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Schweiz

Der zweite Wahlgang für den Ständerat im Ticker

Am Sonntag kommt es in diversen Schweizer Kantonen zum zweiten Wahlgang für den Ständerat. Die aktuellsten Resultate gibt es hier im Ticker.
Grüne-Präsidentin schafft Sprung in Ständerat nicht

Der Bisherige Hans Stöckli (SP) und der Neue Werner Salzmann (SVP) vertreten den Kanton Bern künftig im Ständerat. Bei der Stichwahl vom Sonntag hatten die Frauen das Nachsehen.

Regula Rytz (Grüne) musste sich mit dem dritten Rang bescheiden, Christa Markwalder (FDP) mit dem vierten. Beide bleiben damit im Nationalrat.

Die Stichwahl im Kanton Bern wurde zum Showdown der Machtblöcke. Das rotgrüne und das bürgerliche Lager schickten je ein Zweierticket ins Rennen und strebten so die ungeteilte Standesstimme an.

Gute Ausgangslage reichte nicht

Rotgrün machte sich Hoffnungen auf die Sensation, weil Stöckli und Rytz im ersten Umgang die ersten beiden Plätze belegt hatten. Die Bürgerlichen hofften auf die Stimmen der nicht mehr antretenden Mitte-Kandidatinnen und eine bessere Mobilisierung auf dem Land.

Das beste Resultat in der Stichwahl erzielte Hans Stöckli mit 157’750 Stimmen. Werner Salzmann brachte es auf 154’586 Stimmen. Regula Rytz holte 141’337 Stimmen und Christa Markwalder 115’163. Die Stimmbeteiligung betrug 44,4 Prozent, wie die Staatskanzlei am Sonntag mitteilte.

Salzmann und Stöckli im Kanton Bern voraus – Rytz mit Abstand

Im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen im Kanton Bern führen vor der Auszählung des letzten Wahlkreises die zwei männlichen Kandidaten. Werner Salzmann von der SVP liegt mit gut 100’000 Stimmen auf Rang 1, der bisherige Ständerat Hans Stöckli von der SP mit gut 80’000 auf Rang zwei.

Auf Rang drei folgt die Grüne Regula Rytz mit gegen 70’000 Stimmen, auf Rang 4 Christa Markwalder (FDP). Es dürfte für Rytz schwer sein, im tendenziell eher rot-grün stimmenden Wahlkreis Bern-Mittelland den Rückstand auf SVP-Kandidat Salzmann gut zu machen. Ein Doppelsieg von Rot-Grün rückt so in die Ferne.

Rytz dürfte es auch schwer haben, ihren rot-grünen Partner Hans Stöckli noch zu überholen. Im ersten Wahlgang der Ständeratswahlen vom 20. Oktober holte Rytz nur unwesentlich mehr Stimmen in «ihrem» Wahlkreis als der ehemalige Bieler Stadtpräsident Stöckli. Rytz wohnt in Bern.

Regula Rytz und Hans Stöckli. (Bild: Keystone)
CVP-Ständerat Filippo Lombardi abgewählt

Politisches Erdbeben im Tessin: Der langjährige CVP-Ständerat Filippo Lombardi (CVP) ist abgewählt, und die FDP verliert ihren Sitz in der kleinen Kammer. Neue Tessiner Ständeräte sind Marina Carobbio (SP) und Marco Chiesa (SVP).

Marco Chiesa schaffte die Wahl in den Ständerat mit 42’552 Stimmen. Marina Carobbio vereinte 36’469 Stimmen auf sich. Dahinter folgen der nicht wiedergewählte Lombardi mit 36’424 Stimmen und Giovanni Merlini von der FDP mit 33’278 Stimmen.

Erste Frau fürs Tessin im Stöckli

Merlini hätte den Ständeratssitz des zurückgetretenen Fabio Abate verteidigen sollen. Die Tessiner FDP hat nach dieser Niederlage zum ersten Mal in der Geschichte keinen Sitz mehr im Stöckli. Mit Marina Carobbio erobert erstmals eine Frau einen Ständeratssitz für das Tessin. Carobbio ist zurzeit Nationalratspräsidentin.

Marina Carobbio (SP) und der abgewählte Filippo Lombardi (CVP). (Bild: Keystone)
St. Galler SVP scheitert erneut

Im Kanton St. Gallen ist bei den Ständeratswahlen eine Überraschung ausgeblieben: Die Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) wurden im zweiten Wahlgang wiedergewählt. Die SVP scheiterte erneut mit Nationalrat Roland Rino Büchel.

Damit schickt der Kanton St. Gallen wie in den letzten beiden Legislaturen Paul Rechsteiner ins Stöckli. Für den SP-Kandidaten sind zweite Wahlgänge nichts Neues: Bereits bei seiner überraschenden Wahl 2011 und bei seiner Wiederwahl 2015 setzte er sich jeweils im zweiten Anlauf durch.

Kaum Sorgen um die Wiederwahl musste sich CVP-Regierungsrat Benedikt Würth machen. Erst im vergangenen Mai war er bei der Ersatzwahl für Karin Keller-Sutter (FDP) relativ problemlos in den Ständerat gewählt worden. Im ersten Wahlgang verpasste er das absolute Mehr nur um 501 Stimmen.

Im zweiten Wahlgang, bei dem nur noch drei Kandidaten antraten, erhielt Würth 77’893 Stimmen, gefolgt von Rechsteiner mit 62’750 Stimmen und Büchel mit 45’904 Stimmen. An Vereinzelte gingen 1349 Stimmen. Wahlbeteiligung lag bei 36,1 Prozent.

Roland Rino Büchel von der SVP verpasste die Wahl in den Ständerat. (Bild: Keystone)
Kanton Zug: Matthias Michel (FDP) verteidigt Ständeratssitz
Die Zuger FDP ist weiterhin im Bundesparlament vertreten. Ihr Kandidat Matthias Michel verteidigte im zweiten Wahlgang den Ständeratssitz des abtretenden Joachim Eder. Das Nachsehen hatten Heinz Tännler (SVP) und Tabea Zimmermann (ALG).

Alt Regierungsrat Michel holte bei der Stichwahl am Sonntag 17’206 Stimmen und lag damit klar vor seinem Hauptgegner, Finanzdirektor Tännler, für den 13’857 Zugerinnen und Zuger den Wahlzettel in die Urne legten. Kantonsrätin Tabea Zimmermann, die für die Alternative – die Grünen (ALG) noch einmal angetreten war, machte 6949 Stimmen.

Hegglin (CVP) im ersten Wahlgang erfolgreich

Die Wahlbeteiligung lag bei 50,5 Prozent. Bereits im ersten Wahlgang am 20. Oktober bestätigt worden war Ständerat Peter Hegglin von der CVP. Michel, der im ersten Wahlgang die zweitmeisten Stimmen geholt hatte, sorgte mit seinem Wahlsieg dafür, dass das seit 50 Jahren bestehende Ständeratsticket von CVP und FDP im Kanton Zug bestehen bleibt.

Die FDP im Wirtschaftskanton Zug hat allerdings nur noch einen Vertreter in Bundesbern, nachdem ihr bei den Nationalratswahlen die ALG den Sitz weggeschnappt hatte.

Peter Hegglin (CVP) schaffte die Wiederwahl. (Bild: Keystone)
Der neu gewählte Ständerat Matthias Michel (FDP) kann es kaum fassen. (Bild: Keystone)
Christian Imark (SVP) schafft den Sprung ins Stöckli nicht

Roberto Zanetti (SP) verteidigt seinen Solothurner Ständeratssitz im zweiten Wahlgang. Er distanziert seinen SVP-Herausforderer Christian Imark um rund 15’000 Stimmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der bisherige und wiedergewählte Ständerat Roberto Zanetti (SP, links) und sein gescheiterter Herausforderer Christian Imark (SVP). (Bild: Keystone)

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