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Der Telebasel News-Beitrag vom 11. November 2019.

Basel

Immer Ärger mit der Elisabethenkirche

Die Glocken sind verstummt, die Aussichtsplattform verwaist: Die Elisabethenkirche muss saniert werden, doch niemand will zahlen.

In einem Punkt sind sich alle einig: Die Arbeit der «Offenen Kirche Elisabethen» ist beliebt und wird geschätzt. Doch die Elisabethenkirche, also das Gebäude selbst, droht zu zerfallen.

Der 70 Meter hohe Turm ist für Besucher gesperrt und die Glocken des neugotischen Baus dürfen nicht mehr geläutet werden, da durch die Vibration Teile abzubrechen drohen. Netze sichern den Turm, damit keine Gefahr für Passanten besteht.

Rekordbauzeit mit Kinderkrankheiten

Am 6. Juni 1864 wird die Elisabethenkirche mit einem Gottesdienst eröffnet. Der Stifter der Elisabethenkirche, Christoph Merian, erlebte die Fertigstellung seiner Kirche nicht. Er verstarb 1858, wurde aber, wie seine Frau Margaretha Merian-Burckhardt, in der Elisabethenkirche begraben.

In nur sieben Jahre Bauzeit wurde der erste Kirchenbau seit der Reformation in Basel fertiggestellt. Neue Techniken, wie zum Beispiel der Einsatz von Stahlträgern ermöglichte es den Baumeistern, schneller und günstiger zu bauen.

Bereits wenige Jahren nach der Fertigstellung der Kirche zeigte sich aber, dass der verwendete Sandstein brüchiger ist, als beispielsweise jener im Münster.

Ende der 1960er Jahre entbrannte eine Debatte, ob die Elisabethenkirche abgerissen werden soll. Durch den Neubau des Theaters 1975 erhielt das Gotteshaus eine neue Nachbarschaft und die Diskussionen um den Abriss flammten wieder auf.

Anwohner setzten sich jedoch erfolgreich für den Erhalt der Kirche ein. Zwischen 1990 und 1994 wurde die Elisabethenkirche grundsaniert. Seit der Wiedereröffnung 1994 ist der ökumenische Verein «Offene Kirche Elisabethen» für die Nutzung zuständig.

Steigende Kosten

Je länger mit der Sanierung gewartet wird, um so höher steigen die Kosten. «Von Jahr zu Jahr wird das mehr, und zwar nicht einfach leicht mehr, sondern exponentiell mehr» gibt Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (ERK) und Münsterpfarrer, zu Protokoll.

Die benötigten 13–14 Millionen Franken übersteigen die Mittel der Kirche, laut Kundert. Die ERK wolle ihre finanziellen Mittel lieber in die Seelsorge stecken. Zudem wurde in 25 bis 30 Jahren bereits wieder die nächste Grundsanierung anstehen.

Elisabethenkirche ist Teil des Stadtbilds

Grossrätin Catherine Alioth will sich auf politischem Weg für den Erhalt der Elisabethenkirche einsetzen: «Mit der Interpellation will ich erreichen, dass die verschiedenen Parteien, sprich die reformierte Kirche, der Kanton und die Christoph Merian Stiftung zusammensitzen und eine Lösung finden». Sie sieht auch die Stadt in der Pflicht: «Die Stadt hat die Elisabethenkirche unter Denkmalschutz gestellt, von dem her ist sie schon auch in der Pflicht, und ich meine, die Elisabethenkirche ist ein Teil unseres Stadtbilds».

Grossratsdebatte am Mittwoch

Am Mittwoch debattiert der Grosse Rat über die Motion von Catherine Alioth und darüber, wie es weitergehen soll mit der Elisabethenkirche.

2 Kommentare

  1. Würden die Kirchen- verantwortlichen tun was die Bürger sagen und wollen, es würde praktisch keine Kirchenaustritte geben und damit hätte die Kirche allgemein wieder mehr Geld zur verfügung. Abgewiesene Asylbewerber beherbergen ist keine Lösung. Auch die Kirche hat sich dem Gesetz zu unter ziehen. Ich habe diesen Verein schon lange verlassen.Report

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