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Der Telebasel News Beitrag vom 18. November 2019.
Basel

Drogendeal mit Verletzten endet vor Gericht

Vier Verletzte, sieben Verhaftete und sechs Angeklagte. Das ist die Bilanz eines Drogenhandels im Dezember 2017. Am Montag begann der Prozess.

«Das, was da abging, sieht man nur in Filmen», beschreibt S. das absurde Geschehen im Dezember 2017. Er und sein Kollege hatten in der Nacht vom 23. Dezember eine Drogenübergabe geplant. 50 Gramm Kokain hätten für rund 3000 Franken an eine Gruppe junger Männer aus dem Raum Luzern und Zug gehen sollen. So erzählen es die beiden Kläger, die gleichzeitig auch Angeklagte sind. «Erst im Nachhinein ist mir bewusst geworden, dass sie alles geplant hatten», führt der Schweizer mit serbischen Wurzeln fort.

Lebensbedrohliche Verletzungen

Der Abend endet für sie fatal. Mit mehreren Stich- und Schnittverletzungen am Kopf, Armen, Hand, Nacken und Oberkörper und diversen Verletzungen zugefügt durch stupfe Gewalt werden die beiden ins Spital eingeliefert. Vor Gericht müssen sich die mutmasslichen Täter unter anderem wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung und mehrfacher schwerer Körperverletzung verantworten

Laut Anklageschrift hätten drei junge Männer im Alter zwischen 21 und 22 Jahren aus dem Raum Luzern und Zug gemeinsam geplant, Kokain zu erbeuten, um dieses gewinnbringend weiterzuverkaufen. Gemeinsam sind sie nach Basel gereist und trafen sich mit einem Basler Vermittler und den beiden Opfern an der Riehenstrasse, das haben alle Beteiligten bestätigt. Über die Gründe für die Reise nach Basel waren sich die Angeklagten nicht ganz einig. Vor Gericht wollte niemand zugeben, an diesem Abend 50 Gramm Kokain kaufen zu wollen.

Mehrmals auf Opfer eingestochen

In der Wohnung des Dealers an der Riehenstrasse soll es dann zur Eskalation gekommen sein. Aufgrund von Provokationen bezüglich der Herkunftsländer der Beteiligten sei es zu einem Gerangel gekommen. Dies bestreiten die beiden Basler.

Es sei zunächst in der Küche des Dealers, dem 29-jährigen Serben, um den Preis der Ware gegangen. Völlig unvermittelt seien die Luzerner dann auf die beiden Basler los gegangen. Nach mehreren Faustschlägen habe der damals 21-jährige Kosovare ein Küchenmesser ergriffen und habe auf den auf dem Rücken liegenden Serben eingestochen. Dabei habe er den Kopf, Oberkörper und die Arme getroffen.

«Wir hatten Glück, dass wir überlebten»

Auch der Kollege des Dealers, S., wurde laut Anklageschrift vom 21-jährigen Schweizer mit Fäusten geschlagen. Während des Gerangels wurde er später vom jungen Kosovaren ebenfalls in den Nacken, den Kopf und den Oberkörper gestochen, so die Staatsanwaltschaft. Die beiden Basler konnten sich dennoch aus der Situation befreien und über den Balkon aufs Garagendach flüchten. Von der Küche aus habe der junge Schweizer dann einen Stuhl auf den bereits schwer verletzten S.  geworfen, der dann auf den Dach liegen blieb. Dem Dealer gelang es dann, die Polizei zu verständigen. «Wir hatten Glück, dass wir überlebten», so S.

Den Beteiligten wird nun der Prozess gemacht

Heute standen sechs Beteiligte vor Gericht. Dem Dealer droht wegen des Drogenhandels eine Strafe von 28 Monaten Haft und der Landesverweis. Den beiden Haupttätern, dem Kosovaren und dem Schweizer, drohen je 8 Jahre und 3 Monate Haft, sowie der Landesverweis für den Kosovaren.  Dem Gehilfen, S., droht eine bedingte Haftstrafe von 7 Monaten. Die beiden Vermittler, die an der Eskalation in der Wohnung nicht beteiligt waren, müssen mit Strafen von 3 Jahren und 28 Monaten rechnen, sowie dem Landesverweis.

Das Urteil wird im verlauf dieser Woche verkündet. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

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