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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Oktober 2019.

Basel

Mutmasslicher «Lämbbe»-Mann steht vor Gericht

Wegen Drohung, Nötigung und vieler anderer Anklagepunkte steht ein Mann aus Basel vor Gericht. Er ist in psychiatrischer Behandlung.

Ob er denn mit allen «Lämbbe» habe. Das wollte der Gerichtspräsident vom Beschuldigten wissen. Die Anklageschrift legt diese Vermutung nahe. Mehrfache Drohung, Nötigung, Diebstahl, Amtsanmassung, Beschimpfungen und Tätlichkeiten sind nur ein paar Beispiele aus einer ganzen Liste Straftatbeständen, welche die Staatsanwaltschaft dem Mann aus Basel vorwirft.

Psychiatrisches Gutachten liegt vor

Am Montagmorgen begann der insgesamt viertägige Prozess gegen den mutmasslichen Streithahn. Wichtig dabei ist, dass ein forensischer Psychiater der UPK ein Gutachten vorlegte.

Dies stellte klar, dass der Beschuldigte unter wahnhaften Störungen leide. Wie der Arzt ausführte, habe dies eine Fehlbeurteilung der Realität zur Folge. Daher vermute sein Patient überall Intrigen und Komplotte.

«Ich bin nicht streitsüchtig»

Der Beschuldigte räumte ein, dass die Therapie seine Lage zum Besseren wende. Gleichzeitig wies er aber mehrere Anklagepunkte von sich. «Ich bin nicht streitsüchtig», betonte er vor Gericht. Er strebe eher nach Harmonie.

Im Gegensatz dazu stehen die geschilderten Begebenheiten in der Anklageschrift. So soll der Mann mehreren Leuten verbal, im Internet oder per SMS gedroht haben. Unter anderem soll er einem Saunabetreiber, der unter einer schweren Krankheit leidet, pietätlose Nachrichten geschickt haben.

Die Staatsanwaltschaft (StaWa) hält auch fest, dass er seiner ehemaligen Vermieterin gedroht habe, sie mit einer Axt zu erschlagen. Ebenso wirft ihm die StaWa vor, vertrauliche Briefe geöffnet und deren Inhalt gegen die Vermieterin verwendet zu haben. Ein anderes Mal soll er sich mithilfe eines Trojaners Zugang zu ihrem Computer verschafft und all ihre Mails gelöscht haben.

Falscher Zivilpolizist

Nicht nur mit der Vermieterin, sondern auch mit anderen Leute gab es «Lämbbe». So habe der sich Beschuldigte einmal als Zivilfahnder ausgegeben und Passanten gefilmt. Ein anderes Mal legte er sich mit einem Angestellten einer Firma an, der auf der Strasse gerade eine mobile Toilette abpumpte. Ihm soll er den Zündschlüssel des Autos gestohlen haben, so die Staatsanwaltschaft.

«Erst als sich 20 Anzeigen anhäuften, nahmen sie ihn fest», sagt Dieter Thommen, Verteidiger des Beschuldigten. «Und dann ist es mir während sieben Monaten nicht gelungen, ihn aus der Haft herauszubringen, obwohl ein Gutachten klar sagte, dass er behandlungsbedürftig ist», betont der Advokat gegenüber Telebasel.

Dabei sei sein Klient gewillt, sich weiterhin ambulant therapieren zu lassen. Thommen geht davon aus, dass die Schuldfähigkeit seines Klienten «im mittleren Grad beeinträchtigt» sei.

Wie das Gericht unter all diesen Umständen befindet, kommt am Donnerstag, 31.Oktober 2019, bei der Urteilseröffnung aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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