Featured Video Play Icon

Schweiz

Nati wahrt Chance auf EM-Ticket

Die Nati ist in der EM-Qualifikation wieder auf Kurs. Das Team von Vladimir Petković siegt in Genf gegen Irland verdient 2:0.

Der dritte Sieg der Schweizer Nati im achten Spiel des Jahres war ein besonders wertvoller. Schlagartig sind die Schweizer Perspektiven wieder rosig. Der Rückstand in der Tabelle auf Irland und das punktgleiche Dänemark schrumpfte auf einen Punkt, was bedeutet, dass sich die Schweiz noch aus eigener Kraft für die Endrunde 2020 qualifizieren kann.

Weil der Sieg mit mehr als einem Tor Differenz ausfiel, reichen ihr aus den verbleibenden Partien am 15. November 2019 gegen Georgien und am 18. November in Gibraltar sogar vier Punkte – erstaunlich rosige Aussichten angesichts dessen, dass die Schweiz die Hälfte ihrer Partien nicht gewonnen hat.

Anspannung greifbar

Trotz früher Führung und grosser Überlegenheit war die Anspannung im mit 24’766 Zuschauern gefüllten Stade de Genève bis fast zuletzt greifbar. Vieles war in den letzten Wochen und Monaten nicht wunschgemäss gelaufen beim Schweizer Nationalteam, hausgemachte Unruhen und späte Gegentore störten das Klima empfindlich und sorgten für eine Verunsicherung.

Fünfmal gab die Schweiz in den letzten zwölf Monaten eine Führung aus der Hand, dreimal passierte es in der EM-Qualifikation, weshalb das Heimspiel gegen Irland eines von erhöhter Bedeutung war. Das an sich stabile Schweizer Konstrukt hatte sich in den Schlussminuten als anfällig herausgestellt.

Penalty verschossen

So kam es, dass die Schweizer auch gegen die Iren trotz spürbarer Überlegenheit zitterten. Mitunter drückte sich die Verunsicherung im vergebenen, weil etwas zögerlich geschossenen Foulpenalty von Ricardo  Rodríguez in der 77. Minute aus. Haris Seferović, Breel Embolo und Fabian Schär vergaben weitere Chancen.

Fabian Schär schlenzte den Ball einmal knapp am Pfosten vorbei, ein anderes Mal traf er nach einer Stunde per Kopf den Pfosten. Und doch: Die Schweizer Nati schlug das bescheidene Irland, das im siebten Spiel aber erst zum dritten Mal ein Gegentor zuliess, hochverdient und ist wieder auf WM-Kurs. Sie offenbarte erneut Schwächen im Tor-Vollzug, brachte einen frühen Vorsprung aber über die Zeit und schuf sich dank dem späten 2:0 nicht nur eine günstige, sondern eine sehr günstige Ausgangslage.

Einfach wurde es den Schweizern nicht gemacht. Anhaltender Regen durch den Tag zog den Platz in Mitleidenschaft, es herrschten Bedingungen, die dem Gegner und dessen rustikalem Spiel in die Karten spielten. Ohne die Unterstützung des heimischen Anhangs waren die Iren aber nicht ganz so härtnackig wie beim beim 1:1 vor fünf Wochen in Dublin, als die Schweizer fast 75 Minuten lang keinen Schuss auf das gegnerische Tor gebracht hatten.

Späte Erlösung

In der ersten Halbzeit waren die Gäste fast ausschliesslich am Verteidigen und verpufften zwei, drei ihrer seltenen Vorstösse, bevor richtige Torgefahr entstand – einmal verhinderte eine Abseitsstellung eine grosse Chance. Nach der Pause zeigten sie sich in ihren Bemühungen, selbst ein Tor zu erzielen, gewillter, doch ein viertes Mal liessen die Schweizer in dieser Kampagne keinen späten Gegentreffer zu.

Das so erlösende wie überfällige 2:0 fiel erst in der 93. Minute. Edimilson Fernandes, der noch in der ersten Halbzeit für den verletzten Admir Mehmedi ins Spiel kam, vollendete einen Konter. Den Führungstreffer erzielte Haris Seferović nach einer Viertelstunde.

Der Stürmer von Benfica Lissabon, vor einer Woche zum Schweizer Spieler des Jahres ausgezeichnet, traf nach einem erfolgreichen Nachsetzen von Manuel Akanji mit einem platzierten Flachschuss von ausserhalb des Strafraums. Das frühe 1:0 vereinfachte vieles an diesem Abend, machte die drei Punkte aber nicht zum Selbstläufer.

Telegramm

Schweiz – Irland 2:0 (1:0)

Stade de Genève, Genf. – 24’766 Zuschauer. – SR Marciniak (POL). – Tore: 16. Seferović (Mehmedi) 1:0. 93. Fernandes (Steffen) 2:0.

Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Akanji; Lichtsteiner (70. Freuler), Zakaria, Xhaka, Rodríguez; Embolo (88. Steffen), Mehmedi (28. Fernandes); Seferović.

Irland: Randolph; Egan, Duffy, Stevens; Coleman, Hendrick, Whelan, McClean; Browne; Collins (46. O’Dowda), Connolly (70. Hogan).

Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri und Zuber, Irland ohne Keogh und McGoldrick (alle verletzt). 63. Kopfball von Schär an den Pfosten. 76. Gelb-Rote Karte Coleman (Handspiel). 77. Randolph lenkt Handspenalty von Rodriguez an den Pfosten. Verwarnungen: 32. Xhaka (Unsportlichkeit). 32. Coleman (Unsportlichkeit). 34. Browne (Foul). 47. Akanji (Foul). 55. Hendrick (Foul). 66. Duffy (Foul).

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*