Das Elle et Lui an der Rebgasse soll offenbar wieder öffnen. (Screenshot: gaybasel.org)
Basel

Schwulenbar Elle et Lui soll doch wieder öffnen

Die Pächterin des Elle et Lui an der Rebgasse will das Szenelokal im Januar 2020 wieder eröffnen – oder weitervermieten.

Totgesagte leben länger. Dies gilt auch für die Bar Elle et Lui an der Rebgasse 39. Der LGBT-Szenetreff stand in den letzten Jahren mehrmals vor dem Aus. Im August dieses Jahres machte ein Brand der Kleinbasler Bar zu schaffen.

Ein Aushang am Fenster deutet nun darauf hin, dass mit der Bar endgültig Schluss ist. «Zum Vermieten», ist darauf zu lesen. Diese Meldung ist offenbar aber bereits wieder überholt. Für den Januar 2020 sei eine Wiedereröffnung mit dem bisherigen Konzept vorgesehen, so die Pächterin Michelle Cretu gegenüber Telebasel.

Erneuter Anlauf im Januar 2020

Die Schwulenbar sei momentan nicht in Betrieb, da noch Umbauarbeiten fällig seien. Nach dem Brand seien 80 Prozent des Inventars beschädigt worden, ebenso die elektrischen Installationen. Bis Ende Dezember sollen noch Bauarbeiten im Gange sein, wie Michelle Cretu erklärt.

Auch Karim Knauseder, Junior-Inhaber der Liegenschaft, bestätigt gegenüber Telebasel, dass die Pächterin des Elle et Lui sich die Sache wohl kurzfristig doch anders überlegt habe.

Dennoch ist das Ganze wohl nicht ganz vom Tisch. Wie Michelle Cretu andeutet, sucht sie trotz Wiedereröffnungsplänen nach Interessenten für das Lokal. So sei durchaus eine Umnutzung denkbar. Melde sich aber niemand, werde sie mit dem bisherigen Konzept einer Bar mit Regenbogenflagge weitermachen.

Älteste Basler Schwulenbar

Das Lokal hat eine lange Geschichte. Wie Szenekenner Peter Thommen im Magazin Cruiser festhält, wurde das Elle et Lui 1974 als älteste Basler Gaybar gegründet. 2014 wurde die Bar umgebaut und erweitert. Nur gerade drei Jahre später schloss sie, zwischenzeitlich unter dem Namen L39, ihre Türen. Laut der «TagesWoche» fehlten die Gäste. Im 2018 nahm die Bar unter dem alten Namen Elle et Lui einen neuen Anlauf.

Seither sind die Einträge auf der Internetpräsenz des Elle et Lui spärlich oder veraltet. Peter Thommen beobachtet zudem, dass viele Stammgäste abgewandert sind. «Es dürfte schwierig sein, dieses Lokal als Schwulentreffpunkt wieder aufzubauen». Anfangs nächstes Jahr wird sich also zeigen, ob einer der wenigen Basler LGBT-Bars eine neue Chance bekommt.

1 Kommentar

  1. Die heterosexuellen Inhaber und Betreiber der alten Bar übersehen, dass sich die Treffmöglichkeiten für Männer, die mit Männern Sex haben wollen (das sind nicht nur „Schwule“) geändert haben (Iphones). Zudem ist die Parkmöglichkeit bei der Bar, um „schnell jemanden heim zu nehmen“ auch nicht mehr möglich. Zudem reisen viele Schwule mit dem Auto in andere Städte und ins Ausland. Mit schwulem „people“ ist nicht mehr so einfach Geld zu machen, obwohl immer wieder Veranstaltungen bei Heteros stattfinden, wenn sich ein „Flaute-Tag“ ergibt, der dann schön ausgefüllt werden kann. Ich rate, die Regenbogenfahne endlich abzuhängen!Report

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