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Der Telebasel News Beitrag vom 2. November 2019

Basel

Pro-kurdische Demo zieht durch die Innenstadt

Heute Samstag führt eine grosse pro-kurdische Demo durch die Innenstadt an der Herbstmesse vorbei. Bleiben Sie im Ticker auf dem Laufenden.
Bilanz einer friedlichen Demo

An der Kundgebung in der Basler Innenstadt haben am Samstag rund 2’000 Menschen gegen die Kriegshandlungen in den Kurdengebieten im nördlichen Syrien demonstriert. Die Kundgebung war bewilligt, was Politiker aus dem rechten Spektrum im Vorfeld scharf kritisiert hatten.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten, darunter viele Kurden, aber auch Schweizer, besammelten sich um 13 Uhr bei Nieselregen auf dem Theaterplatz. Anfänglich waren es rund 300 Teilnehmende.

Der Demonstrationszug bewegte sich dann mit rasch anwachsender Teilnehmerzahl mitten durch die Basler Innenstadt, über die Mittlere Brücke ins Kleinbasel bis zu einem Kulturzentrum an der Horburgstrasse. Die Kundgebung endete um 15 Uhr.

Keine Sachbeschädigungen 

Die Kundgebung verlief friedlich, Sachbeschädigungen wurden von der Polizei im ersten Anlauf keine registriert, wie Polizeisprecher Toprak Yerguz am Rand des Demonstrationszugs sagte. Ausser ein paar Feuerwerkskörper, die in der Klybeckstrasse im Kleinbasel gezündet wurden, blieb alles ruhig. Weil auch linksalternative Kreise zur Teilnahme aufgerufen hatten, waren im Vorfeld Befürchtungen laut geworden, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte.

Dass der polizeilich bewilligte Demonstrationszug am Samstag gleich an zwei Standplätzen der Basler Herbstmesse vorbeiziehen konnte, war namentlich von der SVP, aber auch von der jungen CVP im Vorfeld scharf verurteilt worden. Die Basler SVP kündigte einen Vorstoss für ein Demonstrationsverbot während Grossveranstaltungen an.

Sprecherinnen und Sprecher verurteilten an der Kundgebungen auf Deutsch und auf Kurdisch die Kriegshandlungen der Türkei und der syrischen Streitkräfte im Rojava-Gebiet im nördlichen Syrien. Die Teilnehmenden skandierten wiederholt: «Alle Besetzer raus aus Kurdistan.» Viele trugen Fahnen mit dem Konterfei des Kurdenführers Abdullah Öcalan mit sich. Während der Kundgebung kam der Tramverkehr durch die Innenstadt teilweise zum Erliegen.

Demonstration beendet

Eine Rede auf Kurdisch

Am Zielort angekommen, wir vor dem Demonstranten noch einmal eine Rede auf Kurdisch gehalten.

(Bild: Telebasel) 

Zeil erreicht

Der Demonstrationszug hat das Ende der geplanten Route erreicht. Die Polizei zeigt sich sehr zurückhaltend, ist aber anwesend.

(Video: Telebasel) 

 

Feuerwerk und Petarden

In der Klybeckstrasse werden Petarden und Feuerwerk gezündet.

(Video: Telebasel) 

Plakate in der ganzen Stadt

Vermummte Demonstranten werden beim Anbringen von Plakaten im Kleinbasel geschützt.

(Bild: Keystone) 

Verkehr kommt zum Erliegen

Aufgrund der Demonstration kommt es auf dem ganzen Netz der BVB zu Ausfällen und Verspätungen.

Demo-Zug erreicht die Kaserne

Messe die Zweite: Kaserne. Bis jetzt bleibt weiterhin alles friedlich. Die Teilnehmenden der Demonstration scheren nicht aus und die Messebesucher schauen interessiert zu. Es sind keinerlei Sachbeschädigungen zu beobachtet. Zahlreichen Personen in Leuchtwesten begleiten den Zug und beobachten die Situation stets genau. Bis jetzt gab es auch keine Konfrontation mit allfälligen Gegnern.

(Video: Telebasel) 

Die Polizei koordiniert

Demonstration, Herbstmesse und Öffentlicher Verkehr müssen heute aneinander vorbei kommen. Die Polizei ist auf Motor- und Fahrrädern vor Ort und koordiniert das Ganze.

(Video: Telebasel) 

Zuwachs aus dem Kleinbasel

Im Kleinbasel angekommen, erhält der Demonstrationszug noch weiter Zuwachs.

(Video: Telebasel) 

Demo ist spannender als Shoppen

(Bild: Telebasel) 

Schwarzer Block macht sich bemerkbar

Der Schwarze Block macht sich lautstark bemerkbar und skandiert unter anderem auch antikapitalistische Parolen. Es werden viele Rauch-Petarden gezündet. Ansonsten ist die Situation nach wie vor friedlich.

 

Über die Mittlere Brücke

(Video: Telebasel) 

Von der Safran-Zunft bis zur Schifflände

Mittlerweile haben die Demonstranten den Marktplatz erreicht. Unter den Teilnehmern sind viele Kurden, aber auch viele Schweizer oder andere Nationalitäten. Auch viele Jugendliche und speziell viele Frauen sind mit dabei. Denn auch feministische Anliegen und die Unterdrückung der Frau in Kriegsgebieten sind an diesem Samstag ein dominantes Thema.

(Video: Telebasel) 

Über 2000 Menschen

Der Zug ist trotz des schlechten Wetters mittlerweile auf schätzungsweise über 2000 Menschen angewachsen. Erste Demonstranten haben sich mittlerweile vermummt.

(Bild: Telebasel) 

Keine Zwischenfälle

Es werden zwar Petarden gezündet, es verläuft bis zum jetzigen Zeitpunkt alles ohne Zwischenfälle.

(Video: Telebasel) 

Vorbei an der Herbstmesse

Mittlerweile hat der Demonstationszug den Barfi erreicht und somit auch die Herbstmesse. Bisher verläuft gemäss Telebasel Reporter alles friedlich. Das Interesse der Leute am Strassenrand ist gross.

(Video: Telebasel) 

Feminismus ist ein Thema

An der Demo ist auch das Thema Feminismus ein Thema.

(Bild: Telebasel) 

Aufbruch in Richtung Barfi

Der Zug bewegt sich vom Steinenberg her in Richtung Barfi.

(Video: Telebasel) 

Bald geht es los

Mittlerweile ist die Menge auf dem Theaterplatz gewachsen. Bald macht sich der Demonstrationszug auf dem Weg in Richtung Barfüsserplatz.

(Bild: Telebasel)

«Revolutionäre Aufbau» verteilt Flyer

Die Organisation «Revolutionärer Aufbau» verteilt unter den Demonstranten Flugblätter mit dem Titel: «Immer weiter: Rojava verteidigen». Darin wird unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass sich die internationale Solidarität mit Rojava als «enorm kräftig und vielfältig» bewiesen hat. Es sei also offensichtlich, dass Rojava nicht alleine dasteht.

Die Solidarität sei allerdings nicht nur eine spontane Reaktion auf die aktuelle türkische Kriegsführung, sondern auch eine Folge der «vorhergehenden bewussten Auseinandersetzung mit Rojava». Man wisse im Schweizer Firmen, die «Komplizinnen» von Militär, Kapital oder Politik der Türkei seien.

«Wir haben viel erreicht – es bleibt noch viel zu tun. Hoch die internationale Solidarität», heisst es am Schluss des Textes.

JUSO Schweiz mit dabei

Die JUSO Schweiz nimmt an der Kundgebung in Basel ebenfalls teil und solidarisiert sich mit Kurden hier und in Rojava. Eine Vertreterin ruft die Schweiz und Europa auf «endlich zu handeln» gegen die «Verbrechen an der Menschheit» in Rojava. «Wir sind viele, aber wir könnten viel mehr sein!», heisst es.

Mieses Wetter

Schirme und Fahnen auf dem Theaterplatz. Im Moment regnet es in Strömen.

(Bild: Telebasel) 

Ansprache zu Beginn

Um 13 Uhr geht es los. Die erschienenen Demonstranten lauschen einer Ansprache auf Kurdisch. Ausserdem gibt es eine Schweigeminute für die Opfer in Nordsyrien.

(Video: Telebasel) 

Die Demonstranten versammeln sich auf dem Theaterplatz

Die Demonstranten versammeln sich auf dem Theaterplatz. Gegen 13 Uhr waren es etwa 100 bis 200 Personen. Es ertönt laute kurdische Musik aus Boxen.

(Video: Telebasel) 

Die Schilder liegen bereit

(Bild: Telebasel) 

Um was geht es?

Seit einigen Tagen kursiert auf einschlägigen Internetseiten ein Aufruf für eine Kundgebung gegen die türkische Militäraktion in Nordsyrien. Linksextreme riefen alle «antikapitalistischen, revolutionären Kräfte» der Schweiz auf, in Basel Widerstand gegen den Angriff auf Rojava zu leisten.

Am Mittwoch war dann klar: Der heutige Samstag könnte in der Basler Innenstadt explosiv werden. Wie nämlich Polizeisprecher Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt gegenüber Telebasel bestätigt, wurde eine Demonstration zwischen 13 und 15 Uhr von Theaterplatz bis zur Dreirosenanlage bewilligt. Besonders brisant: Die Route führt an zwei Plätzen der Herbstmesse vorbei. «Die Kantonspolizei Basel-Stadt hält die Meinungsäusserungsfreiheit hoch und bemüht sich daher stets, Kundgebungen zu bewilligen. So auch im Fall der Kundgebung vom nächsten Samstag», sagt Yerguz.

Die Route führt vom Theaterplatz über die Falknerstrasse zum Marktplatz, von dort über die Mittlere Brücke zum Claraplatz und dann entlang der Klybeckstrasse zur Dreirosenanlage.

 

Messebesuch ja, aber ohne Kinder

Messe-Besucher sind der Meinung, dass der Demo-Zug ruhig und friedlich vorbeiziehe und nicht gefährlich werde. Eine Messebesucherin meint jedoch, dass sie alleine an die Messe gehen werde, aber an diesem Nachmittag niemals Kinder mitnehmen würde. Nur eine der befragten Personen schätzt die Situation als zu gefährlich ein. Für sie steht fest: «Ich werde morgen wegen der Demo zu Hause bleiben und nicht an die Herbstmesse gehen».

(Video: Telebasel) 

«Ich hoffe, dass nichts passiert»

Die Situation könnte also brenzlig werden und auch die Herbstmesse treffen. Unter anderem die Standbetreiber könnten zur Zielscheibe von Angriffen und Vandalismus werden. Was sagen sie zur bevorstehenden, ungewohnten Situation am Samstagnachmittag? Haben Sie Angst? Werden Massnahmen zum Schutz ihrer Stände getroffen?

(Video: Telebasel) 

Kurdische Aktivisten sind unbesorgt

Özen Aytac marschiert seit Jahren an Demonstrationen. Dass sich der Schwarze Block mit der kurdischen Organisation solidarisiert, stuft sie als ungefährlich ein. «Es gibt eigentlich keinen Block. Es gibt eine Demonstration und an der Demonstration werden sich solidarisierende Menschen beteiligen und diese Menschen werden gegen den Krieg auf die Strasse gehen», so Aytac. Für sie steht der Friede in Nordsyrien im Vordergrund der Demonstration – und dies sei eben nur ohne Gewalt möglich.

Kritik der SVP

Grossrat Joël Thuring findet das Verhalten des Justiz- und Sicherheitsdepartements mehr als taktlos. «Es ist inakzeptabel, dass an einem Messetag, an dem Familien und Kinder anwesend sind, eine solche Demonstration abgehalten werden darf». so der SVP-Politiker. «Sollte nur das Geringste geschehen, fordere ich, dass der Polizeikommandant entlassen werden muss.»

Nun will Joël Thüring handeln. «Ich fordere sobald wie möglich, dass künftig keine Demonstrationen mehr während eines Grossanlasses, wie der Herbstmesse bewilligt werden dürfen.» Einen entsprechenden politischen Vorstoss gehe er baldmöglichst an.

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