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International

Herzog & de Meuron bauen in Berlin für 364 Millionen

Am Donnerstag genehmigte der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages 364 Millionen Franken für ein neues Projekt von Herzog & de Meuron.

Eine übergrosse Scheune oder ein prachtvolles Heim für die Schätze des 20. Jahrhunderts: Es ist ein weiteres, teures Bauobjekt in Deutschland, geplant vom Basler Architektenbüro Herzog & de Meuron. In Berlin soll ein neues Museum für moderne Kunst gebaut werden. Vergangenen Donnerstag genehmigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags das erhöhte Kostendach von 364 Millionen Euro.

Das Parlament musste nachbessern, denn das ursprüngliche Budget von 200 Millionen, das 2014 vom Deutschen Bundestag bewilligt wurde, reicht nicht aus. Die Stiftung Preussischer Kulturbesitz will einen Neubau. Momentan kann der Bestand der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts aufgrund mangelnden Platzes seit Jahrzehnten nie komplett ausgestellt werden. Mit dem Neubau soll mehr Ausstellungsfläche geschaffen werden. In Zahlen bedeutet das etwa 9’000 Quadratmeter.

Parlament fordert Kostenüberwachung

Das Ganze hat jedoch einen Haken – das Parlament bewilligte das Kostendach nur mit einer Auflage: Alle sechs Monate muss die deutsche Kulturministerin Monika Grütters über die Entwicklung des Projektes berichten. Zahlungen, Risiken und eventuelle Verzögerungen müssen in diesen Berichten dargelegt werden. Damit soll eine Kostenexplosion verhindert werden, wie es damals bei der Hamburger Elbphilharmonie passierte. Herzog & de Meuron planten und realisierten das Konzerthaus an der Elbe. Dieses wurde sieben Jahre später als geplant fertiggestellt und kostete fast 800 Millionen Euro. Geplant waren ursprünglich 77 Millionen.

Neues Zuhause für moderne Kunst

Ende Oktober 2016 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron. Jetzt, im November 2019, ist die Planungsphase des Entwurfs abgeschlossen. «Die Fassade wurde zu allen vier Seiten hin geöffnet und untergliedert. Dadurch werden Zugänge und Blickbezüge ins Innere geschaffen und das Museum verbindet sich mit dem umgebenden Stadtraum», schreibt die Stiftung Preussischer Kulturbesitz. 

Der erste Spatenstich ist noch in diesem Jahr geplant und bis 2026 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Das Eröffnungsdatum wurde bereits jetzt um fünf Jahre verschoben.

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