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Der Telebasel News-Beitrag vom 9. November 2019.

Basel

Sibylle Berg begeistert Publikum an BuchBasel

Der neue Roman «GRM – Brainfuck» von Sibylle Berg erzählt von vier Jugendlichen, die sich gegen einen totalitären Überwachungsstaat auflehnen.

Sibylle Bergs neuer Roman «GRM – Brainfuck» erzählt von vier Jugendlichen, die nichts anderes kennen als die Realität eines gescheiterten Staates und im vom Neoliberalismus geprägten Rochdale (UK) aufgewachsen sind. Vier Jugendliche, die von ihren Eltern längst aufgegeben wurden und ihr Essen von privaten Hilfswerken erhalten. Kleiner Lichtblick in dem sonst tristen Alltag ist Grime, kurz GRM.

Als die Vier zu Hause keine Hoffnung mehr haben, machen sie sich auf den Weg nach London. Jeder, der sich einen Registrierungschip einpflanzen lässt, erhält ein wunderbares Grundeinkommen, gibt dafür aber seine Freiheiten auf und lebt in einer Überwachungsdiktatur. Die vier Jugendlichen lehnen sich gegen dieses System auf und starten ihre eigene Revolution.

Sibylle Berg für Schweizer Buchpreis nominiert

Mit diesem Roman wurde die Bestsellerautorin für den Schweizer Buchpreis nominiert. Obwohl Sibylle Berg sich eine eher kleine Chance errechnet, den beliebten Preis zu gewinnen, schwärmt sie in den höchsten Töne von ihrer neuen Heimat. «Ich fühle mich in der Schweiz immer sehr angenommen – viel mehr, als das in Deutschland der Fall war. Das gibt mir das Recht, dass ich mich hier zuhause fühle», sagte Sibylle Berg im Telebasel Interview.

Ein Zuhause, das sich ihrer Meinung nach aber auch in eine weniger solidarisierte Richtung entwickelt: «Ich habe über die letzten Jahre schon beobachtet, dass mehr und mehr die Schraube angezogen wird. Also, dass die Sozialhilfe gekürzt wird, dass die Wohnungen immer teurer werden, dass viele aus den Städten verdrängt werden. Und sagen wir so: Das es hier auch so gepuffert und langsam ankommt, das entsolidarisierte Lebensgefühl»,

Kritiker werfen Berg Zynismus vor

Einige Kritiker werfen der Autorin vor, einen zynischen und sehr wütenden Roman verfasst zu haben. Dies sieht Sibylle Berg anders. «Es ist einfach die Untersuchung, was passiert mit den Menschen in Europa, die für die Wertschöpfungskette nicht mehr von Interesse sind. Es ist einfach ein bisschen auf das hingeschaut, was wir gerne ausblenden, weil wir glauben, uns erwischt es nicht, wenn wir nicht wissen, in welcher Armut Menschen auch in reichen Ländern leben», so Sibylle Berg.

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