Palästinensische Demonstranten schützen sich mit Gasmasken vor dem Tränengas der Israelischen Kräfte. (Bild: Keystone)

International

Gaza-Waffenruhe hält weitgehend

Nach dem jüngsten Gewaltausbruch zwischen Israel und radikalen Palästinensern hat eine Waffenruhe am Donnerstag zunächst gehalten – weitgehend.

Das israelische Militär erklärte, es seien zwei Raketen abgefangen worden. Angaben zu etwaigen Opfern lagen nicht vor. Unklar blieb, ob es zu einem längerer Waffenstillstand kommen wird: Der Islamische Dschihad und die israelische Regierung machten unterschiedliche Angaben zu den Bedingungen der Waffenruhe.

Die schwersten gegenseitigen Angriffe seit Monaten hatten am Dienstag begonnen, als die israelische Armee Bahaa Abu al-Ata, einen Befehlshaber des Islamischen Dschihads im Gazastreifen, tötete. Palästinenser-Gruppen feuerten daraufhin hunderte Raketen auf Israel ab. Nach Angaben der israelischen Armee waren es mehr als 450.

Israel reagierte mit Luftangriffen. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten im Gazastreifen 34 Palästinenser getötet, dutzende Israelis wurden bei dem Raketenbeschuss verletzt. Die im Gazastreifen regierende Hamas war an dem Gewaltausbruch offenbar nicht beteiligt.

Von Ägypten vermittelt

Die Waffenruhe war von Ägypten vermittelt worden. Einem Sprecher des vom Iran unterstützten Islamischen Dschihads zufolge stimmte Israel dabei der Forderung zu, die gezielte Tötung von Kämpfern und die Erschiessung von Demonstranten an der Grenze zum Gazastreifen einzustellen.

Dem widersprach allerdings der israelische Aussenminister Israel Katz. Israel habe seine Haltung nicht geändert, sagte er. Es werde weiter gezielte Tötungen geben. «Ruhe wird mit Ruhe beantwortet», sagte er im Armee-Radio. Israel werde jedoch nicht zögern, diejenigen anzugreifen, die versuchten, diese zu verletzen, ob vom Gazastreifen oder von einem anderen Ort aus.

Weiterer Dschihad-Kommandant getötet

In der Nacht noch hatten beide Seiten ihre gegenseitigen Raketenangriffe fortgesetzt. Die israelische Armee erklärte, bei einem Luftangriff in der im südlichen Teil des Gazastreifens gelegenen Stadt Deir Al-Balaa sei der ranghohe Dschihad-Kommandant Rasmi Abu Malhus getötet worden, der eine Raketeneinheit der Miliz geleitet habe.

Dem Gesundheitsministerium im Gazastreifen zufolge wurden bei dem Angriff acht Mitglieder der Familie getötet, darunter fünf Kinder und zwei Frauen. Angehörige von Abu Malhus bestritten, dass dieser Verbindungen zum Islamischen Dschihad gehabt habe.

Israels Armeesprecher Jonathan Conricus wies die Anschuldigungen zurück. Abu Malhus sei ein Kommandant der radikalislamischen Miliz gewesen und habe «wie viele andere die Strategie verfolgt, Munition und militärische Infrastruktur in seinem eigenen Haus zu verstecken». Israel habe bis zu 25 Mitglieder des militärischen Flügels getötet. Allerdings verfüge die Extremistengruppe weiterhin über Raketen, die bis Tel Aviv und Jerusalem reichten.

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