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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. November 2019

Region

Tramgleise sollen für Velofahrer ungefährlich werden

Velofahrer in Basel sind vor Tramgleisen gewarnt. An gewissen Orten ist das Sturzrisiko hoch. Das soll sich dank Gummi-Abdichtungen nun ändern.

Davor fürchtet sich wohl jeder Velofahrer im Raum Basel: Ein schmales Gässlein mitten im rollenden Verkehr. Links die Rille der Tramschiene – wie gemacht für die Breite des Velopneus. Nur wenige Zentimeter weiter rechts der Randstein.

Mit dem Velorad nicht in die Schiene zu geraten und dadurch das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen, ist ein regelrechter Balanceakt.

Gummiprofil in der Schienenrille

Die Basler Behörden wollen dieser Angst der Velofahrer nun vorbeugen. Der Kanton Basel-Stadt testet zusammen mit den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB), dem Verband Pro Velo und dem Verkehrs-Club Schweiz (VCS) ein fahrradfreundliches Gleissystem. Die Schienenrillen werden mit Gummi-Abdichtungen ausgefüllt, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement am Mittwoch mitteilt.

Das System funktioniert so, dass der Gummi bei der Überfahrt des Trams durch dessen hohes Gewicht zusammengedrückt wird und dieses somit durchfahren kann. Beim Velo hingegen ist das nicht der Fall, da es viel leichter ist. Velofahrer können also über die Schienenrille fahren, ohne dabei einzusinken und stecken zu bleiben.

40 Velofahrer testen die Gleise

Das Projekt wurde am Mittwoch den Medien vorgestellt. Momentan wird es in Füllinsdorf getestet. Die Gummi-Abdichtungen werden auf Herz und Nieren geprüft. Kälte, Nass, Schnee, Streusalz und «Räppli» – alles Belastungen, denen Schienen im Raum Basel ausgeliefert sind. Laut Sonja Körkel, Sprecherin der BVB, wird nichts ungetestet bleiben.

Damit die Gummi-Abdichtungen in den Schienen nicht voreilig eingesetzt werden, werden sie noch weiteren Tests unterzogen. Am Samstag werden 40 Velofahrer verschiedene Szenarien ausprobieren. Dabei werden erfahrene und auch unerfahrene Velofahrer bewerten, wie sie das neue Fahrgefühl empfinden. Auch geparkte Autos, Veloanhänger und Fussgängerstreifen werden berücksichtigt.

Projektdauer und Kosten

Eine Umsetzung ist frühstens im Sommer 2021 geplant. Beim Produkt handelt es sich landesweit um ein Pilotprojekt. Es gibt auf Bundesebene noch keine Zulassung. «Darum müssen wir diese Zulassung, zusammen mit dem Projekt, beim Bundesamt für Verkehr einreichen. Das ganze Plangenehmigungs-Verfahren dauert mindestens ein Jahr», so Adrienne Hungerbühler, Projektleiterin BS.

Die Kalkulation der Kosten kann noch nicht aufgestellt werden. Laut Hungerbühler wird ein Meter garantiert teurer als der aktuelle Wert. Wie hoch der Preis für die komplette Umsetzung und den Unterhalt sein wird, ist Gegenstand der laufenden Tests.

4 Kommentare

  1. Wieso wird für die rücksichtslosen Veloraserrouwdis immer alles gemacht, erlaubt und durchgelassen????
    Sie halten sich an keine Regeln und Gesetze??? Ich verstehs nicht.
    Schade gibts noch kein fliegendes Trämmli, so hätte es keine Schienen, welche für teures Geld für die ach so armen Velofahrer gefüllt werden müssenReport

  2. Die Verkehrsteilnehmer, welche nichts an den Unterhalt der Strasse bezahlen, werden bevorzugt behandelt.

    Da könnte man auch mehr Dohlendeckel mit Teerbeschichtung statt nur Metall anschaffen, würde das Risiko für die Roller- (sowie nebenbei Velo-) Fahrer deutlich reduzieren. Rollerfahrer bezahlen eine Strassenverkehrsabgabe, Velos sind Raubritter 😉Report

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