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Schweiz

CS-Schweiz-Chef rastet aus und Landi-Spritzmittel tötet Bienenvölker

Ein verunreinigtes Spritzmittel aus der Landi tötet Hundertausend Bienen und ein Ausraster des CS-Schweiz-Chefs. Das sind die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Das linke Rütteln an der Zauberformel

Linkes Rütteln an der Zusammensetzung der Regierung: Bereits vor Bekanntwerden des Wahlresultats im Parlament haben sich führende SP-Politiker für einen Bundesratssitz zugunsten der Ökoparteien ausgesprochen. «Wir sind interessiert an einer Stärkung der grünen Kräfte und würden eine grüne oder grünliberale Kandidatur stützen», sagte SP-Vizepräsident Beat Jans der «SonntagsZeitung». Ziel des möglichen Angriffs ist dem Bericht zufolge FDP-Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis. Grüne und Grünliberale selbst äusserten sich jedoch zurückhaltend. Vertreter beider Parteien erklärten dem «SonntagsBlick», sie rechneten nicht so rasch mit einem grünen Bundesrat.

Die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» hält in einer Analyse einen Bundesratssitz für die Ökoparteien aus fünf Gründen für verfrüht. Als Hindernisse nennt sie die bestehende Zauberformel, das Risiko für eine Abwahl des einzigen italienischsprachigen Regierungsmitglieds Ignazio Cassis, ein fehlendes programmatische Bündnis zwischen den Grünen und den Grünliberalen, den Widerstand der vier Regierungsparteien sowie der schlechte Zeitpunkt ohne eine Vakanz. SP-Parteipräsident Christian Levrat meldete in der «NZZ am Sonntag» den Führungsanspruch seiner Partei an. Als grösste Partei einer möglichen Mitte-links-Mehrheit erhebe die SP Anspruch auf die Führungsrolle, sagte er.

Erstmals Türkei Flüchtlinge in der Schweiz

Die Schweiz will trotz der umstrittenen türkischen Militäroffensive in Nordsyrien erstmals von der Türkei Flüchtlinge übernehmen. «Wir planen, in den nächsten zwei Jahren zum ersten Mal im Rahmen des Resettlement-Programms der Uno ein kleines Kontingent an Flüchtlingen aus der Türkei aufzunehmen», sagte der Direktor des Staatssekretariats für Migration, Mario Gattiker, der «NZZ am Sonntag». Auf der Balkanroute zeichnet sich demnach ein neues Anschwellen der Flüchtlingsströme ab. Die Last von 3,6 Millionen Geflüchteten sei für die Türkei gewaltig, erklärte Gattiker.

Die ersten Flüchtlinge aus der Türkei sollen frühestens nächstes Jahr in die Schweiz einreisen. Daneben will die Schweiz auch weiterhin Griechenland unterstützen. Justizministerin Karin Keller-Sutter (FDP) fordert dem Bericht zufolge einen Aktionsplan für Griechenland, mit dem die Aktivitäten der europäischen Staaten koordiniert werden können. Sie stellte die Idee vor zwei Wochen am Gipfel der Justiz- und Innenminister des Schengen-Raums in Luxemburg zur Diskussion. «Man muss jetzt rasch vorwärtsmachen, damit die Situation unter Kontrolle bleibt, denn die Lage auf den Inseln ist prekär», sagte Gattiker.

Spritzmittel tötet Hunderttausende Bienen

Ein mit einer illegalen Substanz verunreinigtes Spritzmittel aus der Landi hat Hunderttausende Bienen in der Schweiz getötet. Ein Aargauer Imker hatte kürzlich der Polizei gemeldet, dass seine 24 Bienenvölker auf mysteriöse Weise innert Tagen gestorben seien, berichtet die «SonntagsZeitung». Eine Untersuchung der Bundesbehörden ergab, dass die Bienen mit dem in der Schweiz und der EU verbotenen Insektenmittel Fipronil vergiftet wurden. Die Substanz befand sich als unerkennbare Beimischung in dem legalen und eigentlich unproblematischen Insektizid Pirimicarb, das Fenaco in ihren Agrar-Zentren verkauft.

Wie viel von dem verseuchten Mittel bereits auf Gemüsekulturen oder Obstplantagen landete, ist dem Bericht zufolge unklar. Das verseuchte Spritzmittel wurde von einer kaum bekannten indischen Chemiefirma hergestellt. Die Bewilligungsinhaberin für den Verkauf in der Schweiz ist eine reine Briefkastenfirma ohne Mitarbeiter, wie die Zeitung schreibt. Die Geschäftsführerin des Bienengesundheitsdienstes, Anja Ebener, fordert von den Kantonen bessere Kontrollen.

Karin Keller-Sutter ist einflussreichste Bundesrätin

Die freisinnige Justizministerin Karin Keller-Sutter ist die einflussreichste Bundesrätin in der Regierung. Zu diesem Schluss kommt die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche», nachdem sie ein Softwareprogramm der Unternehmensberatung Powermatrix zur Analyse eingesetzt hat. Das Programm untersucht die Glaubwürdigkeit, die Managementfähigkeiten und die Vernetzung einer Person. Es ermöglicht es Unternehmen, die Funktionsweise eines Teams zu analysieren und hilft bei Entscheidungen.

Auf Platz zwei hinter Keller-Sutter liegt demnach SP-Bundesrat und Innenminister Alain Berset knapp vor seiner Parteikollegin und Umweltministerin Simonetta Sommaruga. Weiter folgen Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) und Finanzminister Ueli Maurer (SVP). Am Ende der Rangliste stehen Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) und Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP), die am wenigsten Einfluss auf den Bundesrat haben. Die Zeitung schreibt weiter, dass die Mittepolitikerin Amherd zentraler Drehpunkt der Regierung sei. Die Analyse deckt sich weitgehend mit einer jüngst im «Blick» veröffentlichten Sotomo-Umfrage.

Kaum Aussicht auf Entschädigungen

Die rund 10’000 vom temporären Grounding der A220-Flugzeugflotte betroffenen Swiss-Passagiere haben kaum Aussicht auf Entschädigungen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erklärte gegenüber dem «SonntagsBlick», die Behörde gehe zurzeit von aussergewöhnlichen Umständen aus, die zur Triebwerksüberprüfung und damit zum Ausfall der Flugzeuge geführt habe. Somit seien keine Ausgleichszahlungen gemäss der in diesem Fall massgebenden EU-Verordnung 261/2004 vorgesehen.

Für andere Fälle verlangt die Verordnung für Fluggäste pauschale Ausgleichszahlungen in der Höhe von 250 bis 600 Euro. Luftfahrtunternehmen sind gemäss der Verordnung von Zahlungen befreit, falls eine Annullierung auf «aussergewöhnliche Umstände» zurückgeht. Technische Defekte fallen grundsätzlich in die Risikosphäre der Airline, Herstellerschäden dagegen gelten als aussergewöhnlicher Umstand.

388 Millionen dank Negativzinsen

Der Bund hat in den vergangenen Jahren dank Negativzinsen 388 Millionen Franken eingenommen. Dies ergab eine Zusammenstellung der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) auf Anfrage des «SonntagsBlick». Bereits 2011 – lange bevor die Nationalbank Negativzinsen einführte – hatte der Bund dank Negativzinsen elf Millionen Franken eingenommen. Der Bund fand demnach bereits damals Anleger, die bereit waren, ihm fürs Aufbewahren von Geld Zinsen zu bezahlen. Die bisher höchsten Einnahmen durch Negativzinsen verbuchte der Bund mit 79 Millionen im Jahr 2017. Seitdem gehen die Einkünfte aus Negativzinsen wieder leicht zurück: 2018 waren es 64, im ersten Halbjahr 2019 rund 30 Millionen Franken.

Höhere Nachfrage bei Zugreisen ins Ausland

Die SBB spüren im ersten Halbjahr 2019 bei Zugreisen ins Ausland eine grössere Nachfrage. Das Verkehrsvolumen auf den internationalen Verbindungen nahm um zehn Prozent zu, in den Nachtzügen wurden im ersten Halbjahr sogar 25 Prozent mehr Reisende befördert, berichtet die «NZZ am Sonntag». Besonders gross sei das Nachfragewachstum auf den Nachtstrecken nach Berlin und Hamburg gewesen, sagte eine SBB-Sprecherin. Ob die gestiegenen Zahlen eine Folge der Klimadiskussion sei, könne man nicht sagen. «Aus Kundenbefragungen wissen wir aber, dass Nachhaltigkeitsüberlegungen an Bedeutung gewonnen haben», sagte die Bahnsprecherin.

Stark gewachsen ist die Nachfrage nach Zugreisen dem Bericht zufolge nach Frankreich. Das schweizerisch-französische Gemeinschaftsunternehmen TGV Lyria wird darum ab Dezember zwischen der Schweiz und Paris 30 Prozent mehr Sitze anbieten. Die SBB hatten bereits eine Erhöhung der Kapazitäten angekündigt. Zudem prüfen sie die Einführung neuer Nachtzugverbindungen in weitere europäische Städte. Ein Entscheid soll 2020 fallen.

Thomas Gottstein rastet aus

Bei der Grossbank Credit Suisse liegen rund um die Beschattung des zur UBS übergelaufenen Topmanagers Iqbal Khan die Nerven blank. CS-Schweiz-Chef Thomas Gottstein soll einem Bericht der «NZZ am Sonntag» zufolge einem Vertrauten Khans in einem Restaurant vor zwei Wochen gedroht haben, ihn und Khan fertig zu machen («killen»). Der Topmanager sei im Zürcher Restaurant Kronenhalle an einen Tisch getreten, an dem der Khan-Vertraute sowie weitere Personen beim Abendessen sassen. Dabei habe Gottstein den Mann verbal attackiert.

Ein CS-Sprecher bestätigte gegenüber der Zeitung die Begegnung. Drohungen seien aber keine ausgesprochen worden. Gottstein habe zum Ausdruck gebracht, dass die Medienberichte zur Beschattungsangelegenheit ihn und sein Team zusätzlich motivieren würden, seine Konkurrenz in der Schweiz auch künftig zu schlagen. Gottstein habe sich im Nachgang für die «Emotionalität» entschuldigt, sagte der Sprecher. Der betroffene Khan-Vertraute wollte sich nicht äussern, nahm aber die Entschuldigung an. Gottstein war in Medienberichten rund um den Abgang Khans als möglicher Nachfolger von CS-Chef Tidjane Thiam genannt worden, falls dieser wegen der Affäre den Posten hätte räumen müssen.

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