Featured Video Play Icon
Der Telebasel Talk mit Sibylle Berg am 14. November 2019.

Basel

Sibylle Berg: «Warum sollen nicht mal Frauen die Welt lenken?»

Am letzten Sonntag erhielt die Autorin Sibylle Berg in Basel den Schweizer Buchpreis. Ab Samstag spielt das Theater Basel ihre neue Komödie.

2019 ist aus europäischer Literatursicht ein Sibylle Berg-Jahr. Keine Autorin, kein Autor deutscher Zunge (abgesehen von der umstrittenen Nobelpreisverleihung an Peter Handke, aber da ging es nicht um Literatur) bewirkte so viel Wellengang.

Ihr neuer Roman «GRM. Brainfuck» (erschienen April 2019) verstörte oder begeisterte Publikum und Kritik und schob sich in die Bestseller-Listen. Von kolossaler Leistung war ebenso die Rede wie von rabiater Schwarzmalerei. Am letzten Sonntag erhielt Sibylle Berg dafür den Schweizer Buchpreis:

Bergs Komödie: «Voller Überspitzungen»

«Lucky punch» für das Theater Basel: nicht mal eine Woche nach der Verleihung feiert nämlich Sibylle Bergs neues Stück am Samstag Premiere und Uraufführung. Der ehemalige Intendant Andreas Beck hatte es in Auftrag gegeben. «In den Gärten oder Lysistrata Teil 2» sei eine Komödie und voller Überspitzungen, unterfüttert mit aktuellen Beobachtungen, sagt Sibylle Berg. Und sie fragt, was denn dagegen spräche, wenn nun mal die Frauen die Welt lenkten?

Der Kampf der Geschlechter

Das Theater Basel schreibt dazu: «Sex bedeutet Krieg. In Aristophanes’ «Lysistrata» brodelt parallel zum Krieg zwischen Sparta und Athen der Kampf der Geschlechter. Es ist ein von beiden Seiten militant geführter Kampf um Macht. Die Frauen quälen die Männer durch Enthaltsamkeit, um so den Frieden zu erzwingen.

Müde Männer

Der Kampf der Geschlechter tobt auch in Sibylle Bergs «Lysistrata». Doch das war damals, als Rückblende wird erzählt von der Zeit, als Männer noch Komplimente machen durften und Frauen aufsahen zu ihren «Erlösern».

Denn verunsichert durch die zunehmende Emanzipation der Frauen und müde von der Weltherrschaft, haben die Männer in einer Zeit des Umbruchs zum Streik aufgerufen: sexuelle Enthaltsamkeit als Rache für das Gefühl von Unterlegenheit».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*