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Der Telebasel News-Beitrag vom 16. November 2019.

Baselland

Streit um Salz in Muttenz dauert an

Die Salzreserven der Schweizer Salinen reichen nur noch bis 2025. Die Lösung: Salz-Abbau in Muttenz in der Rütihard. Davon sind aber nicht alle begeistert.

Bis im Jahr 2025 sollen die Salzreserven der Schweizer Salinen ausgegangen zu Neige gehen. Darum wurde nach einer Lösung gesucht und auch gefunden. Künftig soll im Muttenzer Erholungsgebiet Rütihard Salz abgebaut werden. Aus diesem Grund finden zur Zeit Sondierbohrungen statt, die zur Untersuchung des Gebiets dienen. Interessierte durften sich bei einer öffentlichen Führung ein Bild der Situation machen.

Vorsichtige Bohrungen

Erdschicht für Erdschicht wurde bis 127 Meter tief in den Boden gebohrt. Dabei muss besonders auf Rohre geachtet werden, damit keine Komplikationen mit dem Grundwasser auftreten. «Wir bohren dann weiter und zwar durch diese obere Sulfatzone bis in das Salzlager. Nach dem Erreichen dieses Salzlagers machen wir wieder mehrere Tage ausgiebige Messungen und Untersuchungen», so der Geologe der Schweizer Salinen, Gabor Fuchs, gegenüber Telebasel. Auf diese Weise wird erkundet, wo und wie das Salz auf die beste Weise gewonnen werden kann.

Geplant ist, dass bei der Salzgewinnung pro Salzfeld ein Jahr aufgebaut, zehn bis 20 Jahre geräuschlos Salz abgebaut und dann ein Jahr zurückgebaut wird. Nach fünf Jahren Pause, startet der Gewinnungsprozess jeweils wieder von vorne. Die verschiedenen Salzfelder würden auf der Rütihard verteilt platziert werden.

«Hier werden niemals wieder Kartoffeln wachsen»

Die Interessensgruppe «Rettet die Rütihard» ist nach wie vor nicht einverstanden. Sie finden, dass das nötige Salz auch importiert werden könnte. Durch einen Import würde die «Erhohlungsoase» nicht verändert werden. «Wir wollen, dass in der Rütihard alles so bleibt wie es ist», so eine Initiantin der Interessengruppe.

Zur öffentlichen Führung am Samstag beim Bohrloch kamen einige Mitglieder der IG. Darunter auch ein 75-jähriger Hundebesitzer, der tagtäglich mit seiner Hündin in diesem Wald spazieren geht. «Man wird laufend immer wieder erinnert, dass hier niemals wieder Kartoffeln wachsen werden, kein Korn und kein Gras – höchstens Unkraut.» Die IG-Initianten werden weiter um ihren grünen Platz in Muttenz kämpfen.

Ökologische Lösung

Anders sieht es der Salinenchef, Urs Hofmeier. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir in der Schweiz Salz haben. Wir können zeigen, dass es ökologisch sinnvoller ist, Salz an dem Ort, wo wir es verbrauchen, auch herzustellen und so keine aufwändigen und energieintensiven Transportwege zu benutzen», so Hofmeier. Ein Import eines Rohstoffs, der in der Schweiz in Massen verfügbar ist, mache keinen Sinn.

Auf der Website beteuern die Schweizer Salinen, dass mit ihrer Salzgewinnung Natur und Lebensräume geschützt und nicht gefährdet werden. Ein aktiver Dialog mit der Bevölkerung, wie auch mit der IG, sei den Salinen ein wichtiges Anliegen. Sie nähmen die Einwände der lokalen Bevölkerung ernst.

Diese Einwände werden künftig wohl nicht weniger werden und so ist der Streit ums Zalz in Muttenz wohl noch lange nicht vorbei.

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