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-minu präsentiert seinen ersten Roman «Die Rosa Seekuh». (Bild: Telebasel)

Basel

-minu über seine Familie: «Sex gab’s genug…»

«...aber die Herzen lagen auf Eis». In seinem ersten Roman «Die Rosa Seekuh» schreibt sich -minu den familiären Jammer von der Seele.

Unser aller -minu! Wissen wir nicht schon alles über Basels bekanntesten Kolumnisten? Er schreibt ja viel Persönliches über sich in Zeitungen und Zeitschriften. Seine Kolumnen breiten seit Jahrzehnten offen Kindheitserlebnisse aus, etwa den Dauerstreit in seiner Familie.

Dass sein Vater Trämler war und dessen Frau aus besserem Haus. Sein Schwulsein und seine Partnerschaft mit «Innocent». Auch, dass er mit 19 Pot rauchte. Letztes Jahr outete -minu sich als HIV-positiv.

Börsenberichte und Nebenfrauen

Aber so richtig offen – in einem Bogen, dass man lesend Bezüge schaffen kann – erzählt er uns erstmals, was damals Sache war im Hause Hammel. Dass die Mutter lieber Börsenberichte las, als sich mit ihm abzugeben. Dass sein Vater sich reihenweise mit anderen Frauen vergnügte («Don Juan war ein Tiefkühl-Hecht neben ihm»).

-minu hatte Vaters «Nebenfrauen» jeweils mit «Tante» anzusprechen. Sein Resümee auf Seite 24: «Sex gab’s genug. Aber die Herzen lagen auf Eis. Die Kembserweg-Omi taute mich immer wieder auf».

Pointenfunken à gogo

Natürlich, -minu wollte uns auf seine reifen Tage nicht plötzlich sentimental seinen Seelenschmetter um die Ohren hauen. Auch als Roman-Debutant gibt er wie immer den Spassmacher, schlägt Pointenfunken à gogo, schreibt -minumässig schrill in GROSSBUCHSTABEN.

Und wie immer ist er auch der diskrete Autor, der nicht nur Prominente mit Pseudonymen vor dem Blick der Öffentlichkeit schützt – auch wenn uns deren Identität schon nach der ersten Zeile klar ist. Oder wer ist wohl «Alf», die «Dragqueen», der «Lieferant von Bonmots, Tratsch und vieler Basler Fasnachtspointen», der stadtbekannte «Paradiesvogel der Stadt»? Nein, nicht -minu selber sondern ein Couturier.

«Alles zusammengelogen»

Wie steht es nun mit der Wahrheit im Roman «Die rosa Seekuh»? Ist -minu der verborgen traurige Clown, der die Leute zum Lachen bringen will?

Im Vorwort lässt er bewusst alles offen und schreibt, «Die rosa Seekuh» sei ein Roman. Anders gesagt: alles zusammengelogen. Erfunden. Spintisiert. Fiktionales Schreiben eben, aber «Natürlich hat es autobiografische Momente. Das dann schon. Aber ob Hirngespinste oder Realität – das sollte den Leser gar nicht interessieren. Er soll einfach eintauchen – in ein Leben, das rosig begann. Aber nicht immer nur rosa war».

Das Buch:
-minu
«Die rosa Seekuh»
Rheinhardt Verlag
 978-3-7245-2361-1
(erscheint im November 2019)

Ist das ein charmanter Rückzieher? Und woher kommt der Begriff «Seekuh»? -minu erklärt es im Telebasel Talk vom Donnerstag, 7. November um 18:40 Uhr und ab 19:10 Uhr in der stündlichen Wiederholung.

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