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Mit diesem Video wollen die Krach-Schnygge neue Mitglieder gewinnen. (Video: Krach-Schnygge 1964)

Basel

Gugge kämpft mit Video gegen Nachwuchsprobleme

Ein Video der Krach-Schnygge geht im Netz viral. Damit will die Gugge auf das Problem der Nachwuchssuche bei den Fasnächtlern aufmerksam machen.

Ein Käsperli sitzt gemütlich am Birsköpfli, mit Liegestuhl und einer Bowle. Plötzlich hat er es ziemlich eilig. Es beginnt einen Spurt durchs herbstliche Basel. Schliesslich ist eine ganze Käsperli-Horde in Basel unterwegs, um pünktlich den Cliquenkeller zu erreichen.

Obschon noch mehr als vier Monate bis zur Fasnacht fehlen, stösst das kurze Video offenbar auf Interesse. Bei Facebook wurde es schon 4’300 Mal aufgerufen. Dahinter stecken die Krach-Schnygge 1964. Wie deren Obmann Dominic Stocker gegenüber Telebasel sagt, wolle die Männergugge damit auf Nachwuchsprobleme aufmerksam machen.

Ein Traditionsverein zu bleiben, gleichzeitig aber neue Leute zu finden – heutzutage eine Herausforderung. «Wir haben uns überlegt, wie wir diesen Spagat hinkriegen», sagt Dominic Stocker. Jüngere Mitglieder, die in der IT-Branche arbeiten, haben die Idee eines Videos ins Spiel gebracht.

Fasnächtler auf Mitgliedersuche

Gerade kleine und mittelgrosse Guggen hätten es im Gegensatz zu bekannten Namen wie Schotte Clique oder Negro-Rhygass nicht einfach, auf sich aufmerksam zu machen. «Uns erkennt man weniger am Namen, sondern vor allem am Kostüm», erklärt Dominic Stocker. Dieses mag Manchen bekannt vorkommen: Traditionsgemäss schränzen die Käsperli jeweils zur «Waggis-Verglaidig» beim Hotel Drei König. 

Nicht nur die Krach-Schnygge kennen Nachwuchssorgen. Stephanie Weikard, Obfrau der Freyi Guggemuusige Basel bestätigt das. «Grössere Guggen werden immer grösser, kleinere immer kleiner». Bei ihren Sonate-Schlyffer laufe es momentan gut. Einige Vereine des Dachverbands müssten hingegen nach neuen Wegen suchen, um neue Mitglieder zu finden. Zeitungsinserate seien aus der Mode gekommen. Viel mehr suchten die Guggen Mitglieder über die sozialen Medien.

«Es betrifft die ganze Fasnacht»

Das Problem ist auch bei der zweiten Dachorganisation bekannt. «Es betrifft aber die ganze Fasnacht», sagt Patrick Müller, Obmann der Gugge IG Basel. Er sieht darin weder ein spezifisches Problem der Guggen noch der Männerguggen. Die Erfahrungen bei den IG-Mitgliedern hätten gezeigt, dass es immer wieder Schwankungen gebe, auch bei den grösseren Formationen.

Ein Nachteil, den die «Schränzer» gegenüber den Stammcliquen haben: Mit Ausnahme der Gugge-Mysli 1956 haben sie keine Junge Garde. «Das ist mit viel Aufwand verbunden», erklärt Patrick Müller. Damit fallen schnell einmal ein paar der «Aktiven»» weg, welche die Minderjährigen auf der Strasse betreuen und begleiten. Dafür gibt es aber einige Guggen, die Binggis als Vorträbler einbeziehen und so auf das fasnächtliche Leben einstimmen.

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