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Das Video der brutalen Hooligan-Attacke wurde im Internet tausendfach verbreitet. (Video: Facebook)
Basel

Zürcher Hooligan-Attacke war eiskalt durchgeplant

Die Staatsanwaltschaft hat zwölf Hooligans nach den Ausschreitungen im Mai 2018 angeklagt. Die Anklageschrift bringt jetzt neue, brutale Details ans Tageslicht.

Am 19. Mai 2018 kam es im Anschluss an das Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Luzern zu heftigen Auseinandersetzungen. Danach machte ein Video der Geschehnisse die Runde.

Jetzt liegt die Anklageschrift vor. Ab dem 17. Februar 2020 müssen sich zwölf Männer im Alter zwischen 23 und 36 Jahren vor dem Basler Strafgericht verantworten, berichtet die «bz». Allen wird Raufhandel vorgeworfen. Teilweise sind die Beschuldigten aber auch wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Acht der Verdächtigen stammen aus der Region Zürich. Zwei sind aus Deutschland und zwei weitere aus Basel.

Ein Zürcher Hooligan habe laut Recherchen der «bz» einen Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von 5’000 Franken bereits akzeptiert. Deshalb müsse er nun nicht vor Gericht erscheinen.

Auch ein FCB-Fan erhielt einen Strafbefehl. Die Bestrafung blieb jedoch aus. Dies, weil ein Fall von entschuldbarer Notwehr vorlag, wie die Basler Staatsanwaltschaft auf Anfrage der «bz» mitteilte.

Hooligan-Attacke war durchgeplant

Das Erschreckende: Die Attacke war eiskalt kalkuliert. Denn es war eigentlich der Abend des letzten Saisonspiels gegen den FC Luzern. YB stand bereits lange zuvor als Meister fest. Die beiden Zürcher Fussballclubs waren in keinster Weise involviert. Rund 40 Hooligans sind aber extra aus Karlsruhe und Zürich angereist, um Krawall zu machen.

Auf der Eventplattform hinter der Muttenzerkurve fand nach dem Spiel eine Saisonabschlussfeier statt, schreibt die «bz» weiter. Diese Ansammlung nutzte die Gruppe aus, um die FCB-Fans anzugreifen.

«Zürichs kranke Horde»

Zur Vorbereitung trugen einige der Schläger spezielle Handschuhe und einen Zahnschutz. Die Aggressoren hätten zudem zuvor ausgemacht, ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift «ZHK» zu tragen, damit keine Verwechslungsgefahr bestehe. «ZHK» steht für «Zürichs kranke Horde». Ein Zusammenschluss von Schlägern aus dem Umfeld der beiden Zürcher Fussballclubs.

Vom Lehenmatt-Quartier her sei der «vor Hass strotzende Zürcher Mob» in Richtung Basler Stadion marschiert, heisst es laut «bz» in der Anklageschrift. Bei der Eisenbahnbrücke seien sie auf einige FCB-Fans gestossen, die gerade ein neues Graffiti sprayen wollten. Daraufhin kam es zu einer Massenschlägerei.

Kurze Zeit später erhielten die FCB-Fans Unterstützung von anderen Anhängern. Die Einheimischen hätten die FCZ-Hooligans daraufhin in die Flucht geschlagen. Rund 90 Personen seien an den Schlägereien und Sachbeschädigungen beteiligt gewesen.

Bewusstlosen in den Kopf getreten

Laut Anklageschrift gingen die Auswärtigen dabei äusserst brutal vor. Bewusstlose Kontrahenten seien mit Fusstritten gegen den Kopf eingedeckt worden. Damit seien schwere oder gar lebensgefährliche Verletzungen in Kauf genommen worden.

Der elftägige Gerichtsprozess startet am 17. Februar 2020. Gewissen Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu 5 Jahren. Jene, die nur wegen Raufhandel vor Gericht stehen, können mit einer milderen Strafe rechnen.

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