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Wer zieht für die nächsten vier Jahre ins Bundeshaus ein? (Symbolbild: Keystone)

Schweiz

Die Schweiz wählt – Resultate im Ticker

An diesem Wahlsonntag entscheidet sich die politische Zukunft der Schweiz für die nächsten vier Jahre. Das Volk wählt den National- und den Ständerat.
Grüne steigern Wähleranteil um über 6 Prozent

Die Ökoparteien haben bei den Wahlen zum Nationalrat am Sonntag laut dem Bundesamt für Statistik stark zugelegt. Auch die EVP gewann an Stärke. Alle übrigen Parteien verloren jedoch teils deutlich Wähleranteile.

Die SVP bleibt zwar mit Abstand die stärkste Kraft. Sie muss aber zugleich die grössten Verluste hinnehmen. Die Volkspartei kommt auf einen Wähleranteil von noch 25,6 Prozent. Das sind 3,8 Prozent weniger als vor vier Jahren auf ihrem bisherigen Allzeithoch.

Eingebrochen ist auch die SP. Sie bleibt aber weiterhin zweitgrösste Partei und erreichte einen Stimmenanteil von 16,8 Prozent (2015: 18,8 Prozent). Dahinter folgt die bürgerliche FDP mit neu 15,1 Prozent; sie verlor gegenüber den Wahlen vor vor vier Jahren 1,3 Prozent.

Die viertstärkste politische Kraft im Land 

Den Grünen gelang dagegen Historisches: Sie steigerten ihren Wähleranteil um 6,1 auf 13,3 Prozent. Sie sind neu die viertstärkste politische Kraft im Land. Ein solch grosser Zuwachs war in den vergangenen 30 Jahren zuvor nur einer Partei gelungen: Die SVP schaffte bei den Wahlen 1999 einen noch grösseren Sprung von 14,9 auf 22,5 Prozent.

Die CVP ist nur noch die fünftstärkste Kraft. Sie konnte ihre bisherige Talfahrt allerdings stoppen. Sie kommt laut dem Bundesamt für Statistik auf noch 11,4 Prozent, was 0,2 Prozent weniger Stimmen als vor vier Jahren entspricht.

Zu den weiteren Gewinnern der Wahlen zählen die Grünliberalen (GLP) – wenn auch im hinteren Feld. Sie konnten nach Einbussen bei den vergangenen Wahlen diesmal um markante 3,2 auf 7,8 Prozent zulegen. Abgeschlagen folgen die BDP mit nur noch 2,4 Prozent, die um -1,7 Prozent abrutschte. Die EVP gewann 0,2 Prozent der Stimmen auf 2,1 Prozent.

Louis Perrron über den Sieg der Grünen

An den Eidgenössischen Wahlen 2019 fiel der Sieg der Grünen noch stärker aus als prognostiziert. Politologe Louis Perron nennt im Interview mit Keystone-SDA die Gründe dafür, erklärt die Wahlverluste der SP und beurteilt, ob ein Anspruch der Grünen auf einen Bundesratssitz realistisch ist.

(Video: Keystone sda / Detlev Munz)

Hier noch zusammengefasst das Wichtigste der letzten Stunden laut den letzten Hochrechnungen:

Die Grünen gewinnen 17 Sitze
Die GLP gewinnt 9 Sitze
Die SVP verliert 11 Sitze
Die FDP verliert 4 Sitze
Die SP verliert 5 Sitze
Die CVP verliert 3 Sitze

Die BDP verliert 4 Sitze und damit die Fraktionsstärke.
Die Grünen legen um 5,9 Prozentpunkte zu und überholen die CVP.

Regula Rytz fordert mittelfristig einen Sitz im Bundesrat.
Roger Köppel verzichtet eventuell auf einen zweiten Wahlgang.

Bei der Wahlbeteiligung wurde ein Rückgang verzeichnet – laut Hochrechnung lag sie bei 47,3 Prozent.

 

An dieser Stelle beenden wir den Live-Ticker zu den nationalen Wahlen 2019. Wir danken Ihnen fürs Mitlesen und wünschen einen schönen Abend.

Dritte nationale Hochrechnung der SRG

Die dritte nationale Hochrechnung der SRG bestätigt: Die Grünen legen in historischem Ausmass zu. Neu sind die präzisierten Zahlen: Die Grünen kommen auf 28 Sitze im Nationalrat (+17) und überholen die CVP. Die GLP hat neu 16 Sitze (+9). Stärkste Kraft bleibt die SVP mit 54 Sitzen (-11). Die SP kommt auf 38 Sitze (-5), die FDP auf 29 Sitze (-4), die CVP auf 25 (-3). Die BDP hat neu 3 Sitze (-4) und verliert damit an Fraktionsstärke.

Neuenburger SVP verliert Nationalratssitz – drei Sitze für Rot-Grün

Die Neuenburger SVP verliert nach 16 Jahren ihren einzigen Sitz im Nationalrat. Links-Grün erobert insgesamt drei Sitze, die FDP hält ihren einzigen Sitz. Und auch im Ständerat holen sich die Grünen einen Sitz.

Die Neuenburger Grünen kehren mit Fabien Fivaz in den Nationalrat zurück und mit Céline Vara sitzen sie neu auch im Ständerat. Vara erhielt 10’035 Stimmen, Fivaz von den Jungen Grünen 10’753 Stimmen; er machte unter den Nationalratskandidaten das beste Resultat. Die Grünen kamen auf einen Anteil von 20,81 Prozent der Stimmen.

Ebenfalls mit einem guten Resultat bestätigt wurde der bisherige Nationalrat Denis de la Reussille (9761 Stimmen) von der PdA. Die Linksaussenpartei kam zwar nur auf einen Anteil von 12,06 Prozent der Stimmen, konnte ihren Sitz aber dank einer Listenverbindung mit den Grünen retten.

Die Sozialdemokraten konnten ihren einzigen Sitz halten, obwohl ihr Stimmenanteil auf 14,30 Prozent zurückging. Für die SP wird künftig der Anwalt Baptiste Hurni (8693 Stimmen) in der Grossen Kammer sitzen. Er ersetzt den zurücktretenden Jacques-André Maire.

Die FDP kann ihren einzigen Sitz ebenfalls verteidigen. Auf Damien Cottier, den ehemaligen Stabschef von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter, entfielen 9343 Stimmen. Er ersetzt den bisherigen FDP-Nationalrat Philippe Bauer, der in den Ständerat gewählt wurde. Die FDP kam auf einen Anteil von 19,96 Prozent der Stimmen.

Perrin zieht sich aus Politik zurück

Eine Schlappe setzte es für die Neuenburger SVP ab. Sie kam nur auf 10,42 Prozent der Stimmen und ist nach 16 Jahren Präsenz nicht mehr im Nationalrat vertreten.

Der frühere SVP-Nationalrat Yvan Perrin hatte versucht, den Sitz des zurücktretenden Raymond Clottu zu verteidigen. Dieser war vor vier Jahren als SVP-Vertreter gewählt worden, hatte sich im Verlauf der Legislatur aber mit der Partei verkracht und zuletzt als Parteiloser politisiert.

Perrin nahm die Wahlschlappe der Neuenburger SVP am Sonntag weitgehend auf seine Kappe. Er habe die grüne Welle unterschätzt und trage einen wesentlichen Anteil an der Niederlage vom Sonntag, sagte er in den regionalen Medien. Nun sei es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Perrin gehörte von 2003 bis 2013 dem Nationalrat an. Im Mai 2013 wurde er in den Neuenburger Regierungsrat gewählt, musste aber im Juni 2014 nach kurzer Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Nun will er auch das Vizepräsidium der Neuenburger SVP abgeben.

Die Wahlbeteiligung lag bei 40,17 Prozent und damit leicht unter derjenigen von 2015, als sie 42,35 Prozent betrug.

Grüne bei Ständeratswahl stärkste Partei

Mit 21,14 Prozent der Stimmen wurden die Grünen wählerstärkste Partei, noch vor der FDP mit 21,12 Prozent. Die grosse Verliererin ist die SP. Sie scheiterte mit ihrer Strategie, zwei Kandidaten aus verschiedenen Regionen ins Rennen zu schicken. Die Partei erhielt nur 18,34 Prozent der Stimmen. Ihre Kandidatinnen Silvia Locatelli und Martine Docourt Ducommun lagen nur an fünfter und siebter Stelle.

Bei den Bürgerlichen schaffte der Freisinnige Philippe Bauer mit 11’044 Stimmen die Wahl klar, vor seinem Parteikollegen Didier Boillat mit 8402 Stimmen.

Die Wahlbeteiligung sank auf 35,71 Prozent, im Vergleich zu 37,27 Prozent bei den letzten Wahlen.

SP und CVP verteidigen im Jura ihre National- und Ständeratssitze

Im Kanton Jura hat es bei den Eidgenössischen Wahlen keine Überraschung gegeben. Im National- und Ständerat verteidigten CVP und SP als die grössten Parteien im Kanton ihre Sitze.

Im Nationalrat wurden bei einer Stimmbeteiligung von 43,61 Prozent die beiden Bisherigen Pierre-Alain Fridez (SP) und Jean-Paul Gschwind (CVP) am Sonntag für eine dritte Amtszeit gewählt. Fridez erhielt 6487 Stimmen und Gschwind 4622 Stimmen.

Die Vormachtstellung der beiden grössten Parteien des Kantons konnten die anderen Kräfte nicht brechen. Einerseits begünstigte die Proporzwahl SP und CVP. Andererseits profitierten die gewählten Kandidaten vom Bisherigen-Bonus.

Keine Gefahr von anderen Parteien

Gefahr drohte ihnen dabei am ehesten aus den eigenen Reihen. Loïc Dobler, der parteiinterne Herausforderer von Fridez, erhielt 3673 Stimmen. Bei der CVP erzielte Anne Froidevaux 3214 Stimmen.

Für die CVP war es zudem von Vorteil, dass die drittgrösste Kraft des Kantons, die FDP, keine Listenverbindung mit der SVP eingehen wollte. Dieses Bündnis hatte 2007 die Wahl des SVP-Kandidaten Dominique Baettig ermöglicht, was damals einem politischen Erdbeben gleichkam.

Auch bei den Linken gab es keine Allianzen. Die SP hatte ein breites Bündnis mit den Grünen und der unabhängigen CSP abgelehnt.

Die Grünen verzeichneten einen starken Wählerzuwachs. Ihre zwei Kandidatinnen Erica Hennequin (2894 Stimmen) und Céline Robert-Charrue (2546 Stimmen) belegten die Ränge fünf und sechs. Sie lagen damit vor dem SVP-Kantonalpräsidenten Thomas Stettler (2172 Stimmen).

Gestandene neue Ständeräte

Auch im Ständerat verteidigten CVP und SP wie erwartet ihre Sitze erfolgreich. Der christlichdemokratische jurassische Finanzdirektor Charles Juillard erhielt 7630 Stimmen und die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider 8895 Stimmen.

In Bern werden die beiden Neugewählten die Nachfolge von Anne Seydoux-Christe (CVP) und Claude Hêche (SP) antreten. Die beiden Bisherigen konnten gemäss kantonalem Recht nicht für eine vierte Amtszeit kandidieren.

Seit mehr als 20 Jahren halten CVP und SP die zwei jurassischen Sitze in der kleinen Kammer. Den Kandidaten der Grünen und der SVP gelang es erneut nicht, diese Vormachtstellung zu knacken.

Juillard ist Vizepräsident der CVP Schweiz. Weil die Kantonsverfassung eine Anhäufung von Mandaten verbietet, kann der 56-Jährige nicht gleichzeitig in der Kantonsregierung und im Ständerat sitzen. Die Nachwahl findet Anfang 2020 statt.

Mit Elisabeth Baume-Schneider schaffte ebenfalls eine Politikerin mit viel Exekutiverfahrung den Sprung nach Bern. Die Freibergerin gehörte von 2002 bis 2015 der jurassischen Kantonsregierung an, zuvor war sie Grossrätin gewesen. Die 55-Jährige ist Direktorin der Hochschule für Sozialarbeit und Gesundheit des Kantons Waadt.

GLP nimmt SVP in Basel-Stadt Nationalratssitz ab – Rotgrün stabil

Überraschung am Rheinknie: Die baselstädtische GLP nimmt der SVP ihren Nationalratssitz ab. Daneben behält die SP ihre beiden Sitze und die LDP sowie das Grüne Bündnis je einen. Die Basler Rechte kommt unter die grünen Räder.

SP-Fraktionspräsident Nordmann ist enttäuscht

SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann sagte gegenüber Keystone-SDA, er sei über die Verluste der SP zwar enttäuscht, aber das Gesamtresultat sei erfreulich, da die progressive Kraft links massiv zugelegt habe.

Auch in der Mitte seien jetzt mit dem Zuwachs der Grünliberalen progressivere Kräfte da. Jetzt sind laut Nordmann die Grünen zu Ergebnissen verpflichtet. Er zeigte sich guten Mutes, dass man gemeinsam gute Ergebnisse in der Klimapolitik erzielen werde.

«Weil wir den Namen Grün nicht im Namen haben»

Ein Teil der Gewinne der Grünen sei zu Lasten der SP gegangen, weil «wir den Namen Grün nicht im Namen haben», so Nordmann. Die SP sei jedoch von jeher prägend gewesen in der Klimapolitik.

Was den Bundesrat betreffe, müsse man das Spannungsfeld diskutieren, dass es dort eine rechtsbürgerliche Mehrheit gebe, das sei längerfristig nicht mehr haltbar, da diese im Parlament nicht mehr gegeben sei. Dieses Spannungsfeld müsse man diskutieren. Wenn man das korrigieren wolle, habe man noch keine Mehrheit, das sei noch sehr offen.

GLP-Ständeratskandidatin Tiana Moser stellt «Umwelt über Karriere»

Es mache selbstverständlich keinen Sinn, dass zwei Frauen aus dem ökologischen Lager in den zweiten Wahlgang um den Zürcher Ständeratssitz steigen würden, sagte GLP-Kandidatin Tiana Moser. Sowohl sie als auch ihre Grüne Konkurrentin Marionna Schlatter haben gute Chancen, den FDP-Sitz zu holen.

Tiana Moser glaubt, dass sie mit ihrer Nähe zur politischen Mitte «breiter aufgestellt» sei als Konkurrentin Marionna Schlatter. (Bild: Keystone)

Es gehe darum, diesen Ständeratssitz für das ökologische Lager zu holen und nicht um die eigene Karriere, sagte Moser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die beiden Parteien müssten nun schauen, wer die besseren Wahlchancen habe.

Moser glaubt, dass sie mit ihrer Nähe zur politischen Mitte «breiter aufgestellt» sei als Schlatter. Damit relativiert sie allerdings bereits die Bereitschaft, das Feld im Dienste der Umwelt zu räumen.

Besseres Resultat erhofft

Von ihrem persönlichen Resultat – hinter Schlatter – zeigte sich Moser ein klein wenig enttäuscht. «Natürlich habe ich mir ein besserer Resultat erhofft», sagte die GLP-Fraktionspräsidentin.

Das Resultat widerspiegle aber die Blockbildung der Parteien. Während die Grüne Schlatter auch von der SP unterstützt worden sei, sei sie selber von keinem Ticket getragen worden. Angesichts dessen sei das Resultat aber gut.

SVP-Kandidat Roger Köppel verzichtet eventuell auf zweiten Wahlgang

SVP-Ständeratskandidat Roger Köppel ist allenfalls bereit, nicht in den zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat zu steigen. «Für mich gilt: Thema vor Posten», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gehe um Positionen, nicht um seine Karriere.

Die Partei werde die Ausgangslage analysieren und dann – voraussichtlich am Donnerstag – über die weitere Strategie entscheiden. «Wir werden sachlich diskutieren, was gut für den Kanton Zürich ist.»

Roger Köppel, links, mit Parteikollege Alfred Heer, beim Fototermin der Nationalratskandidaten der Zürcher SVP. (Bild: Keystone)

Noser ein «Pro-Forma-Freisinniger»

Es gehe nicht um sein Ego und es sei nie darum gegangen. Allerdings tut sich Köppel schwer mit den Positionen der anderen Kandidaten. «Das ist ein Problem.» Ausgerechnet der bisherige FDP-Ständerat Ruedi Noser, dessen Wiederwahl Köppel mit einem allfälligen Rückzug im zweiten Wahlgang unterstützen würde, ist ihm ein Dorn im Auge. Noser sei lediglich ein «Pro-Forma-Freisinniger», sagte Köppel gegenüber TeleZüri.

Sein Wahlkampf sei jetzt schon ein Erfolg gewesen, bilanzierte Köppel. Als Wahlkampflokomotive der SVP «habe er geholfen, den befürchteten Absturz der Partei im Nationalrat abzuwenden». Selber sieht sich Köppel als «Winkelried» im Kampf gegen «marxistische Tendenzen» und die «Klimahysterie».

Grüne wollen Sitz im Bundesrat

Nach dem historischen Sieg der Grünen bei den Parlamentswahlen fordert die Partei mittelfristig einen Sitz im Bundesrat. Bei der nächsten Vakanz müsse der Einzug der Grünen in den Bundesrat ein Thema sein, sagte Parteipräsidentin Regula Rytz.

«Die Bevölkerung will eine grünere Politik», sagte Rytz in der Elefantenrunde von Schweizer Fernsehen SRF. Die Ambitionen der Grünen richteten sich in erster Linie gegen einen freisinnigen Bundesrat. Die Landesregierung müsse einen Kurswechsel vornehmen.

Grünen-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz möchte ihre Partei in den Bundesrat bringen. (Bild: Keystone)

Die Zauberformel – je zwei Sitze für die SVP, die FDP, die SP und ein Sitz für die CVP – gelte unverändert, konterte FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi diesen Vorstoss der Grünen. Die Grünen müssten das Ergebnis erst einmal in kommenden Wahlen bestätigen.

Kontinuität und Stabilität seien für die Schweiz wichtig. SVP-Präsident Albert Rösti rief in Erinnerung, dass seine Partei zum sechsten Mal in Folge wählerstärkste Partei sei. Jede vierte Bürgerin und jeder vierte Bürger habe die SVP gewählt. Die zwei Sitze im Bundesrat seien unbestritten. Ueli Maurer und Guy Parmelin stellten sich der Wiederwahl.

Kanton Zug schickt erstmals eine Frau ins Bundesparlament

Überraschung in Zug: Manuela Weichelt-Picard hat für die Alternative – die Grünen (ALG) der FDP den Nationalratssitz abgenommen. Sie ist die erste Frau, die Zug in Bundesbern vertritt. Die beiden Nationalräte von CVP und SVP wurden genauso wiedergewählt wie CVP-Ständerat Peter Hegglin. Der zweite Ständeratssitz wird in einer Stichwahl vergeben.

Manuela Weichelt-Picard ist die erste Frau, die den Kanton Zug in Bundesbern vertritt. (Bild: Keystone)

Nationalrat und SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi erzielte mit 15’359 Stimmen das beste Resultat. Auf den zweiten Platz schaffte es der zweite bisherige Zuger Nationalrat, CVP-Präsident Gerhard Pfister, mit 13’872 Stimmen.

Die neugewählte Manuela Weichelt-Picard (ALG) kam auf 6292 Stimmen. Dabei schaffte die alt Regierungsrätin Historisches: Sie ist die erste Frau überhaupt, die für den Kanton Zug in ein nationales Parlament gewählt wurde. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,1 Prozent.

Mit leeren Händen steht die FDP da: Nach dem Rücktritt von Nationalrat Bruno Pezzatti schaffte sie es nicht, ihren Sitz zu verteidigen. Sie präsentierte zwar drei Listen mit neuen Kandidatinnen und Kandidaten. Offenbar fehlte der Partei aber ein Zugpferd.

«Schwieriger Tag»

FDP-Präsidentin Carina Brüngger wollte den Sitzverlust allerdings nicht darauf zurückführen. Die FDP-Kandidaten seien sehr präsent gewesen im Wahlkampf, sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Resultat sei wohl auch eine Folge der «grünen Welle». Die Partei schreibt in einer Medienmitteilung von einem «schwierigen Tag in der Geschichte der Zuger FDP».

Grosse Freude herrschte am Sonntag dagegen bei der ALG: Die 52-jährige Manuela Weichelt-Picard schaffte es, die bürgerliche Front zu knacken. Seit 2011 nämlich waren die drei Zuger Nationalratssitze in bürgerlicher Hand. Damals hatte Jo Lang seinen Sitz an Bruno Pezzatti von der FDP verloren.

Das Resultat sei «sehr aussergewöhnlich» für den Kanton Zug, sagte ALG-Wahlkampfchef Marco Knobel. Es sei eine grosse Freude, dass die linke Allianz den Sitz von der FDP zurückerkämpfen konnte. Er führt den Erfolg unter anderem auch auf die «starken Kandidatinnen und Kandidaten» zurück.

Zweiter Wahlgang bei Ständeratswahlen

Zu einer zweiten Runde kommt es bei den Zuger Ständeratswahlen. Denn einzig der bisherige CVP-Ständerat Peter Hegglin schaffte die Wahl auf Anhieb. Er erhielt 19’909 Stimmen und erreichte somit das absolute Mehr von 18’464 Stimmen problemlos.

Nicht geschafft hat es die FDP im ersten Wahlgang, den frei werdenden Sitz von Joachim Eder zu verteidigen. Zwar erhielt ihr Kandidat, alt Regierungsrat Matthias Michel, mit 16’852 Stimmen am zweitmeisten Stimmen, er verpasste das absolute Mehr dennoch deutlich.

Ebenso sein grosser Herausforderer Heinz Tännler von der SVP, der ihm aber dicht auf den Fersen ist: Der Zuger Finanzdirektor, der sich als OK-Chef des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug auf nationaler Bühne präsentieren konnte, erhielt nur 83 Stimmen weniger als Michel. Er holte 16’769 Stimmen. FDP-Präsidentin Brüngger zeigte sich überzeugt, dass Michel im zweiten Wahlgang das Rennen machen wird.

Weit zurück liegen die anderen vier Ständeratskandidaten: Tabea Zimmermann Gibson (ALG) holte 8200 Stimmen, Barbara Gysel (SP) 7898 Stimmen und Andrea Sidler Weiss (parteilos) kam auf 2598 Stimmen. Auf dem letzten Platz liegt Stefan Thöni (Parat) mit 1626 Stimmen. Für den zweiten Wahlgang, der am 17. November stattfindet, werden sich ALG und SP wohl auf eine Kandidatin konzentrieren. «Wir werden als links-grüner Verbund antreten», sagte Knobel.

Wahlanmeldeschluss für die Stichwahl ist am kommenden Dienstag um 12 Uhr.

BDP leckt die Wunden – Landolt ratlos

Erste Hochrechnungen prognostizieren der BDP ein Minus von vier Sitzen im Nationalrat. Parteipräsident Martin Landolt ist ratlos: «Es wäre sehr schmerzhaft, wenn wir die Fraktionsstärke verlieren», sagt er im Interview mit Keystone-SDA-Video. Dies sei kein Szenario, auf das die Partei vorbereitet gewesen sei. Die viel diskutierte «Langweilig-Kampagne» der Partei sei vielleicht zu spät gekommen.

Grüne gewinnen laut Hochrechnung 16 Sitze

Die Grünen haben bei den Nationalratswahlen einen historischen Sieg errungen. Gemäss der Hochrechnung von gfs.bern im Auftrag der SRG gewinnen die Grünen 16 Sitze und kommen neu auf 27 Sitze. Die Grünliberalen gewinnen 8 Sitze und kommen auf 15 Sitze.

Die Grünen haben damit den bisherigen Rekord der SVP gebrochen, die im Jahr 1999 15 zusätzliche Sitze geholt hatte. Die SVP verliert 11 Sitze und kommt noch auf 54 Sitze. Die SP muss den Verlust von 4 Sitzen hinnehmen und kommt noch auf 39 Sitze. Die FDP hat nach dem Verlust von 4 Sitzen noch 29 Sitze.

Die CVP – von den Grünen überholt – kommt nach dem Verlust von 2 Mandaten noch auf 26 Mandate. Die BDP verliert 4 Sitze – und hat mit den 3 verbleibenden Sitzen keine Fraktionsstärke mehr.

13 Prozent Wähleranteil

Ihren Wähleranteil können die Grünen gemäss der zweiten Hochrechnung um 5,9 Prozentpunkte auf 13 Prozent steigern. Die Grünliberalen legen um 3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu. Stärkste Kraft bleibt die SVP. Sie verliert aber 3,8 Prozentpunkte und kommt noch auf 25,6 Prozent – weniger als im Jahr 2011.

Ein Teil der Gewinne der Grünen geht auf Kosten der SP. Die SP verliert 2,3 Prozentpunkte und erreicht noch 16,5 Prozent, die FDP verliert 0,9 Prozentpunkte und kommt auf 15,5 Prozent. Die CVP verliert nur leicht, um 0,2 Prozentpunkte. Sie kommt noch auf 11,8 Prozent. Die BDP erreicht bei einem Minus von 1,7 Prozentpunkten 2,4 Prozent.

Aus einigen Kantonen liegen Schlussresultate vor, die den Trend bestätigen. So muss im Kanton Solothurn die SP einen ihrer beiden Sitze an die Grünen abgeben. Zudem wurde der Bisherige Philipp Hadorn von SP-Parteipräsidentin Franziska Roth verdrängt. Die SVP konnte ihre beiden Sitze halten, CVP und FDP verteidigen je einen Sitz.

(Bild: Keystone-sda, Quelle: SRF)

Martullo wiedergewählt

Im Kanton Graubünden holte das links-grüne Lager einen zweiten Sitz. Die FDP ist nach acht Jahren zurück in der Grossen Kammer. Heinz Brand (SVP) und Duri Campell (BDP) wurden nicht wiedergewählt. Die Züricherin Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wiederwahl hingegen problemlos.

Im Kanton St. Gallen holten Grüne und Grünliberale je einen Sitz, die SVP und die CVP verloren je einen, die SP und die FDP konnten ihre Sitze halten. Im Kanton Zug hat die Alternative – die Grünen (ALG) den Nationalratssitz zurückerobert, den die Partei vor acht Jahren an die FDP abtreten musste.

Im Kanton Neuenburg gewinnen die Grünen einen Sitz auf Kosten der SVP. Ebenfalls gewählt werden dürften die Vertreter von SP, FDP und PdA. Auch im Kanton Freiburg erobern die Grünen einen Nationalratssitz von der SVP. Die übrigen Parteien dürften ihre Sitze verteidigen.

Im Kanton Luzern holt die GLP den vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitz zurück. SVP und FDP müssen je ein Mandat abgeben. CVP, SP und Grüne konnten ihren Besitzstand wahren.

Verluste für SVP und FDP

Der Kanton Aargau wurde nicht von der grünen Welle erfasst. Grüne und GLP haben weiterhin je einen Sitz. SP und CVP gewannen je einen Sitz, die FDP und SVP verloren je einen. Die BDP musste ihren einzigen Sitz an die EVP abgeben.

Im Kanton Schaffhausen gibt es keine Veränderungen: Die SVP und die SP haben weiterhin je einen Sitz. Die Baselbieter Nationalratsdelegation bleibt ebenfalls unverändert. Alle sieben Bisherigen wurden wiedergewählt. Im Kanton Schaffhausen gibt es ebenfalls keine Veränderungen: Die SVP und die SP haben weiterhin je einen Sitz. Ebenfalls keine Veränderung gibt es im Kanton Schwyz

Rochade in der Innerschweiz

Kaum Verschiebungen gibt es auch in kleineren Kantonen. In Nidwalden wurde erwartungsgemäss SVP-Nationalrat Peter Keller für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Appenzell Ausserrhoden bestätigte SVP-Nationalrat David Zuberbühler knapp. Der FDP ist es nicht gelungen, ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzuerobern.

Im Kanton Obwalden hat die SVP den Nationalratssitz zurückerobert, den sie 2011 verloren hatte. Monika Rüegger schaffte die Wahl knapp vor CVP-Mitglied Peter Krummenacher. Sie ist die erste Nationalrätin des Kantons.

In Uri verliert die SVP hingegen ihren einzigen Nationalratssitz. Der 31-jährige CVP-Landrat Simon Stadler löst den bisherigen Beat Arnold ab. In Appenzell Innerrhoden verteidigt die CVP ihren Sitz mit dem ehemaligen Regierungsrat Thomas Rechsteiner. Glarus schickt auch in den nächsten vier Jahren BDP-Chef Martin Landolt als einzigen Vertreter im Nationalrat nach Bern.

Sitzgewinne für Grüne

Für jene Kantone, für welche erst Hochrechnungen vorliegen, sind teils dramatische Sitzgewinne für die ökologischen Kräfte zu erwarten. In Zürich können die Grünen drei zusätzliche Sitze gewinnen, sie kämen neu auf fünf Sitze.

Die Grünliberalen könnten ebenfalls drei Sitze zulegen und damit insgesamt sechs Mandate holen. Grosse Verliererin ist die SP, die in Zürich drei Sitze einbüssen würde. Sitze verlieren auch die SVP, die CVP und die BDP.

Im Kanton Bern können die Grünen gemäss Hochrechnung zwei Sitze zulegen, die Grünliberalen und die EDU je einen. Der SVP und der SP droht der Verlust von je zwei Sitzen, die BDP muss möglicherweise ebenfalls ein Mandat preisgeben.

Grüne in Genf stärkste Kraft

Stark zulegen dürften die Grünen auch im Kanton Genf. Dort könnte sie einen Wähleranteil von über 20 Prozent erreichen und stärkste Partei im Kanton werden. Damit würden die Grünen in Genf zwei Sitze dazu gewinnen und auf drei Sitze kommen. Auch die Grünliberalen dürften einen Sitz erobern. In der Waadt zeichnen sich ebenfalls zwei zusätzliche Mandate für die Grüne ab.

Im Kanton Tessin legen die Grünen gemäss Hochrechnung 8,1 Prozentpunkte zu. Sie hätten damit neu einen Sitz im Nationalrat. Stärkste Partei bliebe die FDP, gefolgt von der Lega und der CVP. Wie die SP würde die FDP aber leicht verlieren. Auch im Wallis könnten die Grünen ihren ersten Sitz im Nationalrat erobern – auf Kosten der CVP. SP, FDP und SVP dürften ihre Sitze hingegen verteidigen.

In Thurgau dürften die Grünen ebenfalls auf der Siegerseite stehen. Gemäss Hochrechnung erobern sie den Nationalratssitz der FDP. Die SVP verliert zwar, kann ihre drei Sitze aber halten. CVP und SP behalten je einen Sitz.

In Basel-Stadt zeichnet sich ab, dass die Linke ihre Sitze wohl wird halten können. Im Wahlkampf musste Sibel Arslan von der linken BastA! um ihren Sitz bangen. Stattdessen wird es nun für die SVP knapp: Nationalrat Sebastian Frehner wird voraussichtlich nicht wiedergewählt.

SRG-Hochrechnung geht von grossen Gewinnen von Grünen und GLP aus

Gemäss der zweiten nationalen Hochrechnung der SRG legen die Grünen historisch zu: Neu haben sie 27 Sitze im Nationalrat (+16). Die GLP hat neu 15 Sitze (+8). Stärkste Kraft bleibt die SVP mit 54 Sitzen (-11). Die SP kommt auf 39 Sitze (-4), die FDP auf 29 Sitze (-4), die CVP auf 26 (-2). Die BDP kommt neu auf 3 (-4) und verliert damit Fraktionsstärke.

Jürg Grossen: «Es ist ein guter Tag für die Grünliberalen»

Erste Hochrechnungen an den Eidgenössischen Wahlen 2019 prognostizieren der GLP ein Plus von 3 Prozent Wählern auf insgesamt 7,6 Prozent. Jürg Grossen, Parteipräsident der Grünliberalen, zeigt sich im Interview mit Keystone-SDA sehr zufrieden. Ein bisher gemunkeltes Zusammenspannen mit den Grünen um den Bundesratssitz von Ignazio Cassis zu erobern, sei bisher aber noch «Fake News».

(Video: Stefan Lanz)

Bastien Girod: «Das Klima hat gewonnen»

Die Grünen können bei den nationalen Wahlen markante Gewinne feiern. Bastien Girod, Nationalrat Grüne/ZH, erklärt sich die aktuellen Prognosen mit dem Wahlgang der Jungen.

(Video: Silva Schnurrenberger)

Gerhard Pfister: «CVP wird stärkste Kraft in der Mitte bleiben»

Die ersten Hochrechnungen an den Eidgenössischen Wahlen 2019 sagen der CVP einen stabilen Wähleranteil von 12 Prozent voraus. Parteipräsident Gerhard Pfister äussert sich im Interview mit Keystone-SDA dazu, ob er damit zufrieden ist und ob seine Partei allenfalls um ihren Bundesratsplatz zugunsten der Grünen zittern muss.

(Video: Stefan Lanz)

Beat Walti: «Jeder Verlust ist schmerzhaft»

Erste Hochrechnungen sagen der FDP einen Verlust von 1.2 Prozent Wähleranteil voraus. Beat Walti, Fraktionspräsident FDP, ist enttäuscht darüber: «Wir hätten gewinnen wollen». Trotzdem zittert die FDP noch nicht um den Bundesratssitz von Ignazio Cassis zugunsten der Grünen oder Grünliberalen.

(Video: Stefan Lanz)

Mindestens 14 Ständeratssitze erst in zweiten Wahlgängen

Mindestens 14 der 46 Ständeratssitze werden nach derzeitigem Stand erst in zweiten Wahlgängen vergeben, und fünf Bisherige müssen in zweite Wahlgänge. Die meisten Sitze sind bei CVP und SP noch offen.

Als Bisherige müssen sich Ruedi Noser (FDP/ZH), die St. Galler Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP), Roberto Zanetti (SP/SO) sowie Beat Rieder (CVP/VS) in einen zweiten Wahlgang noch einmal den Wählern stellen.

In St. Gallen haben Würth und Rechsteiner das absolute Mehr nur knapp verpasst. Ihre Wahlchancen am 17. November stehen aber gut, da sie die meisten Stimmen holten. Es sieht danach aus, als könnte die FDP ihren mit der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat verlorenen Sitz nicht zurückholen.

In Solothurn muss Roberto Zanetti (SP) wie schon vor vier Jahren in den zweiten Wahlgang. Sein Herausforderer ist Nationalrat Christian Imark von der SVP. Imark lag nach dem ersten Wahlgang allerdings weit zurück. Auch in Solothurn fällt der Entscheid am 17. November.

Noser vor Köppel

Auch Ruedi Noser (FDP/ZH) hat seinen Sitz noch nicht gesichert. Er landete zwar auf dem zweiten Platz hinter dem klar wiedergewählten Daniel Jositsch (SP), muss aber am 17. November in einen zweiten Wahlgang. Allerdings konnte Noser den drittplatzierten Roger Köppel (SVP) deutlich distanzieren.

Im Wallis hat die Traditionspartei CVP ihre beiden Ständeratssitze noch nicht im Trockenen. Der wieder angetretene Beat Rieder muss ebenso wie die neu angetretene Marianne Maret am 3. November in einen zweiten Wahlgang.

Dabei wankt zumindest einer der Walliser CVP-Sitze – SP-Kandidat Mathias Reynard folgt relativ dicht auf Maret, beide haben aber klar weniger Stimmen erhalten als der Bisherige Rieder. FDP-Kandidat Philippe Nantermod schnitt deutlich schlechter ab.

Die Freiburger Ständeratsdelegation muss ebenfalls in den zweiten Wahlgang. Favoriten sind allerdings die beiden Bisherigen, SP-Parteipräsident Christian Levrat und Beat Vonlanthen (CVP). Sie belegten am Sonntag die Spitzenplätze.

Im Kanton Aargau entscheidet sich am 24. November, wer Philipp Müller (FDP) und Pascale Bruderer Wyss (SP) im Ständerat beerbt. In der Defensive ist in diesem Kanton die SP. Ihr Kandidat Cédric Wermuth landete hinter Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) auf dem dritten Platz.

In Luzern muss die CVP den Sitz von Konrad Graber am 17. November verteidigen. Ihre Kandidatin Andrea Gmür landete am Sonntag hinter dem wiedergewählten Damian Müller (FDP) zwar auf den zweiten Platz, verpasste aber das absolute Mehr um gut 10’000 Stimmen.

Föhns Nachfolge offen

Wer in Schwyz Nachfolger von Peter Föhn (SVP) wird, entscheidet sich am 24. November. Pirmin Schwander (SVP) verpasste das absolute Mehr und wurde hinter Alex Kuprecht (SVP) Zweitbester. Er wird allerdings hart bedrängt von Regierungsrat Othmar Reichmuth (CVP), der nur 106 Stimmen weniger auf sich vereinte. FDP-Kandidat Kaspar Michel lag deutlich zurück.

Auch die Nachfolge des Baselbieter SP-Ständerats Claude Janiak wird wie erwartet erst in der Stichwahl bestimmt: Im ersten Wahlgang erreichte niemand das absolute Mehr. Das beste Resultat erzielte FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger vor der Grünen Maya Graf.

In Zug hat erst Peter Hegglin (CVP) die Wiederwahl geschafft. Der bisher von der FDP gehaltene Sitz ist noch frei. FDP-Kandidat Matthias Michel verpasste die Wahl auf Anhieb genauso klar wie Heinz Tännler (SVP). Der zweite Wahlgang findet am 17. November statt.

Es zeichnet sich eine tiefere Wahlbeteiligung ab

Weniger Personen als vor vier Jahren dürften sich an der Wahl beteiligt haben. Die SRG-Hochrechnung geht von 47,3 Prozent Wahlbeteiligung aus. Das wären rund 1,2 Prozentpunkte weniger als 2015. Damals gingen 48,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne.

Von den bereits ausgezählten Kantonen hat Nidwalden die höchste Wahlbeteiligung. Allerdings ging auch dort nur wenig mehr als die Hälfte der Wahlbevölkerung an die Urne (50,4 Prozent). Am tiefsten lag die Wahlbeteiligung in Glarus mit 39,3 Prozent.

Zwei Nationalräte in Graubünden abgewählt

In Graubünden sind gleich zwei bisherige Nationalräte abgewählt worden. Getroffen hat es SVP-Nationalrat Heinz Brand und BDP-Nationalrat Duri Campell. Die Züricherin Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wiederwahl als SVP-Nationalrätin problemlos.

Das links-grüne Lager von SP, Grünen und GLP knöpfte der SVP einen der beiden Sitze ab und gewann einen zweiten. Neu in den Nationalrat gewählt wurden Jon Pult und Sandra Locher Benguerel von der SP. Die Wiederwahl schafften SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher sowie Martin Candinas von der CVP.

Die FDP ist nach acht Jahren Abwesenheit zurück im Nationalrat. Die neue freisinnige Nationalrätin heisst Anna Giacometti, die Gemeindepräsidentin von Bregaglia, die im Zusammenhang mit dem Bergsturz von Bondo eine gewisse Bekanntheit erlangte. Sie wurde gewählt, obschon sie auf den vierten von fünf Listenplätzen gesetzt wurde.

Vier von fünf Bündner Bisherige hatten wieder kandidiert. Auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte einzig Silva Semadeni von der SP. Überraschend ist, dass zwei von vier Bisherigen die Wiederwahl nicht schafften.

SVP-Nationalrat Heinz Brand wäre 2021 Nationalratspräsident geworden. Er sass seit 2011 in der Grossen Kammer. Duri Campell von der BDP war vor vier Jahren in den Nationalrat gewählt worden. Die Bündner BDP ist damit im Bundesparlament nicht mehr präsent.

Grüne erobern Ständeratssitz der SP in Neuenburg

Bei den Ständeratswahlen in Neuenburg haben die Grünen überraschend der SP ihren Sitz weggeschnappt. Céline Vara, Vizepräsidentin der Grünen Schweiz, machte das Rennen. Ebenfalls in die kleine Kammer gewählt wurde wie erwartet FDP-Nationalrat Philippe Bauer.

Mit 21,14 Prozent der Stimmen wurden die Grünen gar wählerstärkste Partei, noch vor der FDP mit 21,12 Prozent. Vara erhielt 10’035 Stimmen, Fabien Fivaz von den Jungen Grünen 9875 Stimmen. Er wird wahrscheinlich in den Nationalrat gewählt.

Die grosse Verliererin ist die SP. Sie scheiterte mit ihrer Strategie, zwei Kandidaten aus verschiedenen Regionen ins Rennen zu schicken. Die Partei erhielt nur 18,34 Prozent der Stimmen. Ihre Kandidatinnen Silvia Locatelli und Martine Docourt Ducommun lagen nur an fünfter und siebter Stelle.

Bei den Bürgerlichen schaffte der Freisinnige Philippe Bauer mit 11’044 Stimmen die Wahl klar, vor seinem Parteikollegen Didier Boillat mit 8402 Stimmen.

Angesichts der Proporzwahl im Kanton Neuenburg waren die meisten Beobachter im Vorfeld ausgegangen, dass FDP und SP ihre Sitze verteidigen würden. Sie hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass die Grünen so stark zulegen würden.

Grüne jagen der SP einen Sitz ab - SVP fest im Sattel

Im Kanton Solothurn muss die SP einen ihrer beiden Sitze an die Grünen abgeben. Zudem wurde der Bisherige Philipp Hadorn (SP) nicht wieder gewählt.

Wahlsiegerin ist die SVP, die ihre beiden bisherigen Sitze mit den Bestresultaten aller Kandidierenden ins Trockene brachte und nun als einzige Solothurner Partei zwei Vertreter nach Bern schicken kann. Je einen Sitz verteidigten FDP und CVP.

Stichwahl um Nachfolge von Ständerat Claude Janiak

Die Nachfolge des Baselbieter SP-Ständerats wird wie erwartet erst in der Stichwahl bestimmt: Im ersten Wahlgang erreichte niemand das absolute Mehr. Das beste Resultat erzielte FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger.

Zur Wahl für den einzigen Ständeratssitz des Kantons Basel-Landschaft waren vier Kandidierende angetreten, von denen drei der Grossen Kammer angehören. Das beste Ergebnis erzielte im ersten Wahlgang FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger mit 26’536 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 41,40Prozent.

Auf dem zweiten Rang folgte mit 22’985 Stimmen Nationalrätin Maya Graf von den Grünen, derweil SP-Nationalrat Eric Nussbaumer mit 22’519 Stimmen den dritten Platz belegte. Abgeschlagen auf dem vierten Platz folgte die ehemalige Landratspräsidentin Elisabeth Augstburger von der EVP, die sich mit 3209 Stimmen zufrieden geben musste.

Erste Parlamentarierinnen für Obwalden und Zug

Obwalden war einer von vier Kantonen, die noch nie eine Eidgenössische Parlamentarierin stellten. Doch mit der Durststrecke ist es jetzt vorbei: Mit Monika Rüegger hat der Kanton seine erste Nationalrätin. Sie eroberte den NR-Sitz zurück, den die SVP 2015 verloren hatte.

Auch Zug hat seine historische Frauen-Vakanz beendet: Manuela Weichelt-Picard hat für die Alternative – die Grünen (ALG) den Nationalratssitz zurückerobert, den die Partei vor acht Jahren der FDP abtreten musste.

Während die Kantone Obwalden, Appenzell Innerrhoden und Glarus nur je einen NR-Sitz zugute haben, hat Zug deren drei. Die Wahl einer Frau war daher eher wahrscheinlich. Bei der Ständeratswahl wird keine weitere dazukommen: Tabea Zimmermann Gibson als bestplatzierte Frau lag vorerst abgeschlagen auf Rang vier.

Noch nicht beendet hat seine frauenfreie Durststrecke der Kanton Appenzell Innerrhoden. Grosse Hoffnungen lagen auf Regierungsrätin Antonia Fässler, der offiziellen Nationalratskandidatin der CVP. Weggeschnappt hat ihr den Sitz Parteikollege Thomas Rechsteiner, der vom Gewerbeverband portiert worden war.

Es gehört zu den Besonderheiten des Kantons, dass Nominationen von Verbänden ebenso bedeutend sind wie solche von Parteien. Fässler musste sich in allen sechs Innerrhoder Bezirken ihrem Parteikollegen Rechsteiner geschlagen geben, sogar an ihrem Wohnort Appenzell. Auch Ruedi Eberle von der SVP lag in der Rangliste noch vor Fässler.

Ebenfalls immer noch ohne weibliche Parlamentsvertretung ist Glarus. Hier waren die Hoffnungen allerdings auch nur schüchtern. Herausfordererin des stabilen bisherigen Nationalrats Martin Landolt war die nahezu unbekannte 33-jährige Sekundarlehrerin Priska Grünenfelder.

Die Glarner haben zwar mit der Wahl des Grünen Mathias Zopfi in den Ständerat Offenheit bewiesen. So aufgeschlossen, um die politisch noch unbedarfte SP-Frau Grünenfelder in den Nationalrat zu wählen, waren sie dann aber doch nicht. Die Lehrerin vermochte BDP-Präsident Martin Landolt nicht zu gefährden. Er machte 6396, sie 2861 Stimmen.

Nationalratsdelegation wiedergewählt

Die Baselbieter Nationalratsdelegation bleibt gleich. Alle sieben Bisherigen wurden wiedergewählt: Eric Nussbaumer (SP), Maya Graf (Grüne), Sandra Sollberger, Thomas de Courten (beide SVP), Samira Marti (SP), Daniela Schneeberger (SVP) und Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP).

Obenaus schwang Eric Nussbaumer (SP) mit 29’593 Stimmen, gefolgt von Maya Graf (Grüne) mit 27’141 Stimmen und Sandra Sollberger (SVP) mit 25’653 Stimmen. Thomas de Courten (SVP) landete auf dem vierten Platz mit 24’498 Stimmen, gefolgt von Samira Marti (SP) mit 22’993 Stimmen und Daniela Schneeberger mit 19’071 Stimmen. Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) erreichte 13’707 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 42,56 Prozent.

Graf, Nussbaumer und Schneeberger haben zudem noch Chancen auf den einzigen Ständeratssitz, für den Amtsinhaber Claude Janiak (SP) nach zwölf Jahren nicht mehr angetreten ist. Das macht bei Grünen, SP und FDP den Nachrück-Listenplatz für den Nationalrat begehrt. Vergeben wird der Ständeratssitz erst im zweiten Wahlgang am 24. November.

Wallis: Zweiter Wahlgang für Ständerat im Wallis

Bei den Ständeratswahlen im Wallis kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Keiner der acht Kandidaten erhielt die absolute Mehrheit von 58’692 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,01 Prozent.

An der Spitze war wie erwartet der Bisherige Beat Rieder (CVP) aus dem Oberwallis mit 45’678 Stimmen. Seine Unterwalliser Parteikollegin Marianne Maret erhielt 39’660 Stimmen, gefolgt vom Sozialdemokraten Mathias Reynard mit 36’323 Stimmen.

Der Freisinnige Philippe Nantermod kam auf 25’727 Stimmen. Dicht dahinter folgte Brigitte Wolf mit 24’799 Stimmen, dem besten Ergebnis, das eine Grüne im Wallis je erzielt hat.

Zu den Verlieren bei den Walliser Ständeratswahlen gehört die SVP. Cyrille Fauchère bekam nur 16’652, sein Parteikollege Michael Kreuzer 15’359 Stimmen. Abgeschlagen am Ende lag die unabhängige Politikerin Jacqueline Lavanchy (Graines de Futur) mit 2878 Stimmen.

Ein möglicher zweiter Wahlgang findet am 3. November statt.

Erste nationale Hochrechnung: Markanter Gewinn für Grüne

Die Grünen sind die grossen Sieger der Nationalratswahlen. Laut der ersten Hochrechnung können sie ihren Wähleranteil um 5,6 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent. steigern. Die Grünliberalen legen um 3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu.

Die Grünen würden damit die CVP überholen und wären neu die viertstärkste Partei. Die SVP würde die stärkste Kraft bleiben. Sie verliert gemäss der Hochrechnung aber 3,1 Prozentpunkte und kommt noch auf 26,3 Prozent – ungefähr gleich viel wie 2011.

Teilweise gewinnen die Grünen auf Kosten der SP. Die SP verliert 2,3 Prozentpunkte und kommt noch auf 16,5 Prozent, die FDP kommt mit minus 1,2 Prozentpunkten auf 15,2 Prozent. Die CVP verliert leicht um 0,4 Prozentpunkte und kommt auf 12 Prozent, die BDP erreicht 2,4 Prozent. Das Ausmass der Verschiebungen sei gross, sagte Lukas Golder von gfs.bern im Schweizer Fernsehen SRF.

Besonders stark zulegen dürften die Grünen im Kanton Genf. Dort könnte sie einen Wähleranteil von über 20 Prozent erreichen und stärkste Partei im Kanton werden. Damit würden die Grünen in Genf zwei Sitze dazu gewinnen und auf drei Sitze kommen. Auch die Grünliberalen dürften einen Sitz erobern.

Grüe-Parteipraesidentin und Nationalrätin Regula Rytz, (rechts) und 
Grossrätin Natalie Imboden (Grüne, BE) freuen sich.

Die Grünen-Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz (rechts) und
Grossrätin Natalie Imboden (Grüne, BE) freuen sich. (Bild: Keystone-sda)

 

Jura: CVP und SP liegen bei Ständeratswahlen wie erwartet vorn

Im Kanton Jura behalten die CVP und die SP voraussichtlich ihre Sitze im Ständerat. Die Favoriten, der christlichdemokratische jurassische Finanzdirektor Charles Juillard und die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider, liegen nach 36 von 53 ausgezählten Gemeinden klar vorn.

Die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider und der jurassische Finanzdirektor Charles Juillard (CVP, unten) liegen nach 36 von 53 ausgezählten Gemeinden klar vorn. (Bilder: Keystone)

Baume-Schneider liegt mit 3338 Stimmen vor Juillard, auf den 3152 Stimmen entfielen. An dritter Stelle folgte Thomas Stettler von der SVP mit 1993 Stimmen.

Die Sitze der CVP und der SP scheinen damit für die kommende Legislatur so gut wie gesichert. Seit mehr als 20 Jahren halten die CVP und die SP die beiden jurassischen Sitze in der kleinen Kammer.

St. Gallen: Zweiter Wahlgang für beide Ständeratssitze

Im Kanton St. Gallen hat der bisherige Ständerat Benedikt Würth (CVP) das absolute Mehr knapp verpasst. In den zweiten Wahlgang muss auch Paul Rechsteiner (SP). Beide bisherigen St. Galler Ständeräte holten mit Abstand am meisten Stimmen.

Bereits bei den Zwischenergebnissen hatte sich ein klarer Trend gezeigt: Die beiden bisherigen St. Galler Ständeräte lagen vorne, gefolgt vom Kandidaten der SVP, Roland Rino Büchel. Damit ging es vor allen um die Frage, wer in den zweiten Wahlgang muss.

Beim Schlussresultat lag der bei den Ersatzwahlen im Mai in den Ständerat gewählte Benedikt Würth mit 70’594 Stimmen nur knapp unter dem absoluten Mehr von 71’095 Stimmen. Am zweitmeisten Stimmen – nämlich 64’077 – erhielt Paul Rechsteiner.

Mit deutlichem Abstand dahinter folgt Roland Rino Büchel (SVP) mit 45’941 Stimmen. Abgeschlagen sind Marcel Dobler (FDP) mit 30’755 Stimmen sowie die Grüne Franziska Ryser mit 27’660 Stimmen. Das Ziel der Kandidatin der Grünen war allerdings vor allem ein Sitz im Nationalrat.

Die St. Galler Ständeräte Paul Rechsteiner (SP, Mitte) und Benedikt Würth (CVP rechts) müssen in den zweiten Wahlgang. (Archivbild: Keystone)
Neuenburg: Grüne könnten Ständeratssitz der SP erobern

Die Grünen könnten auch bei den Ständeratswahlen im Kanton Neuenburg für eine Überraschung sorgen. Nach Auszählung von 28 der 31 Gemeinden sieht es danach aus, dass sie die SP aus der Kleinen Kammer verdrängen könnten.

Die Grüne Partei eroberte gemäss den bisherigen Ergebnissen 20,37 Prozent der Stimmen, während die SP nur auf 17,82 Prozent Stimmenanteil kommt. Bisher war der Kanton Neuenburg durch je einen Vertreter von SP und FDP im Ständerat vertreten.

Verzögerungen in Basel-Stadt

Unerwartet lange Schlangen vor dem Wahllokal im Basler Rathaus: Weil deutlich mehr Wählerinnen und Wähler ihre Wahlstimmen persönlich abgegeben haben, kam es in Basel-Stadt zu Verzögerung bei der Bekanntgabe des Schlussresultats für die Ständeratswahlen.

Die SP-Kandidatin Eva Herzog konnte sich dennoch bereits bequem zurücklehnen: Ihr Vorsprung den brieflich Wählend war so gross, dass ihr die Wahl nicht mehr genommen werden konnte.

Tessin: SVP-Kandidat könnte FDP-Ständeratssitz erobern

Im Kanton Tessin liegt der SVP-Nationalrat Marco Chiesa vorne im Kampf um den freiwerdenden FDP-Ständeratssitz. CVP-Ständerat Filippo Lombardi scheint derweil unantastbar.

Bei den Ständeratswahlen im Tessin liegt derzeit der Bisherige Lombardi (CVP) mit 12’075 Stimmen vorne. Auf Platz zwei befindet sich im Moment SVP-Nationalrat Marco Chiesa mit 11’244 Stimmen. Auf Platz drei folgt FDP-Nationalrat Giovanni Merlini mit 10’250 Stimmen.

Die beiden bisherigen Nationalräte Chiesa und Merlini kämpfen um den freiwerdenden Ständeratssitz des abtretenden FDP-Politikers Fabio Abate. SP-Kandidatin und Nationalrätin Marina Carobbio Guscetti liegt im Moment an vierter Stelle und kann 9’954 Stimmen auf sich vereinen.

Ausgezählt sind im Moment 76 der insgesamt 115 Tessiner Gemeinden. Die grossen Städte des Kantons sind noch nicht ausgezählt.

Zürich: Christoph Mörgeli (SVP) kehrt wohl nicht nach Bern zurück

Der Kanton Zürich hat eine erste Hochrechnung zu gewählten und nicht gewählten Kandidierenden veröffentlicht. Diese zeigt, dass das Comeback von Christoph Mörgeli (SVP) wohl nicht klappen dürfte.

Kein Ticket nach Bern gibt es gemäss Hochrechnung auch für den Milieu-Anwalt Valentin Landmann. Er muss sich wohl mit seinem Amt als Zürcher SVP-Kantonsrat zufrieden geben.

Bitter ist der Wahlausgang für den bisherigen SVP-Nationalrat Claudio Zanetti. Gemäss Hochrechnung verliert er sein Amt.

Abgewählt wird voraussichtlich auch Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler (FDP). Er erlangte mit der «No Billag»-Initiative nationale Bekanntheit. Schlecht sieht es auch aus für die SP-Nationalräte Martin Naef und Fabian Molina. Auch sie dürften ihr Amt verlieren.

Wallis: Grüne vor Sitzgewinn im Nationalrat

Im Wallis könnten die Grünen ihren ersten Sitz im Nationalrat erobern. Teilergebnisse nach Auszählung von mehr als der Hälfte der 126 Gemeinden deuten darauf hin, dass die Grünen auf Kosten der CVP einen Sitz gewinnen könnten.

Ob die CVP den Sitz eher im französischsprachigen Wallis oder im Oberwallis zum Nachteil des Bisherigen Thomas Egger verlieren würde, ist im Moment schwer zu beurteilen.

SP, FDP und SVP dürften ihre Sitze hingegen verteidigen. Die Walliser Vertretung in der grossen Kammer bestand bislang aus vier Christlichdemokraten, zwei SVP-Politikern sowie je einem Sozialdemokraten und Freisinnigen. Die Wahlbeteiligung liegt derzeit bei 61,38 Prozent.

«Extinction Rebellion» stört Livesendung im TV

In Genf hat die Aktivistengruppe «Extinction Rebellion» laut der Neuen Zürcher Zeitung eine TV-Livesendung im Wahlzentrum gestört. Die Aktivisten, die auf der Zuschauertribüne sassen, fingen plötzlich an, im Chor zu singen. Weil die Fortführung der TV-Sendung so nicht möglich war, wurde der Wortführer der Aktivistengruppe auf die Bühne geholt. Seine Botschaft: «Es braucht zivilen Ungehorsam, um auf den Klimanotstand aufmerksam zu machen».

Jakob Stark (SVP) ist neuer Thurgauer Ständerat

Jakob Stark (SVP) wird neuer Thurgauer Ständerat und folgt auf seinen zurücktretenden Parteikollegen Roland Eberle. Brigitte Häberli-Koller (CVP) schafft die Wiederwahl problemlos.

Jakob Stark (SVP) tritt die Nachfolge von Parteikollege Roland Eberle an. (Archivbild: Keystone)

 

Gemäss dem vorläufigen Endergebnis der Thurgauer Staatskanzlei erreichten Häberli und Stark das Absolute Mehr und sind somit bereits im ersten Wahlgang gewählt. Häberli bekam 43’434 Stimmen, Stark folgt mit 37’913 Stimmen.

Die weiteren Kandidaten Nina Schläfli (SP), Kurt Egger (Grüne) und Ueli Fisch (GLP), haben einen grossen Abstand auf die Gewählten. Weit abgeschlagen ist die parteilose Gabriela Coray.

Zweiter Wahlgang für Freiburger Ständeräte – Levrat an der Spitze

Im Kanton Freiburg wird die Ständevertretung erst im zweiten Wahlgang am 10. November bestimmt. Favoriten sind die beiden Bisherigen, Christian Levrat (SP) und Beat Vonlanthen (CVP). Sie belegten am Sonntag die beiden Spitzenplätze.

Am meisten Stimmen erzielte Christian Levrat, der Präsident der SP Schweiz. Er gehört dem Ständerat bereits seit März 2012 an. Damals gewann er die Ersatzwahl für den in den Bundesrat gewählten Alain Berset. An zweiter Stelle liegt Beat Vonlanten (CVP), der vor vier Jahren in die kleine Kammer gewählt worden waren.

Hinter die beiden Bisherigen platzierten sich Johanna Gapany (FDP) und Pierre-André Page (SVP) an dritter und an vierter Stelle.

Solothurn: Bischof (CVP) gewählt – Zanetti (SP) muss in den zweiten Wahlgang

Die Solothurner Ständeratswahlen laufen gleich ab wie vor vier Jahren. Pirmin Bischof (CVP) schafft die Wiederwahl im ersten Wahlgang. Roberto Zanetti (SP) als zweiter Bisheriger muss einen Umweg über den zweiten Wahlgang in Kauf nehmen. Sein grösster Herausforderer Christian Imark (SVP) liegt deutlich zurück.

Der bisherige Nationalrat Christian Imark von der SVP liegt deutlich zurück.

 

Bei einem absoluten Mehr von 39’651 Stimmen erreichte Bischof 42’234 Stimmen. Zanetti holte 37’465 Stimmen, 13’000 Stimmen mehr als Christian Imark (SVP), der 24’460 Mal auf dem Wahlzettel stand, dafür aber die Wiederwahl in den Nationalrat schaffte. Felix Wettstein von den Grünen kam auf 19’794 Stimmen und überflügelte damit Stefan Nünlist (FDP), der auf 17’942 Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung betrug 44,24 Prozent.

Damit läuft das selbe Szenario ab wie vor vier Jahren. Auch damals schaffte Bischof die Wiederwahl in die kleine Kammer im ersten Wahlgang, während Zanetti in den zweiten Wahlgang musste. Dort bezwang er mit Walter Wobmann ebenfalls einen Herausforderer der SVP.

Die FDP zog ihre Kandidatin 2015 im zweiten Wahlgang zurück, gab aber wie die CVP gegenüber dem SVP-Kandidaten keine Wahlempfehlung ab. Nach dem schwachen Abschneiden von FDP-Parteipräsident Stefan Nünlist könnte sich die Situation wiederholen.

Die Parteien müssen bereits Anfang Woche entscheiden, ob sie mit ihren Kandidaten zum zweiten Wahlgang noch einmal antreten. Der zweite Wahlgang findet am 17. November statt.

Liste der gewählten Ständerätinnen und Ständeräte

Die Liste der bis 15.00 Uhr gewählten Ständerätinnen und Ständeräte und der Daten der zweiten Wahlgänge für die Kantone, in denen noch keine Entscheidung gefallen ist.

 

Aargau

Niemand gewählt: Zweiter Wahlgang am 24. November

 

Appenzell Ausserrhoden

Andrea Caroni (FDP, 11490 Stimmen)

 

Appenzell Innerrhoden

Daniel Fässler (CVP, bereits am 28. April 2019 gewählt)

 

Glarus

Thomas Hefti (FDP, 7544 Stimmen)

Mathias Zopfi (Grüne, 5684 Stimmen

 

Graubünden

Stefan Engler (CVP, 30’033 Stimmen)

Martin Schmid (FDP, 26’629 Stimmen)

 

Luzern

Damian Müller (FDP, 65’784 Stimmen)

Zweiter Sitz: Niemand gewählt: Zweiter Wahlgang am 17. November

 

Nidwalden

Hans Wicki (FDP, stille Wahl)

 

Obwalden

Erich Ettlin (CVP, stille Wahl)

 

Schaffhausen

Hannes Germann (SVP, 17’333 Stimmen)

Thomas Minder (parteilos, 14’813 Stimmen)

 

Uri

Josef Dittli (FDP, 7576 Stimmen)

Heidi Z’graggen (CVP, 7086 Stimmen)

Luzern: Erst ein Ständeratssitz besetzt

Bei den Ständeratswahlen im Kanton Luzern ist Damian Müller (FDP) im ersten Wahlgang bestätigt worden. Der zweite Sitz, jener des zurücktretenden Konrad Grabers (CVP), konnte noch nicht besetzt werden.

Der Luzerner FDP-Ständerrat Damian Müller ist im ersten Wahlgang bestätigt worden.

Damian Müller (FDP) wurde im ersten Wahlgang bestätigt. (Bild: Keystone)
Ein guter Tag für Öko-Parteien

Die SVP verliert, die grünen Kräfte legen zu: Diese Prognose scheint sich bei den Nationalratswahlen zu bestätigen, und zwar deutlicher als erwartet. In einigen Kantonen zeichnen sich Überraschungen ab.

Genf

In Genf ist nach Auszählung von 77 Prozent der Stimmen ein deutlicher Sieg für die Grünen zu erwarten. Sie dürften ihren 2015 verlorenen zweiten Sitz zurückgewinnen und könnten sogar einen dritten erobern. Mit über 20 Prozent Wähleranteilen wären die Grünen neu stärkste Partei im Kanton. Auch die Grünliberalen dürften einen Sitz erobern.

Zürich

Auch in Zürich dürften die Zürcher Grünen zulegen. Erste Hochrechnungen sagen ihnen 4,4 Prozentpunkte mehr Wähleranteil voraus. Die Grünliberalen legen sogar um 6,8 zu. Überraschend schlecht dürfte die SP abschneiden: Die Hochrechnung geht von einem Verlust von 4,2 Prozentpunkten voraus. Weniger Grund zum Feiern hat auch die SVP, die 1,7 Prozentpunkte verlieren könnte.

Thurgau

In Thurgau dürften die Grünen ebenfalls auf der Siegerseite stehen. Gemäss der ersten Hochrechnung erobern sie den Nationalratssitz der FDP. Die SVP verliert zwar, kann ihre drei Sitze aber halten. CVP und SP behalten je einen Sitz. Im Kanton Luzern könnte die SP gemäss Hochrechnung einen zweiten Sitz gewinnen. Verliererinnen wären SVP und FDP.

Wallis: CVP bei Ständeratswahlen von SP bedrängt

Bei den Ständeratswahlen im Kanton Wallis zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab. Nach Auszählung von 104 von 126 Gemeinden liegt der bisherige CVP-Ständerat Beat Rieder zwar noch immer auf dem ersten Platz, fällt aber unter das absolute Mehr.

Rieder kommt zurzeit auf 29’879 Stimmen. Hinter ihm folgt mit 24’570 Stimmen seine Parteikollegin, CVP-Grossrätin Marianne Maret, die nach dem Rücktritt von Ständeratspräsident Jean-René Fournier den zweiten Walliser CVP-Sitz im Ständerat verteidigen soll.

Auf dem dritten Platz liegt SP-Nationalrat Mathias Reynard. Er eroberte 16’642 Stimmen und könnte der wenig bekannten Maret bei einem allfälligen zweiten Wahlgang am 3. November gefährlich werden.

Die Resultate der meisten Unterwalliser Städte sind noch ausstehend. Die Wahlbeteiligung beträgt aktuell 57,21 Prozent.

Beat Rieder, CVP, liegt momentan vorne, jedoch unter dem absoluten Mehr. Ein zweiter Wahlgang zeichnet sich ab. (Archivbild: Keystone)
Thurgau: Grüne erobern Nationalratssitz von FDP

Gemäss der ersten Hochrechnung im Kanton Thurgau verliert die FDP ihren Nationalratssitz an die Grünen. Die SVP verliert zwar, kann ihre drei Sitze aber halten. CVP und SP behalten je einen Sitz.

Die Hochrechnung wurde aufgrund der Ergebnisse von einem Viertel der Gemeinden erstellt, wie die Thurgauer Staatskanzlei kurz nach 14 Uhr in Frauenfeld bekannt gab.

Noch ist der Nationalratssaal leer

Während die Wahlkandidaten gespannt die Hochrechnungen verfolgen, besichtigen verschiedene Besucher den Nationalratssaal in Bern. Das Parlament mit der «Wiege der Eidgenossenschaft» wird ab kommender Wintersession zum Arbeitsort der Neu- und Wiedergewählten.

Der Nationalratssaal ist am Walhsonntag leer.

Keine Spur von Politikern im Nationalratssaal am Wahlsonntag. (Bild: Keystone)

1. Hochrechnung Nationalrat Zürich: Debakel für die FDP

Die erste Hochrechnung der Stimmen für den Nationalrat in Zürich verheisst nichts Gutes für die FDP: Minus 2,1 Prozent und einen Sitz weniger (Stand 14:15 Uhr).

Uri: Heidi Z'graggen verteidigt Urner CVP-Ständeratssitz

Heidi Z’graggen hat im dritten Anlauf den Sprung nach Bern geschafft: Das Urner Stimmvolk wählte die CVP-Regierungsrätin zur Nachfolgerin des abtretenden CVP-Ständerats Isidor Baumann. Wie erwartet schaffte Josef Dittli (FDP) die Wiederwahl.

Josef Dittli erhielt 7576 Stimmen, Heidi Z’graggen machte 7086 Stimmen. Auf Diverse entfielen 3143 Stimmen. Das absolute Mehr betrug 5132 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,5 Prozent.

Heidi Zgraggen kam auf 7086 Stimmen. (Archivbild: Keystone)
Appenzell Ausserrhoden: SVP verteidigt Nationalratssitz knapp

Die SVP hat in Appenzell Ausserrhoden den einzigen Sitz im Nationalrat verteidigt: David Zuberbühler wurde mit 7720 Stimmen knapp wiedergewählt. Die FDP-Kandidatin Jennifer Abderhalden musste sich mit 7561 Stimmen hauchdünn geschlagen geben.

Ihr Rückstand auf David Zuberbühler (SVP) betrug nur gerade 119 Stimmen. Mit dem knappen Scheitern von Jennifer Abderhalden gelang es der FDP nicht, den vor vier Jahren an die SVP verlorenen einzigen Nationalratssitz Ausserrhodens zurückzuerobern.

Grüner Erfolg für Glarus

Der Kanton Glarus wählte den Trends entsprechend den Grünen-Politiker Mathias Zopfi ins Bundesparlament. Der bisherige SVP-Ständerat Werner Hösli wurde damit abgewält.

Für Glarus seit heute in Bern unterwegs: Grünen Politiker Mathias Zopfi. (Bild: Keystone)
Innerrhoder CVP behält Sitz

Die Innerrhoder CVP kann wie erwartet ihren Sitz in Bundesbern verteidigen. Statt der offiziellen Kandidatin Antonia Fässler wurde allerdings der ehemalige Säckelmeister Thomas Rechsteiner gewählt. Ruedi Eberle für die SVP und Martin Pfister für die SP gehen leer aus.

Kein Wechsel in Schaffhausen: Germann (SVP) und Minder (Parteilos) wiedergewählt

Die Schaffhauser Vertreter im Ständerat bleiben dieselben: Hannes Germann (SVP) wurde mit 17’333 Stimmen klar wiedergewählt. Und auch der parteilose Thomas Minder hat es mit 14’813 Stimmen im ersten Wahlgang geschafft.

Germann erreichte in allen Gemeinden problemlos das absolute Mehr. Für Minder war es die zweite Wiederwahl. Der “Vater der Abzockerinitiative” gehört im Bundeshaus der SVP-Fraktion an.Auch diese Mal gelang es der FDP nicht, den vor acht Jahren an Minder verlorenen Sitz zurückzuerobern.

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,23 Prozent, das absolute Mehr bei 13’029 Stimmen.

Thomas Minder, Parteilos (rechts) und Hannes Germann, SVP, sind wiedergewählt. (Bild: Keystone)
Aargau: SP und CVP gewinnen je einen Sitz – Grüne/GLP stagnieren

Im Kanton Aargau gewinnen CVP und SP gemäss Hochrechnung der SRG je einen Sitz. SVP und FDP verlieren dagegen je einen Sitz. Die Grünen und GLP legen nicht zu und halten je ein Sitz.

Gemäss der Hochrechnung geht der bisherige BDP-Sitz an die EVP. Seit der Wahl 2015 verteilen sich die 16 Aargauer Sitze im Nationalrat so: SVP 7 , FDP 3, SP 2 sowie CVP 1, Grüne 1, GLP 1 und BDP 1. SVP und FDP gewannen vor vier Jahren je einen Sitz, die SP verlor einen Sitz.

Überraschung in Obwalden: Erstmals eine Frau gewählt

Zum ersten Mal hat es eine Frau für Obwalden nach Bundesbern geschafft. Die 51-jährige Engelbergerin und SVP-Politikerin Monika Rüegger liess in einem Kopf-an-Kopf-Rennen den CVP-nahen Peter Krummenacher hinter sich. Damit tritt Rüegger die Nachfolge von CSP-Mann Karl Vogler an. Die FDP erlebt indessen eine herbe Enttäuschung und landet mit Kandidat Marco De Col nur auf Platz drei.

Engelbergerin Monika Rüegger zieht als erste Frau für Obwalden ins Bundesparlament. (Bild: Keystone)
Schaffhausen: Alles bleibt, wie es war

Uri: CVP erobert einzigen Urner Nationalratssitz

Die CVP schnappt der SVP den einzigen Urner Nationalratssitz weg. Der 31-jährige Landrat Simon Stadler schaffte die Wahl und liess die Kandidaten der SVP und SP hinter sich.

Der 31-jährige Primarlehrer Stadler wurde in den Nationalrat gewählt. (Bild: Keystone)
Appenzell-Ausserrhoden: Caroni verteidigt Sitz im Ständerat

Seine Wiederwahl in den Ständerat war bei den Parteien unbestritten: Der 39-jährige Jurist Andrea Caroni (FDP) aus Herisau kann seinen Sitz verteidigen. Der wilde Gegenkandidat Reto Sonderegger (SVP) hatte keine Chance.

Mit 11’490 Stimmen wurde Andrea Caroni erneut deutlich in den Ständerat gewählt. Reto Sonderegger erhielt 4059 Stimmen. Vereinzelte bekamen 621 Stimmen. Das absolute Mehr betrug 8086 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 45,2 Prozent. Appenzell Ausserrhoden hat nur einen Sitz im Ständerat.

Vor vier Jahren war Caroni der einzige Kandidat für den Ausserrhoder Ständeratssitz. Nach nur einer Legislaturperiode im Nationalrat zog Caroni in den Ständerat und setzte seine steile Politkarriere fort.

Hier wird das Wahlbarometer praktisch umgesetzt

Die Gemeindeverwaltung in Guttannen in Bern empfängt seine WählerInnen mit einem ganz besonderen Wahlbarometer beim Eingang:

(Bild: Keystone)

St. Gallen: Würth und Rechsteiner liegen bei Ständeratswahlen vorn

Nach der Auszählung von 28 der insgesamt 77 St. Galler Gemeinden liegen bei den Ständeratswahlen die beiden Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) vorne.

Im Kanton St. Gallen sind erste 28 Gemeinden ausgezählt und es gibt ein Zwischenergebnis für die Ständeratswahlen.

Danach liegt der bereits im Mai als Ersatz für Bundesrätin Karin Keller-Sutter in den Ständerat gewählt Benedikt Würth (CVP) mit 17’649 Stimmen an der Spitze. Danach folgt Paul Rechsteiner mit 13’710 Stimmen.

Knapp hinter Rechsteiner folgt Roland Rino Büchel (SVP) mit 12’684 Stimmen. Mit grösserem Abstand folgen Marcel Dobler (FDP) mit 7585 Stimmen sowie Franziska Ryser (Grüne) mit 5385 Stimmen.

Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller bestätigt

Der einzige Nidwaldner Sitz im Nationalrat bleibt bei Peter Keller. Die Wahlberechtigten haben den SVP-Politiker, Historiker und Autor für eine dritte Amtszeit bestätigt.

Sein einziger Herausforderer, alt Regierungsrat Alois Bissig, unterlag deutlich. Bissig gehört der CVP an, kandidierte aber als Unabhängiger.

Zürich: In Zürich zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab

Bei den Zürcher Ständeratswahlen zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab. Gemäss erster Hochrechnung hat nur der bisherige SP-Ständerat Daniel Jositsch das absolute Mehr erreicht. Alle anderen Kandidierenden liegen darunter.

Somit muss voraussichtlich auch der bisherige Ständerat Ruedi Noser (FDP) in einen zweiten Durchgang. Dieser findet am 17. November statt.

Noser liegt derzeit an zweiter Stelle, gefolgt von

  • Roger Köppel (SVP)
  • Marionna Schlatter (Grüne)
  • Tiana Angelina Moser (GLP)

Abgeschlagen sind Nicole Barandun (CVP) und Nik Gugger (EVP). Mit den definitiven Resultaten wird nach 15 Uhr gerechnet.

Appenzell-Ausserrhoden: FDP löst SVP ab

In Appenzell Ausserhoden liegt die FDP-Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden in Führung: Nach Auszählung von 18 der 20 Gemeinden kommt sie auf 6240 Stimmen. Der bisherige David Zuberbühler (SVP) liegt mit 5256 Stimmen zurück.

Die 41-jährige Juristin könnte damit für die FDP den vor vier Jahren an die SVP verloren Nationalratssitz zurückerobern. (sda)

Bern schläft aus

Weil sich die Berner laut Vermutungen des «Blicks» erst sehr spät auf den Weg zur Urne gemacht haben, müssen die Kandidaten hier besonders lange zittern. Die Wahllokale konnten nicht pünktlich schliessen und die Auszählungen verzögern sich damit zunächst. Traditionell gehöre Bern zu den langsamsten Kantonen beim Auszählen.

Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in eine Urne in einem Wahllokal in Bern. (Bild: Keystone)
Solothurn: CVP und SP ringen um Nationalratssitz

Nach der Auszählung der Stimmen in rund einem Fünftel der 109 Solothurner Gemeinden zeichnet sich bei den Nationalratswahlen nach derzeitigem Stand ein Sitzgewinn der CVP auf Kosten der SP ab. Die traditionell linken Gemeinden und Städte sind allerdings noch nicht ausgezählt.

Bei den Ständeratswahlen liegen die beiden Bisherigen Pirmin Bischof (CVP) und Roberto Zanetti (SP) klar vorne. Stärkster der drei Herausforderer ist Christian Imark (SVP).

Bisherige Bündner Ständeräte gut im Rennen

Die Bündner Ständeräte Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP) sind gut aus den Startlöchern gekommen. Nach 55 ausgezählten von total 106 Gemeinden führen sie das Feld der sechs Kandidierenden deutlich an. Sie können mit der Wiederwahl rechnen.

Engler sammelte bisher etwas über 13’000 Stimmen, Schmid über 11’000. Beide Bisherigen liegen über dem absoluten Mehr. Jon Pult von der SP als erster Verfolger holte fast 6500 Stimmen, Valérie Accola Favre von der SVP erreichte 4400 Stimmen. Beide verfehlen das absolute Mehr klar.

Stefan Engler, CVP (links) und Martin Schmid, FDP (rechts) (Archivbild: Keystone)
Alles beim Alten in Nidwalden

Nach 9 von 11 Auszählungen liegt Nationalrat Peter Keller (SVP) mit 7438 Stimmen weit vor seinem einzigen Konkurrenten Alois Bissig (CVP, 3824 Stimmen), der als «Wilder» antritt, also von seiner Partei nicht offiziell unterstützt wird. Keller ist seit 2011 im Nationalrat für Nidwalden und arbeitet daneben als Autor für die Weltwoche.

Aargau erlebt Super-Sunday

Nicht nur 16 NationalrätInnen und zwei Ständeräte werden heute neu gewählt, die Aargauerinnen und Aargauer entscheiden heute auch über die Nachfolge von Regierungsmitglied Franziska Roth. Die 55-Jährige hatte sich im Sommer zunächst von ihrer Partei und dann von ihrem Amt getrennt. Wie erste Resultate aus kleineren Gemeinden zeigen, steht SVP-Kandidat Jean-Pierre Gallati mit guten Chancen da.

Starker Start von Martullo Blocher in Graubünden
Die Zürcherin Magdalena Martullo-Blocher hat bei den Nationalratswahlen in Graubünden einen starken Start hingelegt. In 28 von 106 ausgezählten Gemeinden holte die Zürcherin am meisten persönliche Stimmen von allen Kandidatinnen und Kandidaten. Sie überflügelte sogar ihren SVP-Nationalratskollegen Heinz Brand deutlich.

4807 Stimmen entfielen auf die Ems-Konzernchefin. 3388 Stimmen sammelte Heinz Brand bisher in den Gemeinden. Auch bei den Listenstimmen liegt Martullo-Blocher vorne. (sda)

«Freie und faire Wahlen sind ein Privileg»

Bundesrat Ignazio Cassis bedankt sich via Twitter bei allen, die sich heute in der Schweiz an den Wahlen beteiligen. Es sei zudem ein Privileg, dass wir hierzulande freie und faire Wahlen durchführen können, so der Vorsteher des EDA.

Politologe Louis Perron mit einer Wahlprognose

Der Wahlkampf 2019 wurde dominiert vom Klimathema. Werden Grüne und GLP die Umfrageergebnisse bestätigen und einen deutlichen Sieg einfahren? Oder hat die SVP in der Schlussphase aufholen können? Welche Wirkung auf das Wahlresultat haben die unterschiedlichen Klima-Strategien der Bürgerlichen? Und wieso wurde eigentlich nicht über andere Themen diskutiert? Politologe Louis Perron nimmt Stellung zu den wichtigsten Fragen vor der Wahl:

(Video: Keystone sda / Detlev Munz)

SVP als grosse Verliererin?

Im äussersten Fall könnten die Grünen ihre heute zwölfköpfige Delegation fast verdoppeln. Als realistischer gilt allerdings ein Gewinn von fünf bis acht Sitzen. Auch die Grünliberalen könnten bis zu sieben zusätzliche Mandate erobern.

Der SVP, die heute 65 Sitze besetzt, droht dagegen der Verlust von 9 Mandaten. Sie könnte damit auf eine ähnliche Sitzzahl kommen wie 2011, als sie ebenfalls Federn lassen musste. Für die BDP mit heute 7 Sitzen geht es um die Frage, ob sie noch auf jene 5 Sitze kommt, die für eine eigene Fraktion nötig sind. Die CVP könnte bis zu 6 Mandate verlieren. Das wäre fast ein Viertel ihrer 27 Sitze. Bei der FDP und der SP sind kleinere Verschiebungen zu erwarten.

Frauen auf dem Vormarsch

Im Ständerat sind aussergewöhnlich viele Sitze neu zu besetzen. Insgesamt 19 von 46 Ständerätinnen und Ständeräten treten nicht zur Wiederwahl an, darunter fünf der sechs Frauen. Vielen Kandidatinnen werden aber gute Chancen eingeräumt. Dass die Zahl der Frauen in der kleinen Kammer sinkt, gilt somit als unwahrscheinlich. Zu rechnen ist viel mehr mit einem Anstieg des Frauenanteils.

In stiller Wahl bereits wiedergewählt wurden der Obwaldner Ständerat Erich Ettlin (CVP) und der Nidwaldner Hans Wicki (FDP). Ebenfalls bereits gewählt ist der Innerrhoder CVP-Vertreter Daniel Fässler. Die Landsgemeinde wählte den früheren Nationalrat bereits im Frühjahr in den Ständerat. Sein Nationalratssitz ist seither vakant.

4652 Kandidaten für 200 Nationalratssitze

Erste Resultate aus kleineren Kantonen werden am frühen Nachmittag erwartet, letzte aus den Kantonen Bern und Waadt erst gegen Mitternacht. Bis dahin haben die Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler viel zu tun: Noch nie gab es so viele Kandidatinnen und Kandidaten.

4652 Männer und Frauen wollen einen der 200 Nationalratssitze ergattern, fast 23 Prozent mehr als vor vier Jahren. Der Frauenanteil liegt bei 40 Prozent. Insgesamt 511 Listen wurden eingereicht. Die Zahlen beziehen sich auf jene 22 Kantone, in denen es ein Anmeldeverfahren für die Kandidierenden gibt.

Topthema Klima

Können die ökologischen Kräfte zulegen, haben sie das wohl auch der Mobilisierung durch die Klimademonstrationen zu verdanken. Ähnlich war es vor vier Jahren der SVP ergangen. Damals war im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise die Migration das Topthema gewesen.

Grüne bei über 10 Prozent

Alle Zeichen deuten auf Gewinne für Grüne und Grünliberale hin. Mit Spannung erwartet wird, ob die Grünen die CVP überholen und ob die FDP trotz – oder wegen – ihrer ökologischen Wende verliert. Gemäss dem letzten SRG-Wahlbarometer könnten die Grünen den nationalen Wähleranteil um 3,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent steigern, die Grünliberalen den ihren um 2,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent.

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen zum Live-Ticker zu den Nationalrats und Ständeratswahlen in der Schweiz.

Heute wählt die Schweiz ein neues Parlament. Das Thema Klimawandel hat den Wahlkampf dominiert, die Grünen und die Grünliberalen sind die erwarteten Sieger. Ob und wie stark sie zulegen können, wird sich im Verlauf des Tages zeigen. Mit Telebasel verpassen Sie im Ticker keine Entscheidung.

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