«Modern erzählt» soll das Drama die «wahre Sisi» zeigen. (Foto: Story House Media Group)

International

Kaiserin «Sisi» feiert ein Comeback

Im goldenen Zeitalter des Fernsehens kehrt eine der schillernsten Figuren zurück auf die Bildschirme. «Sisi» soll Kaiserin Elisabeth in neuem Licht zeigen.

Sie zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Legenden umranken ihr Leben und Leiden und spätestens mit der Fünfzigerjahre-Film-Trilogie «Sissi» brannte sie sich ins Gedächtnis von Millionen von Menschen. Nun kriegt Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn ein weiteres Gesicht.

Die deutsche Produktionsfirma Story House Pictures kündigt am Dienstag ihr nächstes grosses Projekt an: In Koproduktion mit der österreichischen Satel Film entsteht die sechsteilige Dramaserie «Sisi». Für die Bücher verantwortlich zeichnen Dorothee Schön und Sabine Thor Widemann («Charité»). Die Produzenten sind Andreas Gutzeit (Story House) und Heinrich Ambrosch (Satel Film).

Der Senderpartner in Deutschland stehe schon seit dem vergangenen Sommer fest. Welcher das ist, geben die Produzenten noch nicht Preis. Produktionsbeginn soll bereits im Jahr 2020 sein.

Dramatisches Leben

Das Projekt soll das «wahre Antlitz» der Kaiserin zeigen. Dem Zuckerguss der Fünfzigerjahre-Filme stehe «das komplexe, moderne Leben einer Frau gegenüber, die zahlreiche Schicksalsschläge erlitt, sich aber in ihrer Unabhängigkeit immer treu blieb», wie die Verantwortlichen mitteilen..

«Sisi» soll das aussergewöhnliche Leben der Kaiserin erzählen, das einem einzigen Drama glich: Zwei Kinder verliert Sisi unter unglücklichen Umständen, sie sucht Liebe, findet sie aber nur kurz. Einsam am kaiserlichen Hof, der für Sisi mehr und mehr zum Kerker wird, entflieht sie, auch wenn sie damit ihre Familie zerstört.

Zu ihrer Zeit als «schönste Frau Europas» bekannt, ist Sisi aber vor allem eine gebildete und moderne Frau, die mit ihrer Star-Power beherzt Politik macht und bereits ahnt, dass sich Europa nur wenig später selbst zu Grunde richten wird.

Moderne Erzählstruktur

Das Autorinnenduo Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann erzählt Sisis Leben als emotionales, konfliktreiches Drama, das die Kaiserin als die komplexe Figur zeichnen soll, die sie war: Tochter, Schwester, Frau, Geliebte, Mutter, Freundin und Feindin. Schön und Thor-Wiedemann haben eine moderne Erzählstruktur gefunden, die weit über eine rein chronologische Darstellung von Sisis Leben hinausgeht.

«Sie ist eine gleichermassen empfindsame wie widerständige Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und sich mit Fragen auseinandersetzt, die für Frauen von heute genauso relevant sind wie für Sisi vor 150 Jahren», so Sabine Thor-Wiedemann.

Sechs Episoden geplant

Dorothee Schön meint: «Wir zeigen Sisi, wie sie der Zuschauer bisher noch nicht kennengelernt hat. Eine Kaiserin, die das Ende der Monarchie fürchtet und gleichzeitig herbeisehnt.»

In sechs Episoden à 45 Minuten wird aus der jugendlichen Sisi jene Kaiserin Elisabeth, die unter widrigsten Umständen ein ausergewöhnliches Leben lebt: ihr Eigenes. «Selbstbewusst, frei, unabhängig – und bereit, den Preis dafür zu zahlen», so die Ankündigung

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*