Die weisse Biberratte Nutria stammt ursprünglich aus Südamerika. (Archivbild: Keystone)
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Weisse Biberratte Nutria vermehrt sich unkontrolliert

Weil sie angeblich einheimische Tierarten verdrängten, geht es den Albino-Nutrias an den Kragen. Gut 20 Tiere wurden bereits geschossen.

Die bis zu 60 Zentimeter grossen und fünf bis neun Kilo schweren Biberratten werden immer öfter an den Ufern der jurassischen Vendline gesichtet, so berichtet 20 Minuten. Die harmlos aussehenden Tierchen haben in der hiesigen Wildbahn keine Feinde und vermehren sich daher unkontrolliert.

Wie Biberexperte Christof Angst gegenüber der Zeitung sagte, seien die Nutrias bereits in der Deutschschweiz angekommen: «Sie kommen aus dem Elsass und Baden-Württemberg über Basel und den Rhein, ebenso über die Rhône bei Genf und den Po hoch in den Kanton Tessin».

Nutrias sind eigentlich braun. Die weisse Fellfarbe der Nager ist der Pelztierzucht geschuldet.

Schäden durch Tunnelgrabungen

Die Buddel-Lust der Nagetiere ist es, was den Behörden Sorge bereitet. Biologe Philippe Bassin erklärt gegenüber «24heures», dass Nutrias vor allem durch das Graben von Tunneln enorme Schäden anrichten würden. Als Leiter der Fondation des Marais de Damphreux, die über sieben künstliche Teiche verfügt, kenne er solche Tunnel aus Erde und Lehm bereits.

Im letzten Jahr griff das Umweltamt (ENV) ein und begann den Nutria-Bestand zu «regulieren»: «Ungefähr zwanzig weisse Biberratten wurden gemäss Statistik 2018 in der gesamten Schweiz geschossen», erklärt Amaury Boillat, Faunai-Inspektor beim ENV, dem «Quotidien Jurassien».

«Nutrias brechen sich die Zähne ab»

Biologe Philippe Bassin begrüsst den Regulierungs-Plan. Zudem möchte er zum Schutz seiner Teiche an den Staumauern einen Graben ausheben und diesen mit Beton befüllen. «Nutrias und Bisamratten brechen sich dabei ihre Zähne ab», wird Bassin zitiert.

Der Fauna-Inspektor des Umweltamtes Amaury Boillat beschwichtigt jedoch: «Im Moment sind die Winter in der Schweiz noch zu kalt und zu schneereich, als dass die Tiere sich hier permanent niederlassen könnten». Ob sich das mit der Klimaerwärmung ändern könnte?

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