In dem Ort Teil westlich von Montélimar im Rhône-Tal wurden Hunderte Häuser beschädigt. (Bild: Twitter)

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Verletzte und beschädigte Häuser nach Erdbeben in Südfrankreich

Die Erde bebte den Behörden zufolge gegen 11:52 Uhr. Vier Menschen wurden verletzt. Zur Sicherheit wurden drei Reaktoren eines Atomkraftwerkes heruntergefahren.

Das berichteten die Präfekturen der Départements Ardèche und Drôme am Montag via Twitter. Drei Reaktoren eines Atomkraftwerkes wurden vorübergehend heruntergefahren.

In dem Ort Teil westlich von Montélimar im Rhône-Tal wurden Hunderte Häuser beschädigt, wie der Radionachrichtensender Franceinfo unter Berufung auf den Bürgermeister berichtete.

Das Beben mit Epizentrum in der Nähe von Montélimar habe rund zehn Sekunden gedauert, berichteten Franceinfo und andere Medien. Der amerikanischen Erdbebenwarte USGS zufolge, deren Daten als weltweit verlässlich gelten, hatte es eine Stärke von 4,8. Der Erdbebendienst der ETH Zürich gab eine Stärke von 5,3 an.

Leer stehendes Gebäude eingestürzt

Das Beben war vor allem in der Umgebung von Montélimar zu spüren, aber auch in den Grossstädten Montpellier und Lyon. Im Département Ardèche stürzte ein leer stehendes Gebäude ein.

In der Stadt Montélimar, die in der Nähe des Zentrums des Erdbebens liegt, verletzte sich ein Mensch beim Einsturz eines Gerüstes so schwer, dass er ins Spital musste, wie die Präfektur des Départements Drôme mitteilte. Das benachbarte Département Ardèche meldete drei Leichtverletzte in Folge von Panikattacken.

«Es hat fünf Sekunden gedauert, alles um mich herum hat gewackelt», berichtete Kevin Cuer aus Montélimar. «Die Möbel, die Wände, wie wenn ein Flugzeug aus 800 Metern abstürzt oder wie eine grosse Explosion.» Didier Lévy, der in einem Schloss aus dem 15. Jahrhundert wohnt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei ihm zu Hause hätten noch Minuten nach dem Beben die «Kronleuchter gewackelt».

Keine Beschädigungen bei Atomkraftwerk Tricastin

Der Energiekonzern EDF teilte am Abend mit, dass drei Reaktoren des Atomkraftwerks Cruas-Meysse rund zehn Kilometer nördlich von Montélimar vorübergehend für Kontrollen heruntergefahren werden. Es habe keine Beschädigungen gegeben, doch es seien Vibrationen gemessen worden. Wie lange die Kontrollen dauern werden, blieb offen. Die anderen Atomkraftwerke in der Region würden weiterlaufen.

Beim Atomkraftwerk Tricastin rund 30 Kilometer südlich von Montélimar habe es keine Beschädigungen gegeben, berichtete die Präfektur des Départements Drôme. Ein Mensch sei in Montélimar von einem herabgefallenen Gerüst schwer verletzt worden. Drei weitere Menschen erlitten im westlich gelegenen Verwaltungsbezirk Ardèche leichte Verletzungen.

Kirchtürme drohten einzustürzen

Bewohner wurden in Teil aufgefordert, zunächst ausserhalb ihrer Wohngebäude zu bleiben. Der Bürgermeister Olivier Pévérelli sagte Franceinfo, die Türme von zwei Kirchen drohten zusammenzustürzen. Drei Sporthallen seien für Bewohner geöffnet worden. «Wir hatten den Eindruck, dass es im Garten eine Explosion gab(…)», sagte eine Augenzeugin aus Teil dem Sender.

Die Erde bebte den Behörden zufolge gegen 11.52 Uhr MEZ, Medien hatten zuvor von 11.51 Uhr gesprochen. Das Beben sei im Tal des grossen Flusses Rhône zu spüren gewesen. Er mündet westlich von Marseille im Mittelmeer.

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