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Der Telebasel News Beitrag vom 1. November 2019.
Basel

Jugendarbeit wehrt sich gegen Gewalt auf Dreirosenanlage

Drogen und Gewalt sind auf der Dreirosenanlage keine Seltenheit. Die Jugendarbeit (Juar) ist besorgt und richtet sich mit einem offenen Brief an die Behörden.

Schon seit Langem häufen sich auf der Dreirosenanlage die Gewaltdelikte. Erst Ende September wurden bei einer Massenschlägerei vier Männer verletzt. Zwei Jahre zuvor wurde im Dezember der bekannte Obdachlose George getötet. Dazu kommt der vermehrte Drogenhandel auf der Anlage.

Von dieser Situation ist vor allem die Arbeit der Jugendarbeit (Juar) Basel betroffen. Sie betreibt am Kopf der Dreirosenbrücke mehrere Angebote, wie zum Beispiel eine Freizeithalle oder eine Tagesstruktur. Jetzt will die Juar für mehr Sicherheit sorgen und wendet sich deshalb mit einem offenen Brief an die Behörden. «Mitarbeitenden und Kinder wurden angegriffen und bedroht», heisst es darin. Viele hätten inzwischen Angst vor dem Weg durch die Anlage.

Marc Moresi, Leiter der Freizeithalle Dreirosen, im Interview:

(Video: Telebasel)

«Niemand hilft uns»

Kritisiert wird vor allem die fehlende Hilfe: «Ausser der Polizei, die bei gesetzeswidrigen Vorfällen und Gewalttaten eingreifen muss, hilft uns niemand bei der Bewältigung dieser Probleme», heisst es in dem Brief weiter. Im ganzen Quartier herrsche mittlerweile sogar grosse Unruhe aufgrund der Probleme auf der Dreirosenanlage.

Bereits jetzt setzen sich die Mitarbeitenden der Juar im Alltag für den Frieden auf der Anlage ein. Doch: «Alleine sind wir nicht mehr in der Lage, diesem massiven Ausmass an vielschichtigen, bedrohlichen, drängenden Problem Herr zu werden». Die Juar sieht es deshalb als ihre Pflicht, Massnahmen zu fordern. Die Forderung: Ein Teil der Anlage soll zu einer Respektzone für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Mitarbeitenden werden. Diese soll auch durch die Behörden verteidigt werden, «durch die Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten».

Keine Drogen, Dealer oder «Berauschte»

In der Zone sollen weiter keine Drogen, Dealer oder «Berauschte» geduldet werden. Die Juar fordert zudem eine neue Strategie der Behörden gegen «die menschliche Verelendung», die auf der Anlage sichtbar wird. Als Beispiel wird in dem Brief eine Massnahme durch professionelle «Streetworker» genannt. Der Regierungsrat soll ausserdem eine neue Arbeitsgruppe stellen, die als «Task Force» die Aufgabe übernimmt, den Schutz der Anlage, aber auch die seelische und körperliche Unversehrtheit der Nutzenden zu schützen.

Um die Forderungen zu untermauern, organisiert die Juar am 22. November zudem eine öffentliche Aktion.

2 Kommentare

  1. Lieber Baschi Dürr
    Geh mal mit deinen Kindern auf den Spielplatz der Dreirosenanlage. Während deine Kinder spielen setzt sich ein Dealer zu ihnen (in den Sandkasten!) und bedient seine Kunden im 5 Minuten Takt. Auf dem Pausenhof der Dreirosenschule wird kurz parkiert und der Kunde holt seine Drogen im Park. Falls du dann den Mut hast dem Dealer etwas zu sagen, zückt er ein Messer vor den Kindern und bedroht dich. Juar will aktiv werden, Ordnung und Frieden schaffen. Ich denke, dass ist deine Aufgabe!! Diese Anlage gehört den Kindern und Jugendlichen, deren Angehörigen und den netten Mitmenschen in Basel! Da ist eine Primarschule, eine Sekundarschule, eine Freizeithalle und eine Tagesstruktur, sowie der freiwillige Schulsport BS, der die Anlage nutzt.Report

  2. Ich fordere schon lange einen mobilen Polizeiposten auf der Dreirosenanlage, bis sich die Situation beruhigt hat. Die Polizei muss uniformiert und zu Fuss in der Anlage präsent sein um Kinder, Jugendliche und Eltern zu schützen. Sogar ‚Kriminelle‘ sagen, dass es ihnen dort zu gefährlich ist! Meine Interpellation betreffend der dortigen Probleme wurde leider bis jetzt noch nicht beantwortet. Das Vorzeigeobjekt für Integration ist kläglich gescheitert was sehr zu bedauern ist.Report

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