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Der Telebasel News-Beitrag vom 27. Oktober 2019.
Basel

«Für den Papst würde ich sterben»

Frédéric Martel schreibt in seinem Buch «Sodom» von sexueller Belästigung an Schweizergardisten. Gardist Mauritz von Sury steht dennoch zum Vatikan.

«Schwule Kardinäle belästigen Schweizergardisten» titelt der Blick am Sonntag. Ein herber Vorwurf. Den sollen aber zwei Schweizergardisten gegenüber Frédéric Martel geäussert haben. Und darüber schreibt der Autor unter anderem in seinem Buch «Sodom».

Mauritz von Sury aus Reinach ist Teil der päpstlichen Garde und hat weder selber negative Erfahrungen gemacht, noch von seinen Kollegen davon gehört. Der Papst habe die Schweizerdardisten dazu ermutigt, ihn anzusprechen, sollte ihnen je etwas passieren. Trotz solcher Vorkommnisse verliert von Sury den Glauben an den Vatikan nicht: «Ja es gibt die Skandale. Aber man darf nicht vergessen, von 900 Priestern sind 895 gute Männer und dann hat es halt manchmal auch fünf schlechte darunter».

«Das Schwierigste ist, sich selbst zu unterhalten»

Seit Januar diesen Jahres ist Mauritz von Sury Teil der momentan noch 110-Mann grossen Garde. Bereits sein Ur-Grossvater war Kommandant der Schweizergarde. Der Reinacher erfüllt seine Aufgabe mit Stolz. Er will das, wofür der Papst steht, schützen und sagt: «Für den Papst würde ich mein Leben opfern». Das musste er auch schwören.

Als Schweizergardist müsse er manchmal stundenlang stillstehen. Eigentlich passe das nicht zu seinem Naturell. In der Schule sei er eher unruhig gewesen.

(Video: Telebasel) 

«Schmerz vergeht, Ehre bleibt»

In verschiedenen Uniformen erfüllen die Gardisten seit 500 Jahren die Aufgabe, den Papst zu schützen. Das ist nicht immer bequem. «Es ist gewöhnungsbedürftig, denn es ist schon eine schwere Panzerung», so Mauritz von Sury. Aber: «Schmerz vergeht, Ehre bleibt».

(Video: Telebasel) 

«Für mich war es immer eine Faszination»

Die Leibwache des Papstes möchte aufrüsten. Von 110 auf 135 Männer. An der speziellen Berufsschau in Pratteln sollen sich junge Schweizer Männer für den Beruf begeistern können. Die Ausstellung auf die Beine gestellt hat Hermann Alexander Beyeler, Präsident der Stiftung Kunst und Kultur Region Basel. Die Ausstellung ist für ihn eine Herzensangelegenheit.

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Frauen in der Schweizergarde bald möglich?

Wer in der Schweizergarde aufgenommen werden möchte, muss mehrere Kriterien erfüllen. Die Bewerber müssen einen Schul- oder Lehrabschluss sowie das Militär absolviert haben, mindestens 175 cm gross sein, ledig, sportlich, katholisch und männlich. Hermann Alexander Beyeler könnte sich durchaus vorstellen, dass in einiger Zeit auch Frauen in der Schweizergarde aufgenommen werden könnten.

(Video: Telebasel) 

Vom 26. Oktober bis 30. November 2019 sind in Pratteln Uniformen, das «Papamobil» und viele weitere Einzelstücke aus dem Vatikan ausgestellt.

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