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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Oktober 2019.

Basel

Basler Fotograf schoss das berühmte Bild von «Carlos»

Der Basler Fotograf Jan Geerk machte das bekannte Foto von Schläger «Carlos». Jetzt erzählt er die Geschichte des Fotos - und nervt sich über die Presse.

«Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen über Fotografen, Medien, Boxer und Bilderklau.» So fängt der Facebook-Post an, den der Basler Fotograf Jan Geerk diesen Mittwoch veröffentlichte. Und der beschreibt, wie Geerk vor über 6 Jahren ein Foto schoss, das heute jeder in der Schweiz schon einmal gesehen hat.

Das Foto zeigt Brian K., alias «Carlos» – den bekanntesten Schläger der Schweiz. Diese Woche stand er vor Gericht, wegen 29 Straftaten, die er in Haft begangen haben soll. Und wieder prangte sein Bild auf allen Titelseiten der Schweizer Presse.

Auf seinem Facebook-Post erzählt Landschaftsfotograf Geerk wie er im Sommer 2013 in einem bekannten Kickboxclub in Reinach einige Promobilder schiessen sollte. Zufällig trainierte dort auch Carlos, der damals aber noch nicht bekannt war. Das sollte sich bald ändern.

Nachdem das teure Sondersetting und der «Fall Carlos» zum Skandal des Jahres wurden, entdeckte der «Blick» die Fotos von Brian K. auf der Website des Boxstudios, wie Geerk in seinem Post schreibt. Ab da übernahm so ziemlich jedes Schweizer Medienhaus dieses Bild, das Geerk gemacht hatte.

Doch niemand bezahlte Fotograf Geerk für das Bild. Obwohl er das Urheberrecht für das Bild besitzt.

«Es wird gewissenlos geklaut»

«Ich wollte diese Geschichte mal erzählen, da ich es unverschämt finde, wie Bilder manchmal einfach genutzt und geklaut werden, ohne den Fotografen zu fragen», schreibt Geerk in seinem Facebook-Post. Pech für die Verlage: Geerk ist studierter Jurist und ging mit Abmahnungen gegen den Bilderklau vor. Mittlerweile habe er einen fünfstelligen Betrag durch die Lizenzgebühren eingenommen.

Trotz den Einnahmen: Etwas ärgert den Profifotografen. Denn eigentlich fotografiert er vor allem Landschaften, gibt Kalender mit Motiven von Basel heraus. «Dass mein bekanntestes Bild jetzt das eines Schlägers ist, finde ich nicht so toll», sagt er. «Ein Landschaftsfoto wäre töller gewesen. Aber jetzt ist es halt so.»

Mit seinem Coming-Out als Fotograf des berühmten «Carlos»-Bildes will Geerk jetzt andere Fotografen ermutigen, ihre Rechte durchzusetzen. Und sich im Internet nicht einfach alle Bilder klauen zu lassen.

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