotisches Exemplar aus Fernost, die asiatische Stinkwanze, zog es letztes Jahr en masse in die vier Wände und wurde quasi zur Plage. Besonders unangenehm bei der Stinkwanze: Das Sekret, das sie absondert, wenn sie sich bedroht fühlt, riecht übel.

Für alle Wanzen-geplagten heisst es aber jetzt Aufatmen. Durch den kühlen Frühling konnten die Tierchen erst sehr spät ihre Eier absetzen: «Das hatte zur Folge, dass die Wanze nur eine deutlich kleinere zweite Generation ausbilden konnte, als im Jahr zuvor», erklärt Tim Haye, international anerkannte Wanzenexperte, der für das Institut Cabi in Delémont JU arbeitet, gegenüber dem SRF.

Daneben sorgt auch ein natürlicher Fressfeind dafür, dass die Stinkwanze sich dieses Jahr nicht so extrem ausbreiten konnte. Die ebenfalls in Asien beheimatete Samurai-Wespe hat ihrerseits den Weg in die Schweiz gefunden und zerstört mit Vorliebe die Eier der Stinkwanze. Letztere wurde dadurch stark dezimiert.

Gewinnverluste für Obst- und Gemüsebauer

Sind die Wanzen für den normalen Bürger ein eher harmloses Ärgernis, so verursachen sie bei vielen Obst- und Gemüsebauern Gewinnausfälle, wie der Sender berichtet. In Gewächshäusern stechen sie nämlich mit Vorliebe junges Obst an, das danach nicht mehr gut wachsen kann.

Wie sich die Population der Stinkwanzen in den nächsten Jahren entwickeln wird, hängt weiterhin stark vom Wetter ab: «Zwar gehen die Stinkwanzen jetzt mit einer kleineren Population ins neue Jahr, das Frühlingswetter wird aber auch in Zukunft einen grossen Einfluss darauf haben, wie stark sich die Wanze ausbreitet», wird der Insektenkundler vom SRF zitiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*