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Der Telebasel Glam Beitrag vom 21. Oktober 2019.

Basel

«Die Frauen gestatten den Männern nicht, Gentleman zu sein»

Die Hotelkönigin Ljuba Manz spricht privat und offen wie lange nicht mehr. Wir haben sie im Hotel Euler in Basel getroffen.

Ljuba Manz ist eine Unternehmerin, die im jungen Alter nach Wien gezogen ist. Ursprünglich kommt die Geschäftsfrau aus Russland. Heute lebt sie mit ihrem dritten Ehemann Marco Conte in der Schweiz. Sie ist zweifache Mutter, leitet ein grosses Hotel-Unternehmen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit ihrer Wortgewandtheit eckt sie vielleicht etwas an, spricht aber auch das laut aus, was einige nur zu denken wagen.

Russische Seele, Wiener Herz

Sind Schweizer Männer denn nicht so charmant, wie andere? Frauen sehnen sich nach Blumen, kleinen Aufmerksamkeiten und einem Gentleman alter Schule. Wo sind die aber alle geblieben? Ljuba Manz hat viele Männer in ihrem Leben kennengelernt. Aufgrund ihrer Arbeit aber auch aufgrund der Orte, die sie bereits bereist hat. Gibt es denn einen Unterschied zwischen russischen und Schweizer Männern?

«Der russische Mann ist noch nicht so verdorben von Amerika und der Mee-Too Bewegung» findet sie. Überhaupt habe er keine Angst: «Man sagt ja hier, dass die Männer immer mehr schwul werden, weil sie Angst vor den Frauen haben. Die Russen hingegen gehen auf die Frauen zu, finden das wunderbar».

Und dann gerät sie ins Schwärmen: Russische Männer würden eine Frau noch mit Komplimenten überhäufen, ihr Blumen schicken und sie ausführen. Das fänden die Frauen sehr schön und würden dann auch gerne flirten.

«Die Frauen werden zu selbstständig – aber in die falsche Richtung»

Die Schuld liegt aber nicht nur bei den Männer. Auch Frauen haben Schuld daran, dass Gentlemen fast ausgestorben sind. «Die Frauen gestatten den Männern nicht, ein Gentleman zu sein», sagt die Hotel-Besitzerin. Frauen müssen es zulassen, dass Männer Kavaliere sein dürfen.

Möchte ein Mann die Frau in die Oper oder zum Abendessen einladen, würden sie das kaum akzeptieren und die Rechnung selber übernehmen wollen. «Das stört ihn dann. Dann denkt er, ja was soll ich denn für sie tun?» Frauen würden ihre Selbstständigkeit in die falsche Richtung entwickeln, so die Unternehmerin und wiegelt sofort ab: «Eine Frau muss selbstständig sein, damit bin ich sofort einverstanden, aber trotzdem darf sie Frau bleiben.»

Für Manz bedeutet das, dass die Frau dem Mann das Gefühl gibt, er sei Kavalier, wenn er ihr beispielsweise in den Mantel hilft, ihr die Autotür öffnet oder die schwere Tasche abnimmt. «Solche Kleinigkeiten, die zum Spiel zwischen Mann und Frau führen – das Spiel der Geschlechter», resümiert sie.

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