Die Engländer spielten trotz rassistischer Anfeindungen weiter und setzten somit ein Zeichen. (Bild: Keystone)
International

Rassismus überschattet Partie zwischen England und Bulgarien

Es sollte ein toller Fussballabend werden in Sofia. Jedoch überschatteten rassistische Äusserungen der bulgarischen Anhänger den Kantersieg der Engländer.

Bereits nach sieben Minuten landete der Ball im Tor der Bulgaren. Marcus Rashford brachte die Three Lions in Führung. Danach schnürte Chelsea-Akteur Ross Barkley einen Doppelpack innert 12 Minuten. Eigentlich die perfekte Partie für die Engländer.

Doch danach stellten die bulgarischen Anhänger das Spielgeschehen in den Schatten. Der Schiedsrichter musste die Partie gleich zweimal unterbrechen. Der Grund: Die Bulgaren machten sich lautstark mit rassistischen Lauten und Gesten bemerkbar. Dazu kamen nicht zu überhörende Affenlaute, die vor allem an den englischen Spieler Raheem Sterling gerichtet waren.

Spiel stand vor Abbruch

Der Stadionsprecher drohte bereits mit einem Abbruch der Partie. In Absprache mit dem englischen Nationaltrainer Gareth Southgate entschied Schiedsrichter Ivan Bebek danach die Partie weiterspielen zu lassen.

Die Engländer wollten so ein Zeichen gegen den Rassismus setzen: «Die Spieler kamen zusammen und haben einstimmig gesagt: ‹Nein, wir wollen spielen, wir wollen gewinnen. Und wir wollen nicht, dass die Rassisten gewinnen›», teilte Greg Clarke, der Football Association-Vorsitzende nach der Partie mit.

Grosses Zeichen gesetzt

Schliesslich gewannen die Engländer gleich mit 6:0. Gareth Southgate ist nach dieser Partie unglaublich stolz auf seine Mannschaft: «Wir haben ein grosses Zeichen gesetzt, dass wir nach diesen Umständen so weiterspielen konnten. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Partie mit dieser Wichtigkeit jemals zweimal unterbrochen wurde. Ich bin unglaublich stolz auf alle, die zu unserem Team gehören».

Der englische Nationalspieler Raheem Sterling schrieb nach dem Spiel auf Twitter, er bemitleide Bulgarien dafür, dass sie «von solchen Idioten in ihrem Stadion repräsentiert» werden.

Balakov will von nichts wissen

Der bulgarische Nationaltrainer Krassimir Balakov sagte, dass es in England mehr Rassisten gebe als in Bulgarien. In einem TV-Interview nach dem Spiel legte er sogar noch einen drauf: «Ich habe keine Beschimpfungen gehört, das inakzeptable Verhalten kam nur von Englands Fans, die unsere bulgarische Hymne ausgepfiffen haben und dann unsere Fans beleidigten».

Popov zeigt Courage

Anders sieht das der Captain der Bulgaren, Ivelin Popov. Er hat nämlich in der Pause mit den bulgarischen Fans diskutiert und sie gebeten, rassistische Äusserungen zu stoppen. Nach der Partie bekommt er dafür ein grosses Lob von Englands Stürmer Marcus Rashford: «Da alleine hinzustehen und das Richtige zu tun, braucht sehr viel Courage und das darf hier nicht unerwähnt bleiben».

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bulgaren mit rassistischen Anfeindungen aufgefallen sind. Bereits in den Spielen gegen den Kosovo und Tschechien waren die bulgarischen Zuschauer negativ aufgefallen. Deswegen blieben gegen England einige Sektoren des Stadions sogar geschlossen.

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