Fanshop ausser Betrieb. Eine Cyber-Attacke legt die Online-Kanäle des FC Basel lahm. (Bild: Screenshot FCB-Shop)

Basel

«Geile IT – offen wie die Verteidigung»

Keine Tickets, keine Schals: Ein Cyber-Angriff stellt den FCB vor Probleme. Am Dienstagabend sollen die Online-Kanäle des Clubs jedoch wieder funktionieren.

Der FC Basel ist Opfer eines Cyber-Angriffs. Wie der Verein auf seiner Webseite mitteilt, kämpft er aktuell mit einem Verschlüsselungstrojaner. Dieser zwang den Club, die Systemumgebung nach aussen zu trennen. Dies hat zur Folge, dass das Ticketing und der Online-Fanshop derzeit nicht funktionieren.

Bereits beim Spiel gegen den Neuchâtel Xamax am Sonntag konnten die Fans ihre Tickets nur bar bezahlen. Diese waren zudem von Hand beschriftet. Der Fanshop beim St. Jakob-Park sowie der FCB-Stadtlaade bleiben bis auf weiteres geschlossen.

FC Basel-CEO Roland Heri zeigt sich auf Anfrage von Telebasel zuversichtlich, dass das Problem noch am Dienstag wieder behoben werden kann. «Nach eingehender Analyse sowie kompletter Überprüfung der Systeme und Systemdaten wird der FCB in Kürze in der Lage sein, seine IT-Systeme intern und extern wieder zu nutzen», teilt der Verein weiter mit.

Notfallplan-B steht für Getafe bereit

Ticket-Buchungen für das Spiel in der UEFA Europa League gegen den Getafe CF vom Donnerstag sollten demnächst wieder möglich sein, heisst es seitens des Vereins. Ein genauer Zeitpunkt für die Freigabe des Online-Ticketing ist noch nicht bekannt. Anschliessend wird auch der Verkauf von Fanartikeln wieder möglich sein.

«Der Match vom Donnerstag findet normal statt», so Roland Heri. «Sollten alle Stricke reissen, haben wir einen Plan B bereit. Wir werden den Match zusammen im Joggeli erleben.»

Kein Daten-Diebstahl

Wie gross der entstandene Schaden ist, kann Heri noch nicht sagen. Aber ein Datenraub könne ausgeschlossen werden: «Was wir zum jetzigen Zeitpunkt mit Sicherheit sagen können, ist, dass keine Daten abgezogen wurden», erläutert der CEO.

Bemerkt wurde der Cyber-Angriff am Freitagabend. Der Virus hatte Daten verschlüsselt und unbrauchbar gemacht. Als Vorsichtsmassnahme hat der Verein entschieden, sämtliche Systeme runter zu fahren. «Die Daten konnten grösstenteils wieder hergestellt werden», kommentiert Roland Heri. Der Vorfall werde gemeinsam mit einer externen Firma aufgearbeitet. «Wichtig ist: Der FCB schützt seine Daten sauber», fügt Heri an.

Besorgnis und Lacher bei Fans

In einer Mitteilung bedankt sich der FC Basel für das Verständnis der Fans. Dies «insbesondere bei den Matchbesucherinnen und Matchbesuchern vom vergangenen Sonntag, welche wie in alten Zeiten von Hand ausgefüllte Tickets ohne fixe Platzzuteilung entgegennehmen und diese bar bezahlen mussten».

Für Verwirrung sorgte zudem eine falsche Angabe von verkauften Fan-Tickets an der Pressekonferenz vom Freitag. «Das war das Ergebnis einer hektischen Situation», erläutert Heri. «Tatsächlich wurden rund 21’000 Tickets gegen Xamax verkauft.»

Die Fans nehmen die Hacker-Attacken auf den FC Basel mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis, wie ein Blick auf die Social Media-Kanäle des Clubs zeigt. So schreibt etwa ein offensichtlich schockierter Fan besorgt: «Wie können wir für Donnerstag nun Billets besorgen?». Andere nehmen das Ganze – vielleicht auch, weil der Verein sich betreffend Problembehebung zuversichtlich zeigt – mit Humor. Ein Fan kommentiert beispielsweise: «Geile IT. Offen wie die Verteidigung».

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