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Der Telebasel Talk vom 5. November 2019 mit Özen Aytaç.

Basel

«Diese hetzende Berichterstattung ist schrecklich»

Auch wenn nichts passierte: Die pro-kurdische Demo vom Samstag wird immer noch heftig diskutiert. Auch unter den Basler Kurden. Ihr Vorwurf: mediale Hetze.

Für Basler SVP- und LDP-Politiker war die Sache klar: Die Demo am Samstag darf nicht stattfinden, sagten sie letzte Woche diversen Medien. Wegen der Herbstmesse. Wegen der vielen Leute in der Stadt. Dem «Geschäft» der Geschäfte und Beizen.

Und wegen der Ankündigungen von Linksaussen-Gruppierungen, «Aktionen» und «Angriffe» durchführen zu wollen. Mutmassliche Linksextremisten hatten sich den Kurden-Demos der vergangenen Wochen untergemischt und – so der Verdacht – eine Handvoll Sachbeschädigungen begangen.

Die Polizei wählte die schwierige Variante

In der Tat hat die Basler Polizei mit ihrer Demo-Bewilligung die schwierige Variante gewählt. Nicht die einfache. Ein Nein hätte man leicht mit Sicherheitsaspekten begründen können. Aber wie das Ja rechtfertigen? Warum überhaupt mit einer Bewilligung erst aufkommen lassen, was Polizisten in Vollmontur notfalls ja einfach wegräumen könnten? War das nicht der Grundgedanke der Bewilligungsablehner?

Ein Medien-Kommentator ereiferte sich darüber, dass die Demo das bürgerliche Familienvergnügen am Samstag Nachmittag vermassle: «Putschauti» und «Magebrot» gegen Krieg und Vertreibung in Rojava? Kann man mehr Distanz zwischen «wir» und «die» aufreissen?

Scanner-Blick und mediale Rampe

Nicht auszudenken, welcher Sturm über den Spiegelhof gezogen wäre, wäre auch nur ein Mässmogge-Stand demoliert worden. Die Basler Medien berichteten mit Live-Ticker, gespitztem Stift und Scanner-Blick über die Demo.

Zuvor hatten sie mit täglichen Berichten eine mediale «Rampe» auf das angebliche Grossereignis am Samstag gebaut. Das am Ende eine eher kleine Demo war. An der dann auch «nichts» passierte. Aber für einige Kommentatoren in den sozialen Medien war schon der Trämli-Stau zuviel.

«In Basel wurde gegen die Demo gehetzt»

Genau diese Art der Debatte, insbesondere die Berichterstattung der Medien, stösst manchen Kurden sauer auf. Die Demo-Mitorganisatorin Özen Aytaç vom kurdischen Verein spricht von einer «schrecklichen Hetze», wie sie in keiner anderen Schweizer Stadt stattgefunden habe.

Andernorts habe sich sogar die SVP mit den Anliegen der Kurden solidarisch erklärt. «Wo bitte war auch mal vom Inhalt unserer Kundgebung die Rede? Uns geht es nämlich um den Krieg in Nordsyrien», sagte Özen Aytaç im Vorgespräch zum Telebasel Talk. Und schliesslich seien die Kurdinnen und Kurden keine Fremdkörper in der Stadt, sondern Teil der Gemeinschaft.

Özen Aytaç spricht im Telebasel Talk über die Demo und ihre Ziele, die Medienberichterstattung, über die Bewilligung und die Kritik an der Demo.

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