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Roland Heri äussert sich in FCB Total zum Cyber-Angriff gegen den FCB. (Video: Telebasel)

Basel

«Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen»

Der FC Basel wurde vergangene Woche Opfer eines Cyber-Angriffs. Die Hacker forderten von Rotblau Lösegeld gegen Freigabe der Daten.

Während es dem FC Basel auf dem Rasen ausgezeichnet läuft, war der Verein neben dem Feld für knapp eine Woche im Ausnahmezustand. Ein Hacker-Angriff legte die gesamte digitale Infrastruktur des FCB lahm. Ticketing, Fanshops und Geschäftsstelle mussten geschlossen werden. «Es war eine wilde Woche», bestätigt FCB-CEO Roland Heri.

Rotblau wurde mit Cyber-Angriff erpresst

Roland Heri erfuhr am Freitagabend von seiner IT-Abteilung «von Unregelmässigkeiten im System». Man entschied, die Systeme vom Netz zu nehmen. Also gegen aussen zu trennen. Erst am Samstag konnte der FCB das Ausmass des Cyber-Angriffs feststellen.

Die Daten des FCB wurden von den Hackern verschlüsselt. Der Cyber-Angriff hatte nur ein Ziel: Lösegeld. «Man hat uns angeboten – gegen Geldzahlungen – diese wieder zu entschlüsseln. Gott sei Dank konnten wir das Problem selber lösen», so Roland Heri. Über ein Backup konnte das System wieder aufgebaut werden. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», so Heri weiter.

Zeitpunkt der Attacke entscheidend

Erpressung – so das rechtliche Verdikt der Sachlage. «Automatisch wurde die Polizei eingeschaltet. Ich kann darauf nicht zu detailliert eingehen, weil es laufende Ermittlungen sind. Tatsache ist, dass wir angegriffen wurden», so der FCB-CEO.

Zudem war der Zeitpunkt des Angriffs entscheidend. Oder eben von den Angreifern spezifisch ausgewählt. «Das kam zum dümmsten Moment. Wäre das in vier Wochen passiert, wäre das gar nicht mehr möglich gewesen. Da die neuen Lösungen alle Cloud-basiert sind», so der FCB-CEO weiter. Die neuen Systemlandschaften waren nämlich nicht betroffen vom Cyber-Angriff.

Keinen Einfluss auf die Spieler

Sich überhaupt gegen einen Cyber-Angriff verteidigen zu können, ist schwierig. «Einen hundertprozentigen Schutz gibt es tatsächlich nicht. Nur, wenn man um 18 Uhr jeden Tag ein Backup auf Magnetbänder – wie früher – überspielt und diese im Tresor einlagert über Nacht», so Roland Heri.

Daten wurden jedoch keine gestohlen versichert FCB-CEO Roland Heri. Zudem gelang es dem FC Basel die Unruhe neben dem Platz nicht auf die Mannschaft und das Sportliche heranzulassen. «Die Spieler haben ihren normalen Tagesbetrieb. Ich glaube kaum, dass die das interessiert hat», meint FCB-Legende Erni Maissen. Das hat das Team mit den Resultaten gegen Getafe und Lugano so auch bestätigt.

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